Hoeneß' Abschied vom FC Bayern Hopfner wird zum Präsidenten gewählt

Es ist aber auch die Rede eines Mannes, der sich verteidigen will. Hoeneß verabschiedete sich so, wie er jahrelang wahrgenommen wurde. Als Abteilung Attacke.

Er sagt: "Viele sagen: Der Hoeneß hat mit seinem Fehler sein Lebenswerk zerstört. Ich sehe das nicht so."

Hoeneß liest nicht vom Papier ab, er spricht frei, manchmal wird seine Stimme laut, etwa als er von der "Häme" berichtet, die auf ihn und seine Familie eingeprasselt sei. Und dass er daher auf Revision verzichtet habe, weil er "dieses Drama nicht weitere zwölf oder 18 Monate hätte ertragen können". Mit sanfter Stimme dankt er seiner Familie, der Firma - er meint seine Wurstfabrik -, und dem Verein. Hoeneß spricht von einem "schweren Gang", er sagt, er wolle "nachdenken über mich, über meine Gefühle". Dann spricht er über den Hass.

"Wir werden mit meinen Ideen spielen"

Nach der deutlichen Niederlage gegen Real Madrid geriet auch der Bayern-Trainer in die Kritik. Pep Guardiola verteidigt nun seinen Spielstil: Er wolle weiter seine Ideen durchsetzen, sonst "kann ich hier nicht trainieren". mehr ...

Er schimpft über das Bild, das von ihm in der Öffentlichkeit gezeichnet wurde. Er, Uli Hoeneß, als ein "Arschloch, Schwein, ein Mann, der anderen das Geld aus der Tasche zieht, der anderen Geld vorenthält". Er wolle sich nicht "sauber reden". Stattdessen sagt er die zwei zentralen Sätze seiner 15-minütigen Rede: "Und dann, wenn ich zurück bin, werde ich mich nicht zur Ruhe setzen. Das war's noch nicht!" Dann tritt er von der großen, roten Bühne ab.

Karl Hopfner bekommt nur fünf Gegenstimmen. Und Torwart Neuer verlängert schon bist 2019

Es ist auch der Abend, an dem Karl Hopfner mit fünf Gegenstimmen bis 2016 zum Präsidenten gewählt wird. Ein Abend, an dem Karl-Heinz Rummenigge, der Vorstandsvorsitzende, leidenschaftlich Trainer Pep Guardiola verteidigt, drei Abende nach dem Aus im Champions-League-Halbfinale. Rummenigge lobt einen "ganz großartigen Trainer" mit "einer großen Vision", er sagt: "Zwischen Pep Guardiola und den FC Bayern passt kein Blatt Papier." Ein Abend, an dem Rummenigge verkündet, dass Torwart Manuel Neuer seinen Vertrag bis Juni 2019 verlängert habe.

Und doch bleibt es der Abend von Uli Hoeneß. Dem Mann, der gehen wird, dem Mann, der zurückkommen will, auch wenn er offen gelassen hat, welche Aufgabe er in einer fernen Zukunft anstrebt. Es war ein langer Abschied. Aber einer, bei dem die Mitglieder des FC Bayern bereits auf das Comeback vorbereitet werden.