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Höchste Europapokal-Niederlagen des FC Bayern:Als Tiki-Taka Buddha bezwang

Das 0:4 gegen Real Madrid war ein Debakel für den FC Bayern - aber nicht die erste hohe Niederlage in ihrer Europapokal-Geschichte. Immer wieder vernichteten Doppeltorschützen die Hoffnung der Bayern.

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Das 0:4 gegen Real Madrid war ein Debakel für den FC Bayern - aber nicht die erste hohe Niederlage in ihrer Europapokal-Geschichte. Immer wieder vernichteten Doppeltorschützen die Hoffnung der Bayern.

23. Oktober 1991, Uefa-Pokal 2. Runde: B 1903 Kopenhagen - FC Bayern München 6:2 (Torschützen Kopenhagen: Manniche (2), Nielsen, Wegner, Kraus, Uldbjerg; München: Mazinho, Münch)

Die sportlichen Erfolge des B 1903 Kopenhagen sind Ende der 90er Jahre schon länger ausgeblieben, das deutliche 6:2 gegen den großen FC Bayern ist daher umso überraschender. Bei den Bayern wurde wenige Tage zuvor ein gewisser Jupp Heynckes von Manager Uli Hoeneß entlassen - sein größter Fehler, wie Hoeneß später zugab. Nachfolger Sören Lerby bleibt allerdings ebenfalls erfolglos und wird nach fünf Monaten durch Erich Ribbeck ersetzt. Die Saison ist dennoch nicht mehr zu retten, Platz zehn wird es in der Endabrechnung. Dazu kommt ein frühes Ausscheiden im DFB-Pokal gegen Homburg.

Den dänischen Verein B 1903 Kopenhagen sucht man heute vergebens auf der Fußballlandkarte. Er fusionierte 1992 mit dem Konkurrenten Kopenhagener Ballklub BK zum FC Kopenhagen.

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19. April 1995, Champions-League-Halbfinale: Ajax Amsterdam - FC Bayern München 5:2 (Torsschützen Amsterdam: Litmanen (2), George, de Boer, Overmars; München: Witeczek, Scholl)

Mit Louis van Gaal als Trainer und einer neuen Version des "Voetball totaal" überrollt Ajax Amsterdam auf dem Weg zum Champions-League-Sieg den FC Bayern. Nach einem schwachen 0:0 im Hinspiel lassen die Niederländer um van der Saar, Rijkard, de Boer, Seedorf, Litmanen und Overmars den Münchnern keine Chance, spielen sie regelrecht an die Wand. Im Finale gewinnt Amsterdam dank eines Tores von Patrick Kluivert fünf Minuten vor Schluss mit 1:0 gegen den AC Mailand.

Die Bayern spielen eine mittelmäßige Saison mit Höhen und Tiefen - unter anderem der Erstrundenniederlage im Pokal gegen Vestenbergsgreuth. In der Liga springt am Ende Platz zwei heraus, für Trainer Giovanni Trapattoni ist es das Ende seiner ersten Amtszeit in München.

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6. März 2001, Champions League, 2. Gruppenphase: Olympique Lyon - FC Bayern München 3:0 (Torschützen: Govou (2), Laigle)

"Das war heute eine Blamage! Das ist nicht Fußball, das ist Uwe-Seeler-Traditionsmannschaft, Altherrenfußball", sagt Franz Beckenbauer nach dem schwachen Auftritt des FC Bayern beim 0:3 bei Olympique Lyon. Er will die Mannschaft wachrütteln, hält ihr vor Augen, dass man ohne aggressiverer Einstellung keinen Titel holen wird. Der Wirkung der Rede lässt sich zwar nicht nachforschen, das Ende der Saison 2001 ist aber bekannt: Der FC Bayern gewinnt nach Elfmeterschießen gegen Valencia den CL-Titel - zwei Jahre nach dem verlorenen Finale gegen Manchester United.

AC Mailand - FC Bayern München

Quelle: dpa/dpaweb

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8. März 2006, Champions-League-Achtelfinale: AC Mailand - FC Bayern München 4:1 (Torschützen Mailand: Inzaghi (2), Shevchenko, Kaká; München: Ismael)

2006 ist schon im Achtelfinale Schluss für die Bayern, Trainer bei Mailand damals: Carlo Ancelotti. 1:1 lautet es nach 90 Minuten in München. Das Rückspiel wird zu den Inzaghi-Festspielen, der Italiener schenkt Oliver Kahn zwei Tore ein. Die Bayern verschlafen die Partie bis auf eine kurze Phase nach dem glücklichen 1:2-Anschlusstreffer. Mailand ist klar überlegen, deckt die Schwächen der Abwehr gnadenlos auf und kann sich sogar einen verschossenen Elfmeter leisten. Gegen den AC Mailand ist die Bilanz des FC Bayern in der Champions League verheerend: Von sechs Spielen gewann Mailand vier, zwei endeten Unentschieden.

In der Liga dominiert der FC Bayern 2005/2006 das Geschehen, holt unter Felix Magath zum zweiten Mal in Folge das Double. International jedoch kann man nicht mithalten mit den besten Teams, immer scheidet die Mannschaft im Achtel- oder Viertelfinale aus.

Fußball - Zenit St. Petersburg - FC Bayern München 4:0

Quelle: dpa

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1. Mai 2008, Uefa-Cup-Halbfinale: Zenit Sankt Petersburg - FC Bayern München 4:0 (Torschützen: Pogrebnyak (2), Zyryanov, Fayzulin)

Es ist die letzte Saison von Ottmar Hitzfeld und Oliver Kahn. Die Abschiedstour geht allerdings nicht durch die Champions League, sondern durch den unbeliebten Uefa-Cup - von Franz Beckenbauer auch "Verlierer-Pokal" getauft. Wie Verlierer präsentiert sich der FC Bayern im Halbfinale gegen Zenit Sankt Petersburg. Schon in der Runde zuvor gegen Getafe war die Mannschaft erst durch ein Luca-Toni-Tor in der letzten Minute der Verlängerung weitergekommen. Gegen Petersburg lässt die Defensive Kahn bei dessen letzten Europapokalspiel völlig im Stich.

Der Blamage zum Trotz holt der FC Bayern noch die Meisterschaft - mit dem damaligen Rekord von nur 21 Gegentoren - und den DFB-Pokal (gegen Dortmund).

FC Barcelona v Bayern Munich - UEFA Champions League

Quelle: Bongarts/Getty Images

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8. April 2009, Champions-League-Viertelfinale: FC Barcelona - FC Bayern München 4:0 (Torschützen: Messi (2), Eto'o, Henry)

Die Saison 2008/2009 steht ganz im Zeichen des neuen Trainers: Jürgen Klinsmann. Der FC Bayern ist seine erste Station als Coach eines Vereins, mit einigen Veränderungen (Buddha-Statuen an den Trainingsplätzen, Umbau des Geländes) sorgt er für viel Gesprächsstoff. Sportlich läut es dagegen nicht rund, ein klares, spielerisches Konzept fehlt.

Höhepunkt in negativer Hinsicht ist der April 2009. Zunächst setzt es in der Liga eine bittere 1:5-Klatsche beim späteren Meister Wolfsburg, dann demütigt der FC Barcelona mit seinem Tiki-Taka und Trainer Pep Guardiola die Bayern in der Champions League mit 4:0 im Hinspiel. Und hätten die Spanier nach 45 Minuten das Spielen nicht eingestellt, wäre es wohl zweistellig geworden. Kurz danach ist das Abenteuer Klinsmann beendet, Jupp Heynckes übernimmt.

FC Bayern Muenchen v Real Madrid - UEFA Champions League Semi Final

Quelle: Bongarts/Getty Images

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29.April 2014, Champions-League-Halbfinale: FC Bayern München - Real Madrid 0:4 (Torschützen: Ramos (2), Ronaldo (2))

Gegen Madrid setzt es bekanntlich eine 0:4-Heimniederlage - die höchste in der Geschichte des Vereins. Neben all den Rekorden, die Pep Guardiola in dieser Saison mit seiner Mannschaft aufgestellt hat, hätte er auf diesen Eintrag in die Geschichtsbücher wohl verzichten können.

Die Hoffnung der Fans ist schon nach 20 Minuten und dem zweiten Tor durch Ramos so gut wie verschwunden. Sowohl im Hinspiel als auch im Rückspiel werden die Bayern nie wirklich gefährlich, können kaum Chancen gegen die gut gestaffelte Madrider Elf erspielen. Mit einem verwandelten Freistoß - unter der Mauer durch - macht Cristian Ronaldo die Demütigung in den Schlussminuten perfekt.

Dennoch ist es eine erfolgreiche Spielzeit für den Noch-Titelverteidiger der Champions League. Die Bayern werden so früh wie noch nie Meister, stellen Rekord um Rekord auf und haben noch die Chance, am 17.Mai im Pokalfinale gegen Dortmund das Double zu holen.

© SZ.de/dpa/sid/dimo/ska
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