Hockey:Zum Greifen nah

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Hockey: Wichtiges Tor: Philin Bolle traf beim 1:1 gegen Hamburg für den Münchner SC. Durch Remis und Sieg am Wochenende sind die MSC-Frauen auf einem guten Weg, den Abstieg zu vermeiden.

Wichtiges Tor: Philin Bolle traf beim 1:1 gegen Hamburg für den Münchner SC. Durch Remis und Sieg am Wochenende sind die MSC-Frauen auf einem guten Weg, den Abstieg zu vermeiden.

(Foto: Oliver Zimmermann/foto2press/Imago)

Die MSC-Frauen sind auf dem besten Weg, sich für die Playoffs um die deutsche Meisterschaft zu qualifizieren, die Männer haben in Liga zwei schon fünf Punkte Vorsprung.

Von Katrin Freiburghaus

Endgültig geschafft war am Sonntagnachmittag zwar noch nichts, die Hockey-Spielerinnen des Münchner Sportclubs verschmolzen nach ihrem 2:1 (1:0)-Erfolg in der ersten Bundesliga gegen Uhlenhorst Mülheim dennoch zu einer Jubeltraube. Das Team von Jan Henseler hatte zum Rückrundenauftakt vor einer Woche bereits drei Pflichtpunkte gegen den Tabellenletzten Lichterfelde geholt, am Samstag war nun zunächst ein weiterer gegen den UHC Hamburg (1:1) hinzugekommen, ehe der MSC am Sonntag auch das direkte Duell mit Mülheim um den letzten Playoff-Platz der Staffel A für sich entschied.

Eine Partie steht in der im Conference-System ausgetragenen Rückrunde für beide noch aus, die MSC-Frauen liegen als Vierter drei Punkte und drei Tore vor Mülheim. Der Fünfte und Sechste der beiden Sechserstaffeln müssen jeweils in die Playdowns. "Wir haben einen großartigen Fight geliefert, und der Punkt gegen Hamburg ist Gold wert", sagte Henseler, "jetzt ist die Ausgangssituation schon wirklich sehr gut." Noch einmal deutlich besser wurde auch die Ausgangssituation der MSC-Männer, die in der zweiten Liga zum Auftakt der Rückrunde in Frankenthal eine souveräne Leistung ablieferten (3:0).

Dadurch wuchs der Vorsprung des Zweitliga-Ersten in der Süd-Staffel auf fünf Punkte an. "Es war ein Auftakt nach Maß", sagte Trainer Patrick Fritsche, "die Jungs haben bei zehn Grad und Regen eine Mentalitätsleistung abgeliefert, die mir sehr imponiert. Ich guck momentan gern auf die Tabelle." Voreilige Gratulationen der Gegner lehnte er hingegen dankend ab: "Wir schauen von Spiel zu Spiel, denn die Ausgangslage ist ideal, aber es gibt auch keinen Windschatten, in dem wir uns ausruhen könnten. Wir arbeiten jetzt seit fünf Jahren jeden Tag für diesen Aufstieg - dieses Jahr muss das endlich klappen."

Der MSC schafft es, seinen Standortnachteil gegenüber Hamburg und dem Westen auszugleichen

Dass sich die vor einigen Jahren angeschobene intensivere Investition in die individuelle Entwicklung der Spielerinnen und Spieler auszahlt, zeigt aktuell nicht nur der Aufwärtstrend in der Bundesliga. Im vergangenen Jahr feierten beide MSC-Teams jeweils drei Europameister respektive Europameisterinnen in der deutschen U19, im Herbst kamen bei den Männern drei Silbermedaillen bei der U21-WM hinzu, bei den Frauen in diesem Frühling drei weitere sowie Debüts im A-Kader. Dafür, dass der MSC trotz seines Standortnachteils in einer mit Hamburg und dem Westen verglichen strukturschwachen Hockeyregion aktuell so viele Mitglieder in den Nachwuchskadern des Deutschen Hockey-Bundes stellt wie lange nicht, gebe es mehrere Gründe, sagte Fritsche.

Dass er und Henseler jeweils Trainer der U16-Nationalteams sind, sei kein Nachteil, "weil man am Pulsschlag des internationalen Hockeys ist und weiß, was gefragt ist". Entscheidender seien aber zwei andere Faktoren. "Wer einmal im System ist, kommt immer wieder auf den Zettel", sagte Fritsche, "es ist als Klub also unsere Aufgabe, so viele Spieler wie möglich so früh wie möglich ins System zu bekommen." Zusätzlich müsse der MSC "eine Bühne anbieten, auf der sie dann nicht nur mitlaufen, sondern Verantwortung übernehmen können". Daran dürfte es in den kommenden Wochen nicht mangeln.

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