Hockey:Wieder im Doppelpack

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Erleichterung in den Playdowns: Münchens Hockeyfrauen bleiben nach den Siegen gegen Mülheim Erstligist. (Foto: Marcel Rotzoll/frontalvision.com/Imago)

Die Hockey-Männer des Münchner Sportclubs stehen vorzeitig als Aufsteiger fest, die Frauen bleiben erstklassig. Weil sie eher vergeblich auf externe Verstärkung hoffen, wollen sie "zusammen alt werden".

Von Katrin Freiburghaus

Jemandem dazu zu gratulieren, dass es ihm "noch nicht wieder so richtig gut geht", ist meist keine besonders feine Geste. Im Fall von Jakob Cyrus ging sie Anfang der Woche jedoch in Ordnung, denn der Trainer der Hockey-Frauen vom Münchner Sportclub umriss mit dem Verweis auf sein Befinden lediglich, wie ausgiebig die Feierlichkeiten im Klubhaus am Sonntag ausgefallen waren. Anlass dafür hatte es gleich doppelt gegeben: Sein Team hatte die Play-down-Serie gegen Mülheim in zwei Partien (jeweils 2:0) für sich entschieden und damit den Verbleib in der ersten Liga gesichert. Zudem stehen die Zweitliga-Männer des Klubs nach zwei Heim-Erfolgen gegen Berlin (4:2) und Lichterfelde (3:0) am Wochenende vorzeitig als Erster der Süd-Staffel fest und schafften somit den direkten Wiederaufstieg.

Abgesehen von der Freude über die erste Liga im Doppelpack gingen die Emotionen aber ein wenig auseinander. Während bei den Männern Euphorie herrschte, überwog bei den Frauen die Erleichterung darüber, ein finales Play-in-Spiel vermieden und die Saison so zu einem versöhnlichen Ende gebracht zu haben. "Man kann mit dem Ergebnis gut leben, unser Anspruch war aber trotzdem ein anderer", sagte Coach Cyrus, "natürlich sind wir enttäuscht, dass wir nicht darum gespielt haben, ins Final-Four um den Titel einzuziehen." Das junge Team sei mit dem Druck gegen die im Abstiegskampf erprobten Gegnerinnen gut umgegangen. Auf Sicht hofft Cyrus indes, "dass wir mal nicht darüber sprechen müssen, dass wir ein junges Team im Aufbau sind, sondern irgendwann die Erfahrung haben, um die Früchte unserer Arbeit zu ernten". Um oben anzugreifen, brauche es "mal eine Truppe, die drei oder vier Jahre zusammen bleibt und reift".

Das Rezept: Zusammenhalt schaffen durch gemeinsame Erinnerungen

Das Problem ist beim MSC nicht neu: Der einzige bayerische Erstligist im Frauen- und Männerbereich kämpft in der Liga mit dem starken Gefälle von Nordwest nach Süd und seinen daraus resultierenden geringen Aussichten auf externe Verstärkung. Männer-Trainer Patrick Fritsche sagt deshalb: "Wir werden es eher nicht schaffen, erfahrene Spieler zu holen, also müssen wir zusammen alt werden. Das kriegen wir nur hin, wenn wir Erlebnisse schaffen." Dazu zählt er ausdrücklich nicht nur die beiden Aufstiege am Sonntag und vor zwei Jahren. Auch der sportlich mindestens unglückliche Abstieg dazwischen und ein am grünen Tisch verpasster Aufstieg vor drei Jahren seien "genau die Geschichten, an die wir uns in 20 Jahren gemeinsam erinnern". Das Ziel sei folglich, "in die erste Liga zu gehen, um dort zu bleiben". Auch wenn das Wohl und Wehe des Klubs nicht davon abhänge.

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