Hockey:Keine Zeit

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Hockey: "Gewisse Stabilität": Die Reaktivierung von Nikolai Duda und zweier Kollegen brachte dem MSC den erhofften Effekt.

"Gewisse Stabilität": Die Reaktivierung von Nikolai Duda und zweier Kollegen brachte dem MSC den erhofften Effekt.

(Foto: Zink/imago)

Die Hockey-Männer des Münchner Sportclubs kämpfen gegen den Abstieg - und gegen den Kalender. Alleine dem Nürnberger HTC fehlen noch drei Spiele.

Von Katrin Freiburghaus

Wenn im Sport von Abstiegskampf die Rede ist, denkt man trotz aller gebotenen Fairness an einen gesunden Abstand zwischen den Konkurrenten um den Klassenverbleib. In der ersten Hallenhockey-Bundesliga der Männer ist genau das in der Süd-Staffel jedoch aktuell nicht möglich, denn die drei Letztplatzierten, von denen am Saisonende einer in die zweite Bundesliga absteigt, müssen sich in den kommenden Wochen gemeinsam auf einen Modus einigen, in dem sie einen sportlichen Absteiger ermitteln.

Schuld ist daran wenig überraschend das Corona-Virus, das am vergangenen Wochenende erneut Spielabsagen verursachte, diesmal beim Vorletzten, dem Nürnberger HTC. Nach vier positiven Fällen innerhalb des Teams hatten die Franken einen Antrag auf Spielverlegung gestellt, dem die Liga zustimmte. Während die Staffeln Nord und West ihre Hauptrunde planmäßig beendet haben und in der Staffel Ost lediglich ein Nachholspiel terminiert werden muss, fehlen im Süden noch vier Partien. "Die Frage, wie wir diese Spiele unter vernünftigen Wettbewerbsbedingungen unterkriegen, macht mir Bauchschmerzen", sagte Patrick Fritsche.

Der Trainer des Münchner Sportclubs verbindet mit Saisonwertungen am grünen Tisch denkbar schlechte Erinnerungen: Im vergangenen Frühjahr war sein Team als aussichtsreicher Tabellenzweiter der zweiten Feld-Liga nicht aufgestiegen, nachdem die Aufstiegsrunde pandemiebedingt abgebrochen worden war. In der Halle ist sein junges Team erstklassig - allerdings aktuell mit einem Punkt Letzter und damit akut abstiegsgefährdet. Aus sportlicher Sicht ist Fritsche dennoch optimistisch. "Wir haben mit den Spielen gegen Frankenthal und in Nürnberg alles selbst in der Hand", sagte er.

Die jungen MSC-Spieler hatten zu Saisonbeginn "einfach einen zu großen Rucksack dabei", meint Fritsche

Die beiden denkbar knappen Niederlagen gegen die Top-Teams aus Mannheim am vergangenen Wochenende brachten in der Tabelle zwar keine Entspannung, wohl aber die Erkenntnis, dass die Reaktivierung von Moritz Rünzi, Nikolai Duda und Torhüter Felix Reuss den erhofften Effekt hatte. Es sei "eine gewisse Stabilität" ins Spiel zurückgekehrt, die dem MSC bisher gefehlt hatte. Auch beim 4:5 gegen den TSV Mannheim und 6:8 gegen den Mannheimer HC schaffte es die Mannschaft nicht, ihr zwischenzeitlich gutes spielerisches Niveau konstant durchzuhalten. Man habe allerdings gesehen, "dass sich die jungen Spieler wieder mehr aufs Hockeyspielen konzentrieren konnten", wie Fritsche befand, "die hatten zu Saisonbeginn einfach einen zu großen Rucksack dabei".

Auch der 41-jährige Routinier Duda urteilte, "dass das spielerisch schon ganz in Ordnung" war. Das Problem sei wie in den vergangenen Jahren, "dass wir nach vorne nicht gefährlich genug sind". Am Sonntag hatte das zur Folge, dass sich der MSC nach einer 3:2-Führung von drei schnellen Gegentoren zum Ende des dritten Viertels zwar nicht entmutigen ließ, aber langsamer erholte, als der Gegner nachlegte. "Es ist eines unserer Themen, dass die Spiele in knappen Momenten noch nicht auf unsere Seite kippen", räumte Fritsche ein. Die beiden Viertelfinalisten der Staffel sind aktuell aber auch nicht der Maßstab. "Wir müssen von den letzten Spielen mindestens zwei gewinnen, um drin zu bleiben", hatte Duda vor dem Wochenende vorgerechnet. Somit stehen dem MSC nun zwei klassische Endspiele gegen den Drittletzten Frankenthal und in Nürnberg bevor, für die sich Fritsche vor allem wünscht, "dass wir sie nicht unter der Woche austragen müssen".

Ob sich dieser Wunsch erfüllt, ist fraglich. Anders als Frankenthal und München, die zwei Spiele nachholen müssen, fehlen dem NHTC sogar drei - eines davon gegen den TSV Mannheim, der am 22. Januar ein Viertelfinale bestreiten muss. Das Zeitfenster ist also denkbar klein, weshalb Nürnbergs Kapitän und Abteilungsleiter Frederic Wolff damit rechnet, dass nicht alle Partien an den Wochenenden neu angesetzt werden können. Die beiden bayerischen Klubs befinden sich dazu im engen Austausch. Für gesunden Abstand im Abstiegskampf bleibt keine Zeit.

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