HockeyHockey-Herren mit Golden Goal zu Bronze

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Sie wollten endlich ihre olympische Medaille: Im kleinen Finale um den dritten Rang haben sich die deutschen Hockey-Herren gegen starke Spanier in der Verlängerung ihren Traum erfüllt.

Einen Tag nach dem goldenen Coup der deutschen Hockey-Damen haben die Herren den bronzenen Trostpreis gewonnen und damit die Olympischen Spiele in Athen einigermaßen versöhnlich beendet. Der Welt- und Europameister setzte sich durch ein Golden Goal von Rekord-Nationalspieler Björn Michel in seinem 334. und letzten Länderspiel in der Verlängerung mit 4:3 (3:3, 1:1) n.V. gegen Spanien durch und löste damit den vorher geleisteten Bronzeschwur ein.

Glücksgefühle und Enttäuschung gleich nebeneinander - die deutschen Spieler freuen sich über ihren Medaillencoup, während die Spanier mit leeren Händen den Platz verlassen.
Glücksgefühle und Enttäuschung gleich nebeneinander - die deutschen Spieler freuen sich über ihren Medaillencoup, während die Spanier mit leeren Händen den Platz verlassen. (Foto: Foto: dpa)

Sascha Reinelt (22.), Eike Duckwitz (45.) und Björn Emmerling (49.) hatten in der regulären Spielzeit die Tore für die Auswahl des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) erzielt, die damit zum dritten Mal nach 1928 und 1956 den dritten Platz bei einem olympischen Turnier belegte. Die Spanier scheiterten dagegen bei dem Versuch, sich für die Niederlage im EM-Finale 2003 zu revanchieren.

Große Moral

Die deutsche Mannschaft bewies noch einmal große Moral und ließ sich auch von zwei äußerst umstrittenen Siebenmetern für Spanien nicht aus dem Konzept bringen, die Santi Freixa (30.) und Eduardo Tubau (38.) nutzten. Auch den erneuten Rückstand durch Tubaus zweiten Treffer (47.) steckte die Mannschaft von Bundestrainer Bernhard Peters weg. Im anschließenden Finale standen sich die Niederlande und Australien gegenüber.

Die Partie war das letzte Spiel einer Erfolgsgeneration im deutschen Hockey, für die es bei Olympischen Spielen nie zum ganz großen Erfolg gereicht hat. Weltmeister 2002, Europameister 1999 und 2003 ist das Team geworden, aus dem nun zahlreiche Leistungsträger wie Kapitän Florian Kunz, Björn Michel, Clemens Arnold, Christoph Eimer und Christoph Bechmann ihre internationale Karriere beenden werden.

Nach dem Halbfinal-Aus am Mittwoch gegen die Niederlande hatten die deutschen Spieler versucht, sich für das Verlierer-Finale noch einmal zu motivieren. "Wir müssen begreifen, dass auch Bronze ein erstrebenswertes Ziel ist", sagte der Stuttgarter Sascha Reinelt. Dennoch war beiden Teams in der Anfangsphase der Frust anzumerken. Die Partie hielt zunächst keinem Vergleich mit dem temporeichen 1:1 aus der Vorrunde stand.

Vorarbeit durch Reinelt

Es dauerte bis zur 20. Minute, ehe Christopher Zeller die erste Chance für Deutschland hatte, aber an Torwart Bernadino Herrera scheiterte. Im Gegenzug traf Albert Sala aus spitzem Winkel das leere deutsche Tor nicht. Reinelt war es, der in der 22. Minute mit seinem Führungstor den Bann brach. Er wurde mit einem langen Pass halblinks angespielt und ließ Herrera mit einer Körpertäuschung aussteigen. Seinen Schuss konnte Verteidiger Rodrigo Garza, behindert von Björn Michel, nicht mehr vor der Torlinie stoppen.

Zehn Minuten später kamen die Südeuropäer bereits zum Ausgleich. Bei einem Zweikampf im deutschen Schusskreis wollte der dänische Schiedsrichter Hendrik Ehlers ein Foul von Christoph Eimer an Santiago Freixa gesehen haben, die heftigen deutschen Proteste ließen ihn unbeeindruckt. Freixa selbst verwandelte den Siebenmeter.

Kurz nach Wiederbeginn parierte Torwart Clemens Arnold einen Schuss von Tubau reaktionsschnell, der Spanier stürzte anschließend über den deutschen Keeper und behinderte ihn dabei. Dennoch gab es auch diesmal Siebenmeter für die Iberer. Anschließend überschlugen sich die Ereignisse mit drei Toren in vier Minuten zum 3:3, mehr Treffer fielen in der regulären Spielzeit nicht.

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