Süddeutsche Zeitung

Hockey-WM:Deutschland scheitert im Shootout an England

Die deutschen Hockey-Männer verlieren im Penalty-Schießen und verpassen bei der Heim-WM überraschend das Finale, weil ihnen in der Offensive nichts gelingt.

Der Traum vom nächsten großen Titel ist geplatzt. Deutschlands Hockeymänner haben sieben Monate nach dem Weltmeistertitel bei der Heim-EM in Mönchengladbach überraschend das Endspiel verpasst. In einem zähen Halbfinale verlor das Team von Bundestrainer Andre Henning nach torloser regulärer Spielzeit mit 4:5 im Sieben-Meter-Schießen gegen England und sorgte für Ernüchterung im gut gefüllten Hockeypark. Kapitän Mats Grambusch scheiterte mit seinem entscheidenden Versuch am englischen Ersatzkeeper James Mazarelo, nachdem die Briten alle ihre Versuche spektakulär verwandelt hatten.

England trifft im Finale am Sonntag (15 Uhr) nun auf den Titelverteidiger aus den Niederlanden, Deutschland verpasste durch die Niederlage auch die direkte Qualifikation für Olympia 2023 und kämpft gegen Olympiasieger Belgien um Bronze (12.30 Uhr).

Die Briten beschränken sich vor allem auf die Verteidigung

Vor spektakulärer Flutlichtkulisse fand die deutsche Mannschaft ordentlich in die Partie. Nach knapp acht Minuten traf Justus Weigand zum ersten Mal ins Tor - seinem Treffer aber wurde zum Ärger der fast 10.000 Zuschauer nach Videobeweis korrekterweise die Anerkennung verweigert. Unbeirrt kontrollierte der Weltmeister, bei dem WM-Held Jean-Paul Danneberg erneut zwischen den Pfosten stand, auch im Anschluss das Geschehen auf dem blauen Kunstrasen - ohne dabei jedoch allzu viel Torgefahr auszustrahlen.

Der Weltranglistenfünfte aus England, der anfangs seinerseits wenig zur Attraktivität der Partie beizutragen wusste, tauchte nach rund 18 Minuten erstmals gefährlich im deutschen Schusskreis auf, Danneberg aber parierte den Abschluss von Zachary Wallace stark. Anschließend beschränkten sich die Briten wieder auf das Verteidigen. Weil auch dem DHB-Team gegen die giftige englische Manndeckung ein wenig die Kreativität fehlte und Strafeckenspezialist Gonzalo Peillat gleich mehrfach scheiterte, ging es nach 30 eher unspektakulären Minuten torlos in die Pause.

Auch zu Beginn der zweiten Hälfte blieb es das von Coach Henning im Vorfeld erwartete Geduldsspiel. Trotz der lautstarken Unterstützung von den Rängen kam das deutsche Team auch im dritten Viertel nicht zu klaren Abschlusschancen. Anders die Engländer, für die Sam Ward plötzlich den Führungstreffer auf dem Schläger hatte. Peillat rettete bei der größten Chance des Spiels in Unterzahl und höchster Not auf der Linie. Zwei Minuten vor Schluss drängte Deutschland in Überzahl auf den Siegtreffer, Weigand und Hannes Müller scheiterten bei ihrer Doppelchance aber am starken englischen Keeper Oliver Payne, der sein Team in den Shootout rettete.

Bestens informiert mit SZ Plus – 4 Wochen kostenlos zur Probe lesen. Jetzt bestellen unter: www.sz.de/szplus-testen

URL:
www.sz.de/1.6163624
Copyright:
Süddeutsche Zeitung Digitale Medien GmbH / Süddeutsche Zeitung GmbH
Quelle:
SZ/sid/ebc
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über Süddeutsche Zeitung Content. Bitte senden Sie Ihre Nutzungsanfrage an syndication@sueddeutsche.de.