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Hertha-Sieg gegen Union:Piatek durchbricht den Leerlauf

Hertha BSC - 1. FC Union Berlin

Herthas Krzysztof Piatek (2.vl) erzielt das Tor zum 2:1.

(Foto: Odd Andersen/dpa)

Herthas polnischer Stürmer führt seinen Klub zum 3:1-Sieg gegen den Stadtrivalen Union - die Gäste schaden sich selbst und Max Kruse verletzt sich.

Von Javier Cáceres, Berlin

Hertha BSC wartet immer noch auf einen neuen Trikotsponsor. Und so lange das so ist, übereignet der Klub aus dem Berliner Westen die freie Fläche auf der Brust des Jerseys sozialen Anliegen. Es wurde Werbung für den Kampf von Blutkrebspatienten gemacht, für die Berücksichtigung der Corona-Regeln - und am Freitag, beim Derby gegen den Köpenicker Nachbarn 1. FC Union, für ein Fan-Projekt namens "Hertha-Kneipe", zur Unterstützung der Gaststätten mit Hertha-Bezug.

Seit März geht ihnen sehr viel Umsatz verloren; am Freitag wäre er mutmaßlich hoch gewesen, zur Feier des ersten Heimsiegs der Saison. Denn Hertha gewann das fußballerisch karge Derby nach einem 0:1-Rückstand mit 3:1.

Wenn man der Partie etwas abgewinnen wollte, dann ihren umkämpften Charakter. Und das ist ein Fachbereich, in dem sich Union wohl fühlt. Auf beiden Seiten wurde gepresst, was das Zeug hielt, ohne dass es zu Behelligungen des Tormanns des jeweiligen Gegners kam. Bis Union nach 20 Minuten erstmals aufs Tor schoss - und durch Taiwo Awoniyi in Führung ging.

Nach einem Ballgewinn in der eigenen Hälfte wanderte der Ball über zehn Stationen (und trotz diverser Flipper-Szenen) zu dem Nigerianer, der von Marcus Ingvartsen fein im Strafraum bedient wurde. Awoniyi traf den Ball gar nicht richtig, doch dieser schwankte ins Hertha-Tor.

Nur vier Minuten später mussten die Unioner einen Rückschlag hinnehmen. Mittelfeldspieler Robert Andrich drückte Lucas Tousart die Stollen aufs Ohr, und sah dafür eine berechtigte Rote Karte. Die Unterzahl gab Union die Lizenz, sich nahezu ausschließlich auf die Defensive zu konzentrieren. Und dabei zuzusehen, wie den Herthanern nichts einfiel.

Ein Kopfball von Dodi Lukébakio nach Cunha-Ecke, das war's schon an Gefahr (40.). Sogar Teammanager Arne Friedrich monierte in der Halbzeit beim Sender DAZN den Mangel an Kreativität seiner Hertha: "So verteidigen die (Unioner) das entspannt bis morgen früh. Es muss etwas passieren."

Hertha Trainer Bruno Labbadia brachte die Stürmer Javairo Dilrosun und Krzysztof Piatek für Darida und Tousart. Ehe sich abzeichnen konnte, ob die Wechsel fruchteten, schoss Mateus Cunha aus 20 Metern aufs Tor, Rechtsverteidiger Pekarik bedankte sich. Die Abwehr von Union-Torwart Andreas Luthe war so etwas wie eine Lokalrunde, und Pekarik griff zu - 1:1 (51.).

Dann verfiel die Partie in Leerlauf, bis eine schlechte Hereingabe von Dilrosun bei Piatek und dessen abgefälschter Schuss im Tor Unions zum 2:1 im Tor landete (74.). Drei Minuten später traf "Joker" Piatek erneut. Der polnische Mittelstürmer, der so viele Probleme hat, sich durchzusetzen, machte mit einem Schuss aus 14 Metern den Derby-Sieg perfekt. Das bittere Ende für Union: Max Kruse verletzte sich in der Nachspielzeit. Die Diagnose stand aus.

© SZ/bek
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