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Bundesliga:Herthas großer Schritt Richtung Rettung

FC Schalke 04 v Hertha BSC - Bundesliga

Jubel nach dem 2:1 Jessic Ngankam und seine Mitspieler von Hertha BSC.

(Foto: Pool/Getty Images)

Dank des Tores von Jessic Ngankam gewinnt Berlin das Nachholspiel auf Schalke und verschafft sich vor dem Abstiegs-Duell in Köln eine gute Ausgangsposition. Doch zwei Spieler handeln sich Sperren für das wichtige Spiel ein.

Wie ein Sieger sah Pal Dardai in den Sekunden nach dem Schlusspfiff nicht aus. Mit grimmiger Miene lief der Trainer von Hertha BSC zu Schiedsrichter Markus Schmidt, holte sich nach gestenreicher Diskussion die Gelbe Karte ab. Der Ungar war wütend über die sechsminütige Nachspielzeit, in der seine Berliner bei Absteiger Schalke 04 fast noch den Sieg und damit Big Points für den Klassenerhalt verspielt hätten.

Am Ende stand im "Bonusspiel" ein umkämpftes 2:1 (1:1) - die Rettung kann schon am Samstag gegen den 1. FC Köln perfekt gemacht werden. "Als wir in Quarantäne mussten, haben viele gesagt: Hertha ist abgestiegen. Der Fußballgott hat das zurückgegeben. Wir sind glücklich und stolz, aber es ist noch nicht zu Ende", sagte Dardai, dessen Mannschaft gewaltiges Glück hatte, als Schalke in der dritten Minute der Nachspielzeit durch Shkodran Mustafi und Benito Raman binnen Sekunden zweimal am Pfosten scheiterte.

"Es ist symptomatisch für die ganze Saison, dass der Ball nicht über die Linie geht und die Mannschaft sich nicht wenigstens mit einem Punkt belohnt", haderte S04-Trainer Dimitrios Grammozis nach der siebten Niederlage im neunten Spiel unter seiner Leitung bei Sky: "Wären wir Achter oder Neunter, geht der Ball vom Innenpfosten rein und nicht raus. Das ist brutal."

Für Berlin dagegen ist die Lage rosig. Dedryck Boyata (19.) glich die frühe Schalker Führung durch Amine Harit (6.) aus, der eingewechselte Jessic Ngankam (73.) bescherte der Hertha den zweiten Sieg im vierten Spiel nach der zweiwöchigen Corona-Quarantäne. Drei Punkte beträgt der Vorsprung auf den Relegationsplatz vor den letzten zwei Partien, fünf sind es auf den 17. aus Köln. In der 88. Minute allerdings flog bei den Berlinern Dodi Lukebakio mit Gelb-Rot vom Platz - der Offensivspieler fehlt damit gegen die Geißböcke.

Das Duell mit den seit drei Wochen als Absteiger feststehenden Königsblauen, die wegen drei Coronafällen mit dem letzten Aufgebot spielten, hatte Dardai als "Bonus" bezeichnet. Den "Joker", wie vom Coach gefordert, zog sein Team aber erst in der Schlussphase. Gleich sieben Spieler fehlten dem Tabellenletzten nach dem Corona-Ausbruch - neben den drei positiv getesteten Profis auch vier Kontaktpersonen, die im Quarantänehotel in Isolation gehen mussten.

Grammozis baute damit den Schalker Bundesliga-Rekord aus und bot mit Blendi Idrizi aus der Regionalliga-Mannschaft den 40. Spieler der Saison auf. Dardai hatte nach dem 0:0 gegen Arminia Bielefeld wieder die Rotation angeworfen. Nur Torhüter Alexander Schwolow, Mittelfeldspieler Lucas Tousart und Stürmer Krzysztof Piatek blieben in der Startelf, verletzt nicht dabei waren unter anderem die beiden besten Torschützen Jhon Cordoba und Matheus Cunha.

Eine sehenswerte Einzelaktion brachte Schalke in Führung: Harit nahm vor dem Strafraum einen Pass von Sead Kolasinac auf, drang in den 16er ein und ließ Schwolow mit einem Schuss ins lange Eck keine Chance. Den Ausgleich bekam Hertha auf dem Silbertablett serviert: Nach einem Freistoß von Marvin Plattenhardt köpfte Boyata völlig frei ein. Es war das 30. Schalker Gegentor nach einer Standardsituation. Das Geschenk baute die Hertha wieder auf.

Die Berliner übernahmen mehr und mehr die Spielkontrolle, doch außer einem harmlosen Distanzschuss von Nemanja Radonjic (35.) sprang lange nichts heraus. Kurz vor der Pause schoss zweimal Javairo Dilrosun aus aussichtsreicher Position drüber (44./45.+1). Nach dem Seitenwechsel scheiterte Piatek mit einem Kopfball an Schalke-Keeper Ralf Fährmann (55.) und musste danach verletzt vom Feld. Wenig später hatten die Gäste Glück, dass Klaas-Jan Huntelaar nur das Außennetz traf (58.).

© SZ/sid/schm/bek
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