Berliner Lizenz nach dem Abstieg:Dreiste Drohung der Hertha

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Berliner Lizenz nach dem Abstieg: Pal Dardai kam erst kürzlich wieder ins Amt als Hertha-Cheftrainer - jetzt muss er den Abstieg moderieren.

Pal Dardai kam erst kürzlich wieder ins Amt als Hertha-Cheftrainer - jetzt muss er den Abstieg moderieren.

(Foto: Annegret Hilse/dpa)

Der selbsternannte "Sanierungsfall" Hertha BSC übt moralischen Druck auf die Zeichner einer Anleihe aus. Dabei stellt sich immer ernsthafter die Frage, ob überhaupt noch genug Substanz da ist, die saniert werden kann.

Kommentar von Uwe Ritzer

In dem Plan steckt eine unterschwellige, aber unmissverständliche Drohung: Die für November 2023 garantierte Rückzahlung einer 40-Millionen-Euro-Anleihe um zwei Jahre zu verschieben, sei "der wichtigste noch ausstehende Baustein für Hertha, um die DFL-Lizenz zu erhalten", begründet der Berliner Bundesliga-Absteiger sein Vorhaben. Zugespitzt lässt sich dieser Satz so verstehen: Wenn ihr Anleihezeichner mit der von uns geplanten Verschiebung nicht einverstanden seid und euer Geld tatsächlich pünktlich und wie von uns garantiert zurückverlangt, dann seid ihr schuld, wenn die Deutsche Fußball-Liga (DFL) uns am Ende die Lizenz entzieht. Mit der Konsequenz, dass der Hauptstadtklub in der kommenden Saison nicht in der zweiten Bundesliga spielen dürfte, sondern ins Amateurlager durchgereicht würde. Der stolzen Hertha droht die popelige Regionalliga. Wie lang und mühsam der Weg von dort zurück ist, darüber können sich die Hauptstädter beim Dauer-Drittligisten 1860 München informieren.

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