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Hertha BSC:Die richtige DNA

Fussball Herren Regionalliga Nordost Saison 2018 2019 33 Spieltag Hertha BSC II 1 FC Lok L; Ante Covic

Die Beförderung steht an:Trainer Ante Covic (an der Seitenlinie bei der zweiten Mannschaft) wird auf Pal Dardai folgen.

(Foto: Matthias Koch/imago)

Berlin entscheidet sich für die naheliegende, traditionelle Lösung: Ante Covic wird Nachfolger des scheidenden Trainers Pal Dardai. Als Assistent wird Mirko Dickhaut hinzukommen.

Für Ante Covic muss es wie eine Warnung geklungen haben, was Pal Dardai am Samstag erzählte. "Seit fünf Jahren muss ich arbeiten, arbeiten, leisten, leisten, leisten, Analyse, Verantwortung, das, das, das ...", führte der Trainer von Hertha BSC trotz des 4:3 beim FC Augsburg aus. Wenige Stunden später verkündeten die Berliner, wer Dardai von der Last befreit und sein Nachfolger werden wird. Es ist erneut einer aus dem eigenen Lager, einer, der die Vergangenheit im Hertha-Trikot geprägt hat: Covic, wie Dardai 43 Jahre alt, spielte einst diverse Spielzeiten für die Berliner und betreut seit fünfeinhalb Jahren dort die zweite Mannschaft.

Mit dem neuen Job gehe für ihn als gebürtigem Berliner "ein Kindheitstraum in Erfüllung", sagte Covic, der Klub sei seine "große Leidenschaft". Er beschreitet einen sehr ähnlichen Weg wie Dardai, der im Februar 2015 von der U15-Jugend aufgestiegen war. Für Manager Michael Preetz ist die Beförderung des "nächsten echten Herthaners" auch deshalb sinnvoll, weil dieser die Berliner "DNA mehr versteht als jeder andere Kandidat". Konkurrenten gab es durchaus, konkret wurde es aber nicht. Nun entschied sich Hertha für die naheliegende, traditionelle Lösung. Als Assistent wird Mirko Dickhaut, 48, hinzukommen.

In Augsburg war es zuvor noch um die nähere Zukunft gegangen, um den gelungenen Ausstand für Dardai. Bisher unterstützt seine Mannschaft dieses Ansinnen. Nachdem Dardais Abschied Mitte April nach gut vier Amtsjahren verkündet worden war, folgte auf zwei Remis und einen Sieg der erste Auswärtserfolg seit drei Monaten. Und jetzt: André Hahn (10.) und Michael Gregoritsch (50./Elfmeter und 70.) erzielten drei FCA-Führungen. Marvin Plattenhardt (47.), Marko Grujic (66.) und Salomon Kalou (75.) glichen aus, ehe Letzterer per Elfmeter für Berlins verdienten Sieg sorgte (90.+3). Weil die Berliner dabei von Augsburgs schlampiger Defensive profitierten, prophezeite FCA-Trainer Martin Schmidt, 52, dass sich seine Spieler bei der Videoanalyse "die Haare raufen werden und sagen: Um Himmel Herr Gotts Willen."

Wegen der wiederkehrenden Defizite beschäftigen sie sich auch in Augsburg schon länger mit der Zukunft. Begonnen hat diese bereits am 10. April, als der Schweizer Schmidt Manuel Baum ablöste und den Ligaverbleib sicherte. In der kommenden Saison soll es nicht erst so brenzlig werden, weshalb Schmidt nach dem missglückten Heimausstand und der Verabschiedung der bisher feststehenden Weggänge Dong-Won Ji (Mainz), Jan-Ingwer Callsen-Bracker und Christoph Janker ein komplettes Maßnahmenpaket ankündigte.

Unter anderem mit neuen, schnellen Flügelkräften soll der Kader verjüngt und der vom Liga-Konkurrenten Hoffenheim geliehene Schweizer Torwart Gregor Kobel gehalten werden. Zudem will Schmidt neben "Ballbesitz" und einem "kultivierten Spiel" in der Defensive "saubere Abläufe" etablieren, nach in dieser Saison bereits 17 Niederlagen und 63 Gegentoren (jeweils FCA-Negativrekord). Schmidt sprach von "viel Arbeit" und einem "langen und intensiven Sommer".