Hertha BSC:"Es gibt keinen Riss, es gab keinen Riss"

Hertha BSC: CEO Carsten Schmidt

Zieht sich zurück: Carsten Schmidt hört als CEO bei Hertha BSC auf.

(Foto: David Inderlied/dpa)

CEO Carsten Schmidt verlässt Hertha BSC nach kurzer Zeit aus persönlichen Gründen. Spekulationen, wonach er sich nicht unterstützt fühlte, widerspricht er energisch. Der Klub muss sich trotzdem neu ausrichten.

Von Javier Cáceres

Am Tag nach der Verkündung des überraschenden Abschieds von CEO Carsten Schmidt hat Hertha BSC offen gelassen, ob die im Dezember 2020 geschaffene Stelle wiederbesetzt wird. Präsident Werner Gegenbauer kündigte am Mittwoch an, dass darüber erst in den Vereinsgremien beraten werden soll. Hertha BSC hatte am Dienstag erklärt, dass die bisherigen Aufgaben Schmidts von den zuständigen Geschäftsführern für Sport (Fredi Bobic) und Finanzen (Ingo Schiller) übernommen werden. Schmidt war als Vorsitzender der Geschäftsführung vor allem für Themen wie Marketing, Vertrieb, Strategie, Unternehmenskommunikation und Internationalisierung zuständig. "Es gibt klare Vorstellungen, was uns fehlen wird, und was wir zu füllen haben", betonte Gegenbauer. Aber: "Wir brauchen keine Schnellschüsse."

Schmidts Abschied erfolgte aus persönlichen Gründen. Ein Krankheitsfall in der Familie erfordere seine volle Aufmerksamkeit, das sei mit einem Vollzeitjob wie dem Vorsitz der Geschäftsführung bei Hertha nicht zu vereinbaren. Den Spekulationen, wonach er sich bei Hertha nicht ausreichend unterstützt gesehen habe, trat er mit einem nachgerade brüskierten Unterton entgegen. "Es gibt keinen Riss, es gab keinen Riss, es wird keinen Riss zwischen den Beteiligten geben", sagte Schmidt. Er habe "zu keinem Zeitpunkt irgendwelche Widerstände gegen Initiativen gespürt, die ich angestoßen habe. Nullkommanull. Ich fühlte mich immer von allen Seiten unterstützt." Er mache sich auch "keine Sorgen", dass seine Vertragsauflösung "in einem Vakuum mündet, in dem Hertha BSC nur ansatzweise handlungsunfähig ist." Dass die seit geraumer Zeit dauerkriselnde Hertha in der jüngeren Vergangenheit als "Chaos-Klub" bezeichnet worden sei, habe ihn geärgert, erklärte Schmidt. "Da kann ich mich auch nur totlachen", sagte der Ende 2020 mit nur 54 Prozent der Stimmen wiedergewählte Gegenbauer.

Die nun notwendige Neuausrichtung des Klubs führt mindestens vorerst und vielleicht auch auf Dauer in Strukturen zurück, die als überwunden galten. Es wird auf ein Geschäftsführungsmodell hinauslaufen, wie man es bis Januar 2021 kannte, als der seit 2001 amtierende Schiller sich die Geschäftsführung mit Michael Preetz aufteilte. Das dürfte die Position des seit 2008 amtierenden Gegenbauer nicht schwächen. Auf die Frage des Fachmagazins Kicker, ob eine Neuausrichtung des Klubs mit Gegenbauer und dem seit 2001 amtierenden Schiller "überhaupt möglich" sei, antwortete Bobic Ende September: "Werner Gegenbauer ist einer der Gründe, warum ich hier bin. Damit ist die Frage beantwortet."

© SZ/schm
Zur SZ-Startseite
02.10.2021, xfrx, Fussball 1.Bundesliga, Hertha BSC Berlin - SC Freiburg emspor, v.l. Suat Serdar (Hertha BSC) (DFL/DFB

Hertha BSC
:Der Trainer schläft gut

Trotz des schlechtesten Saisonstarts seit der Abstiegssaison 2009/2010 genießt Pal Dardai bei Hertha BSC noch "volle Rückendeckung". Der Coach hadert mit dem Verletzungspech und dem "Fußballschicksal" - und ruft ein Minimalziel aus: 20 Punkte bis zum Ende der Hinrunde.

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB