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Krise bei Hertha BSC:Gesten der Resignation und Verzweiflung

FC Augsburg v Hertha BSC - Bundesliga

Rune Jarstein, kurz nachdem er Sergio Cordova gefoult hatte

(Foto: Bongarts/Getty Images)
  • Nach einer roten Karte für Torhüter Rune Jarstein verliert Hertha BSC chancenlos 0:4 beim FC Augsburg.
  • Während der FCA sich vorerst befreit, spielt Berlin nun erst mal gegen den Abstieg.

Es dauerte nur ein paar Augenblicke, da war ein eher gewöhnliches Fußballspiel zu einem der sehr unangenehmen in der Karriere von Rune Jarstein geworden. Der Torhüter von Hertha BSC, 35 Jahre alt, in den vergangenen Jahren einer der zuverlässigen Keeper der Bundesliga und 2018 Norwegens Fußballer des Jahres, bekam in Augsburg den Ball von Nationalspieler Niklas Stark zurückgepasst. Es war kein dankbarer Rückpass, Jarstein hätte den Ball wahrscheinlich wegschlagen sollen. Er entschied sich für die anspruchsvolle Lösung, ihn anzunehmen.

Ein paar Sekunden später - es lief die 26. Minute - hatte er das Tor zum 0:2 kassiert und im Strafraum gefoult, wofür er Rot sah. Spätestens da war klar, dass der Nachmittag in Augsburg zu einem sehr ungemütlichen für Hertha BSC werden würde. Er endete mit einem 0:4 (0:2) - und der Erkenntnis, dass der Klub aus der Hauptstadt vorerst gegen den Abstieg spielt.

Vor dem Spiel hat Hertha-Manager Preetz den Trainer Covic noch verteidigt

So weit, vom Abstiegskampf zu sprechen, wollte Verteidiger Stark zwar nicht gehen, aber er sagte doch recht deutlich: "Das war ein Schlag in die Fresse."

Es war ein Spiel, in dem es für beide Mannschaften um die Möglichkeit ging, den Anschluss ans Tabellenmittelfeld herzustellen. Der FC Augsburg war schwach in die Saison gestartet, hatte sich zuletzt aber mit fünf Punkten in vier Spielen stabilisiert. Vor allem bei der Hertha hatten sie sich die Zukunft im Sommer eigentlich anders vorgestellt, mit dem Einstieg des Investors Lars Windhorst sind die Ansprüche gestiegen, weshalb Kritik schon vor der Länderspielpause laut geworden war. Dreimal in Serie hatte Hertha verloren.

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Noch am Donnerstag hatte Manager Michael Preetz den im Sommer beförderten Trainer Ante Covic verteidigt. Der Klub habe sich zwar gewünscht, sagte Preetz, dass einiges schneller gehe. "Aber wir sehen jeden Tag, wie gut und intensiv gearbeitet wird. Es ist logischerweise auch unsere Verantwortung, diese Arbeit zu unterstützen." Nach dem Spiel am Sonntag wollte Preetz zunächst nichts sagen. "Wir ha'm die Schnauze voll", sangen die Berliner Fans schon lange vor dem Schlusspfiff. Und Covic sagte über die nächsten Tage: "Ruhiger wird's nicht, berechtigterweise." Er hatte erstmals seit September wieder Stürmer Davie Selke von Beginn an gebracht und nach dem jüngsten 2:4 in Leipzig wieder von Fünfer- auf Viererkette in der Abwehr umgestellt, es sollte also etwas gehen in der Offensive. Aber es waren eher die Umstellungen von Augsburgs Trainer Martin Schmidt, die etwas bewirkten: Der lange verletzte Abwehrchef Jeffrey Gouweleeuw kehrte in die Startelf zurück, im Angriff begann Sergio Cordova anstelle des verletzten Alfred Finnbogason.