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Transfermarkt:Bereit für die Königlichen

Eden Hazard

Offenbar auf dem Weg in die spanische Hauptstadt: Eden Hazard.

(Foto: dpa)
  • Der Belgier Eden Hazard steht offenbar kurz vor einem Wechsel zu Real Madrid. Er soll dort den abgewanderten Cristiano Ronaldo zumindest teilweise ersetzen.
  • Den FC Chelsea würde der Abgang hart treffen - der Klub ist aktuell von der Fifa mit einem Transfer-Bann belegt.
  • Die Londoner könnten es sich dann kaum noch erlauben, Callum Hudson-Odoi zum FC Bayern ziehen zu lassen.

Von Johannes Kirchmeier

Kurz vor dem WM-Finale 2018 eröffnete Cristiano Ronaldo die Transfer-Saga, die nun nach einem Jahr zu ihrem Ende kommen könnte. Ronaldo wechselte damals für mehr als 100 Millionen Euro von Real Madrid nach Italien zu Juventus Turin. Die Kaderstelle als Lichtgestalt im sogenannten "weißen Ballett" von Real war plötzlich frei - und der erste Nachfolgekandidat dafür, so raunte man in ganz Europa, war Eden Hazard vom FC Chelsea. Ein Belgier, der die schärfsten Dribblings des Weltfußballs beherrscht - und passenderweise dazu bei der WM noch mehr und noch effektiver dribbelte als der notorisch mit dem Ball am Fuß verwachsene Brasilianer Neymar. Hazard konnte sich damals nicht äußern. Er spielte anders als der längst gescheiterte Ronaldo am Tag des Großtransfers im WM-Halbfinale, in dem er mit Belgien Frankreich unterlag. Nach dem dritten Platz bei der WM blieb er jedoch über den Sommer hinaus bei seinem Londoner Klub.

Am Samstag nun vermeldete die Real-nahe spanische Sporttageszeitung Marca auf ihrer Titelseite: "A punto" - bereit. Daneben ballte ein ikonografischer Hazard die Faust - allerdings noch im Trikot des FC Chelsea. Hinter Hazard jedoch prangte ein kleines, ein unscheinbares und erst auf den zweiten Blick erkennbares Wappen: das von Real Madrid. Die Botschaft war klar, die Transfersaga könnte nach einem Jahr also so langsam zu ihrem Ende kommen, der Wunschnachfolger für den großen Ronaldo ist bereit, beide Vereine und der Spieler sind sich nach Angaben der Zeitung einig. So könnten der Fußballer mit dem paradiesischen Vornamen und der dem eigenen Selbstverständnis nach königlichste aller königlichen Fußballvereine dieser Welt doch zur Einheit werden.

Bereit, das heißt natürlich überhaupt nicht Vollzug, überhaupt gar nichts heißt das, um genau zu sein. Doch die Anzeichen, dass schon etwas Wahres an diesem Artikel dran sein könnte, verdichten sich. Denn Hazard selbst spricht seit geraumer Zeit sehr offen über den "besten Klub der Welt" in Madrid, der seit dem Ronaldo-Weggang an eben diesem Anspruch jedoch scheitert. Zudem erleichtert ihm der Real-Torwart das Einleben in Spanien. Bereits im März sagte Thibaut Courtois, der Hazard aus London und von der Nationalmannschaft kennt: "Es ist seine Entscheidung, was er anstellen will. Als Freund und ehemaliger Teamkollege hätte ich ihn natürlich gerne hier. Und er würde auch gerne kommen."

Zudem hat Real mittlerweile auch wieder einen Trainer, der in seiner Eigenschaft als Franzose in etwa so gut Französisch wie der Belgier Hazard spricht und über den Hazard vor Jahren sagte: "Unter ihm zu spielen, wäre ein Traum." Und dieser Trainer Zinédine Zidane hatte den 28-Jährigen dann am Freitag auch zurückgelobt: "Ich habe ihn oft spielen sehen und kenne ihn auch persönlich. Er ist ein fantastischer Spieler." Am Ende der Saison oder am Anfang der nächsten wolle er weiter über ihn reden, sagte Zidane noch. Am Samstag besiegte sein Team dann SD Eibar 2:1 (0:1). Hazard soll derweil laut Marca bereits nach einem Haus in Spaniens Hauptstadt suchen.

Sein Abgang würde Chelsea doppelt hart treffen: Zum einen würden sie ihren besten Spieler verlieren - zum anderen dürften sie Stand jetzt keinen Ersatz verpflichten. Die Fifa hat den Klub wegen des Kaufs minderjähriger Spieler mit einer Transfer-Sperre ab Sommer belegt. Ein möglicher Protest steht noch aus, aber aktuell ist im Sommer das Fenster zu. Der 18-jährige Callum Hudson-Odoi, den der FC Bayern gerne verpflichten würde, wird in einer solchen Konstellation natürlich noch wichtiger für den Londoner Klub.

Für Hazard erscheint der Wechsel allerdings ein Jahr vor seinem Vertragsende aus sportlichen Gründen durchaus logisch: Er spielt gerade seine beste Saison, seit er 2012 aus Lille zum FC Chelsea wechselte. 14 Tore und zwölf Vorlagen weist er bereits sechs Spieltage vor dem Ende auf - so viele wie noch nie in einer gesamten Saison. Am Montag im Derby gegen West Ham United könnte er seinen Klub wieder auf einen Champions-League-Rang schießen. Recht viel Erfolg hatte er mit Chelsea in der englischen Meisterschaft zuletzt jedoch nicht, nach dem Titel 2017 verabschiedete sich der Londoner Verein jeweils früh aus dem Meisterschaftsrennen. Real blickt übrigens auf eine ähnliche Bilanz zurück, die Sehnsucht nach einem Ausnahmekönner ist groß in Madrid.

© SZ vom 07.04.2019/schm
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