Harte Sanktion Basketball-Weltverband schließt Japan aus

Japanische Teams werden von internationalen Wettbewerben ausgeschlossen. Lukas Podolski tritt Gerüchten entgegen, er wolle aus der Nationalmannschaft zurücktreten. Der Ex-Schalker Jermaine Jones greift Sportvorstand Horst Held an.

Basketball, Japan: Der Basketball-Weltverband FIBA hat den japanischen Verband JBA mit sofortiger Wirkung ausgeschlossen. Das gab das Exekutivkomitee der FIBA am Mittwoch nach einer zweitägigen Sitzung bekannt. Damit dürfen bis auf Weiteres keine japanischen Teams an FIBA-Wettbewerben teilnehmen. Die nächste WM wird erst 2019 ausgetragen. In seiner Mitteilung warf der Weltverband den Japanern nach Ablauf einer Frist Ende Oktober erneut mangelnden Reformwillen hinsichtlich der allgemeinen Verbandsstruktur sowie des Spielbetriebes vor. Außerdem fehle ein konkreter Plan für die sportliche Entwicklung nach den Olympischen Spielen 2020 in Tokio. Einer der Hauptgründe für die Sanktion ist die Tatsache, dass in Japan derzeit zwei konkurrierende Profiligen existieren: die National Basketball League (NBL) und die bj-league. Dadurch sind unter anderem die Zuschauerzahlen und das Spielniveau zurückgegangen. FIBA-Generalsekretär Patrick Baumann bedauerte die Entscheidung, machte aber klar: "Nach all den Jahren voller Warnungen und Mühen ist es zum Wohle des Basketballs in Japan notwendig, wichtige Veränderungen in den JBA-Strukturen und der nationalen Wettbewerbe zu erreichen, damit sie den Statuten der FIBA entsprechen, und so die Gelegenheit, die Olympia 2020 für den japanischen Basketball bietet, zu ergreifen." Es sei das Ziel, dass bei dem Heimspiel in Tokio Japan mit einem Männer- und einem Frauen-Team vertreten sei. Daher werde die FIBA auch eine Task Force nach Japan schicken, um die Reformprozesse zu beschleunigen.

Deutsche Nationalmannschaft: Für Fußball-Weltmeister Lukas Podolski kommt trotz seiner Rolle als Ergänzungsspieler beim englischen Traditionsklub FC Arsenal ein Abschied aus der deutschen Nationalmannschaft derzeit nicht infrage. "Ein Rücktritt war für mich nie ein Thema", sagte der Offensivspieler der Sport Bild. Der Ex-Kölner und -Münchner bereut auch nicht, nach der WM in Brasilien weitergemacht zu haben. Podolski: "Die Frage kommt nun immer wieder, und ich muss sagen: Sie nervt. Ich bin 29 Jahre alt und habe noch sehr viel Spaß daran, für Deutschland zu spielen. Ich habe mich entschieden weiterzuspielen und das noch keinen Moment bereut." Podolski will bei den Gunners das Gespräch mit Teammanager Arsène Wenger suchen. Er brauche Spielpraxis, möglicherweise verlässt er in der Wintertransferzeit die Londoner. Zuletzt waren einige Vereine, darunter Galatasaray Istanbul und Italiens Rekordchampion Juventus Turin, mit dem 121-maligen deutschen Nationalspieler in Verbindung gebracht worden. Eine Rückkehr in die Bundesliga erscheint hingegen zurzeit eher unwahrscheinlich. Als mögliche Interessenten waren Schalke 04 und der VfL Wolfsburg genannt worden. Podolski bestreitet jedoch, dass es von diesen Klubs Anfragen gegeben habe.

Fußball, Schalke 04: Horst Heldt von Fußball-Bundesligist Schalke 04 hat gelassen auf eine scharfe Attacke des Ex-Schalkers Jermaine Jones reagiert. "Ich habe das mitbekommen. Aber das ist nicht mein Niveau", sagte der Sportvorstand der Königsblauen bei Sky. Jones hatte Heldt während der Schalker Champions-Spiel-Pleite gegen den FC Chelsea (0:5) via Twitter angegriffen. "Ich sage nur: Horst Heldt, wen machst du jetzt verantwortlich? Es ist schlimm, dass jemand einen Klub so ruinieren kann", twitterte Jones, der im Januar 2014 nach sieben Jahren auf Schalke zu Besiktas Istanbul gewechselt war. Wenig später löschte Jones seinen Eintrag.

NBA: Der deutsche Basketball-Nationalspieler Dennis Schröder hat mit den Atlanta Hawks das Spitzenspiel im Osten der nordamerikanischen Profiliga NBA gewonnen. Der Braunschweiger setzte sich mit seinem Team bei den Washington Wizards mit 106:102 durch und feierte damit den sechsten Erfolg aus den vergangenen acht Spielen. Mit einer Bilanz von 7:5 Siegen belegt Atlanta in der Eastern Conference Platz vier, Washington (9:4) ist Zweiter. Schröder kam in über 16 Minuten Spielzeit auf vier Punkte, einen Rebound und zwei Assists. Erfolgsgaranten für die Hawks waren Jeff Teague mit 28 Punkten sowie Paul Millsap mit 17 Zählern und 11 Rebounds. "Wir haben diesen beiden vertraut. Sie glauben auch an sich selbst. Sie können jederzeit ein Spiel entscheiden", sagte Atlantas Coach Mike Budenholzer. Einen schweren Abend hatten die Miami Heat. Der Titelverteidiger musste sich in eigener Halle den Golden State Warriors mit 97:114 geschlagen geben und rangiert im Osten mit 8:7 Siegen nur auf dem sechsten Platz. Matchwinner bei den zum sechsten Mal in Folge siegreichen Gästen war Stephen Curry mit 40 Punkten. Bei Miami war Chris Bosh mit 26 Zählern bester Schütze. Die Warriors sind mit 11:2 Siegen die Nummer zwei im Westen hinter den Memphis Grizzlies (12:2).

NHL: Das deutsche Eishockey-Toptalent Leon Draisaitl hat mit den Edmonton Oilers die siebte Niederlage in Serie in der nordamerikanischen Profiliga NHL kassiert. Der 19-Jährige unterlag mit dem fünfmaligen Stanley-Cup-Sieger bei den Dallas Stars mit 2:3 und ziert mit nur 14 Punkten aus 22 Spielen weiter das Tabellenende in der Western Conference. Draisaitl stand insgesamt 11:05 Minuten auf dem Eis, kam aber zu keinem Scorerpunkt. Nachdem Boyd Gordon im ersten Drittel die Führung der Gastgeber ausgeglichen hatte, legte Tyler Seguin mit seinem beiden Treffern zum 3:1-Zwischenstand den Grundstein zum Erfolg der Stars. Für Seguin waren es bereits die Saisontreffer Nummer 16 und 17, damit führt er auch die Torschützenliste der NHL an. Für die Oilers reichte es nur noch zum Anschluss durch Taylor Hall in der 46. Minute.

Fußball, Fifa: Generalsekretär Jérôme Valcke sieht das Image des Fußball-Weltverbandes Fifa durch den WM-Skandal auf lange Zeit beschädigt. Es werde "Jahre dauern, um den Ruf wieder herzustellen", sagte der Franzose nach der Sitzung des Regelgremiums IFAB am Dienstag in Belfast. Das Ansehen der Fifa habe "ein Level erreicht, das definitiv ein Level ist, das wir nicht mehr unterschreiten werden", sagte Valcke. Einen Zusammenhang zwischen den Ermittlungen zum Korruptionsverdacht gegen die WM-Gastgeber Russland und Katar und dem erwarteten Ausstieg der Fifa-Sponsoren Emirates und Sony zum Jahresende wies Valcke zurück.