Zweite Bundesliga:Rostock steigt ab - begleitet von Ausschreitungen

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Hansa-Fans zündeten Böller und schossen Pyrotechnik Richtung Spielfeld, der Schiedsrichter schickte die Mannschaften daraufhin in die Kabine. (Foto: Gregor Fischer/dpa)

Hansa Rostock verliert 1:2 gegen den SC Paderborn und verpasst den Relegationsplatz. Das Spiel steht wenige Minuten vor Schluss wegen Fankrawallen kurz vor dem Abbruch. St. Pauli beendet die Saison als Zweitliga-Meister.

Nach einem unwürdigen Saisonfinale mit Fankrawallen muss Hansa Rostock den bitteren Gang in die dritte Fußballliga antreten. Am abschließenden Zweitligaspieltag verlor das Team von Trainer Mersad Selimbegovic gegen den SC Paderborn mit 1:2 (0:0) und verpasste so den erhofften Sprung auf Relegationsrang 16.

Kurz vor Schluss zündeten Hansa-Fans Böller und schossen Pyrotechnik Richtung Spielfeld, Schiedsrichter Harm Osmers schickte die Mannschaften in die Kabine und unterbrach die Partie. Nach knapp 30 Minuten kehrten die Teams auf den Rasen zurück und brachten das Spiel vor halbleeren Rängen zu Ende.

"Im Grunde genommen ist es ein schlechtes Zeugnis für uns, für den Verein", sagte Interimsvorstand Jürgen Wehlend am Sonntag zu den Bildern kurz vor dem Spielende. "Es gibt nichts zu entschuldigen. Man kann es nur erklären." Es sei ein Abbild der Saison gewesen. "Die Leute waren unglaublich frustriert, haben sich in der letzten Woche noch einmal aufgerafft, haben unglaubliche Emotionen gezeigt", sagte Wehlend. Die Emotionen seien noch einmal hochgefahren. "Und dann entlädt sich etwas im Stadion." Damit meine er nicht "die Böller, Raketen und den ganzen Scheiß, der geflogen ist". Das habe er auch schon bei anderen "Do-or-die"-Spielen erlebt. "Das ist aber nicht zu entschuldigen. Null Toleranz."

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Bei Auseinandersetzungen zwischen einigen Rostocker Anhängern und der Polizei nach dem Spiel sind sechs Beamte und ein Klub-Mitarbeiter verletzt worden. Fußball-Fans bewarfen nach Angaben der Polizei am Sonntag Sicherheitskräfte mit Knallkörpern. Die Verletzten hätten Knalltraumata erlitten. Ein Ermittlungsverfahren unter anderem wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung sei aufgenommen worden.

Der FC St. Pauli hat seine furiose Saison derweil als Zweitliga-Meister beendet. Die Hamburger gewannen am Sonntag ihr letztes Saisonspiel bei Wiesbaden mit 2:1 (0:1) und verteidigten mit 69 Punkten die Spitzenposition vor Mit-Aufsteiger Holstein Kiel. Das erste Bundesligateam aus Schleswig-Holstein setzte sich bei Hannover 96 ebenfalls mit 2:1 (2:0) durch und sammelte 68 Zähler. Kiel und St. Pauli standen bereits vor dem Spieltag als Aufsteiger fest, auch Fortuna Düsseldorf war nicht mehr vom Relegationsplatz zu verdrängen. Die Rheinländer gewannen am Sonntag gegen den 1. FC Magdeburg mit 3:2 (2:1) - und spielen in der Aufstiegsrelegation am kommenden Donnerstag (20.30 Uhr) zunächst auswärts beim VfL Bochum. Das entscheidende Rückspiel wird am darauf folgenden Montag (20.30 Uhr) in Düsseldorf angepfiffen.

Der Hamburger SV schloss die wieder einmal enttäuschende Spielzeit mit einem 4:1 (3:1) gegen den 1. FC Nürnberg ab und blieb Vierter. Der VfL Osnabrück war als feststehender Absteiger chancenlos in den letzten Spieltag gegangen und verabschiedete sich mit einem 2:1-Sieg gegen Hertha BSC.

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