Hannover 96 Opposition gescheitert

Der Weg für die Mehrheitsübernahme durch Präsident Martin Kind ist frei. Um ihn zu stoppen, wäre eine Zweidrittelmehrheit nötig gewesen.

Die interne Opposition beim Zweitligisten Hannover 96 ist mit ihrem Versuch gescheitert, die Umsetzung der 50+1-Regelung innerhalb des Klubs aufrechtzuerhalten. Ein entsprechender Antrag auf Satzungsänderung wurde bei der Mitgliederversammlung abgelehnt. Die Befürworter der Regelung sind gegen die geplante Übernahme der Anteilsmehrheit durch den Klubchef Martin Kind. Zur Annahme des Antrages wäre eine Zweidrittel-Mehrheit nötig gewesen, die nach einer insgesamt hitzigen Versammlung aber verpasst wurde. 263 Stimmberechtigte votierten für den Antrag, 171 dagegen.

Kind will die komplette Mehrheit an der wichtigsten GmbH des Fußball-Zweitligisten Hannover übernehmen. Der Präsident des Stammvereins hat dazu einen entsprechenden Antrag bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) gestellt, die 96-Satzung lässt dies zu. Der 73-jährige Unternehmer kämpft seit Jahren gegen die 50+1-Regelung und hatte beim DFL-Vorstand im vergangenen Januar offiziell einen für Hannover gültigen Übernahmeantrag gestellt.

Die 50+1-Sperrklausel besagt eigentlich, dass ein Stammverein die Mehrheit an einem Bundesligisten behalten muss. Eine Ausnahme gibt es nur, wenn ein Investor den Verein mehr als 20 Jahre ununterbrochen und erheblich gefördert hat. Genau dies tut Kind bei Hannover. Er hatte das Präsidentenamt im September 1997 beim damaligen Drittligisten übernommen und sich seither auch mit Privatvermögen beteiligt. Im Heimspiel am Sonntag gegen Fortuna Düsseldorf will der Klub nun einen weiteren Schritt auf dem Weg zurück in die erste Bundesliga machen.