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Hannover 96:Mit Stallgeruch

Hannover 96 Vorstellung Slomka und Schlaudraff

Zurück in Hannover: Mirko Slomka.

(Foto: Peter Steffen/dpa)

Mirko Slomka hat einst mit Hannover die Liga überrascht. Jetzt soll er 96 zurück ins Oberhaus führen.

Bei jedem Trainerwechsel, den Hannover 96 in den vergangenen Jahren durchgemacht hat, ist irgendwann der Name Mirko Slomka gefallen - ehe dann doch ein anderer Coach verpflichtet wurde. Slomka stand für die erfolgreichste Zeit des Vereins in der jüngeren Vergangenheit: Unter dem Trainer erreichte 96 zwischen 2010 und 2013 zweimal die Europa League, verblüffte die Gegner mit brachialem Umschaltfußball (Stichwort "Zehn-Sekunden-Regel"), den zu jener Zeit nur Hannover so zu zelebrieren vermochte. Slomka stand aber auch für den Bruch mit Manager Jörg Schmadtke, der entnervt den Verein verließ, bevor auch Slomka seine Sachen packte.

Der Abstieg in die zweite Liga hat bei Hannover einiges aufgerüttelt, und so ist Profi-Geschäftsführer Martin Kind nun doch wieder bei Slomka gelandet. Der längere Zeit vereinslose Übungsleiter soll 96 in dieser stark besetzten zweiten Liga zum Wiederaufstieg führen; übrigens an der Seite von Jan Schlaudraff, der schon unter Slomka in Hannover spielte und nun vom Assistenten direkt zum Sportdirektor durchbefördert wurde. Beiden obliegt die Aufgabe, einen neuen Kader für die Zweitligaspielzeit zusammenzustellen. "Jan und ich haben einen gewissen Stallgeruch", sagte Slomka. Das neue 96 soll endlich wieder attraktiv Fußball spielen: "Wir brauchen Schnelligkeit, wollen unsere Fans begeistern." Slomka, der aus der Region stammt, weiß, dass ihm der Ruf von damals erhalten geblieben ist.

Schon am Ende der kommenden Spielzeit soll die Rückkehr in die erste Bundesliga stehen, dieses Ziel hat Martin Kind klar formuliert. Slomka und Schlaudraff hätten "keine lange Zeitachse", um den Wiederaufstieg zu schaffen, baute Kind gleich den nötigen Druck auf. Man wolle schließlich keiner dieser Klubs werden, "die in der zweiten Liga festsitzen".

Diesen Druck verspürt auch Kind selbst. Das Vertrauen in die Arbeit des Geschäftsführers ist nach vielen Trainer- und Manager-Entlassungen (zuletzt Thomas Doll und Horst Heldt) doch ziemlich geschwunden. Kind täte gut daran, wenn er mit Slomka und Schlaudraff diesmal richtiger läge.