Am Tag vor dem Finale hatte Viola Leuchter, Deutschlands wurfgewaltigste Rückraumspielerin, für die Kamerateams auf einem Klavier in der Lobby des Mannschaftshotels sehr einfühlsam die Mondscheinsonate von Beethoven gespielt. Das ist ein besonders melancholisches Stück. Es war Musik, die zum Triumphmarsch der deutschen Handballerinnen bis ins Endspiel der Weltmeisterschaft zu diesem Zeitpunkt eigentlich gar nicht gepasst hatte. Auf ihrem Weg ins Finale hatten die deutschen Spielerinnen schließlich besonders gern Party- und Ballermann-Hits skandiert und dies auf Handyvideos im Internet auch stets mitreißend dokumentiert. Immerhin spielten sie ja zweieinhalb Wochen lang Weltklasse-Handball in hochfrequenziellem Rhythmus.
Deutsche Handball-FrauenEine WM-Silbermedaille mit goldenem Schimmer
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Für die ganz große Sensation reicht es am Ende nur fast: Die deutschen Handballerinnen unterliegen den übermächtigen Norwegerinnen im WM-Endspiel knapp mit 20:23. Doch Platz zwei ist der größte Erfolg seit 1993. Und das Team hat noch viel vor.
Von Ulrich Hartmann, Rotterdam

Handball-Bundestrainer Gaugisch:„Frauensport läuft immer noch unter dem Radar“
Am Mittwoch beginnt die Handball-WM in Deutschland. Bundestrainer Markus Gaugisch spricht über den Stellenwert des Frauenhandballs, Probleme auf dem Fernsehmarkt und den Plan, bei der WM endlich eine Topnation zu besiegen.
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