Handball-WM Plötzlich weint der Torwart

Ausrasten ist das Eine. Was sich bei der EM 2006 abspielte, noch etwas ganz Anderes: Damals war Arpad Sterbik, gerade zum Welthandballer gekürt, plötzlich in Tränen aufgelöst. Als Torwart der Mannschaft aus Serbien und Montenegro berichtete er, wie sein Trainer Vujovic die Spieler dazu aufgefordert habe, das Gruppenspiel gegen Kroatien absichtlich zu verlieren. Serbien war bereits ausgeschieden, für Kroatien ging es um den sicheren Einzug ins Halbfinale und einen Gefallen gut zu haben beim Nachbarn, ist ja manchmal nicht schlecht. Der Europäische Handballverband nahm Ermittlungen auf, kam aber nicht zu dem Ergebnis, dass die Partie manipuliert worden war. Vujovic erklärte: Er wollte seine Spieler mit der Aufforderung nur motivieren.

Trotz allem ist er nie von der Bildfläche verschwunden, sein Handball-Fachverstand wird hoch geschätzt, in Skopke singen die Fans ihm heute noch minutenlange Ständchen. Seit Mai 2015 trainiert er Sloweniens Nationalmannschaft, bisherige Bilanz: Platz 14 bei der EM im vergangenen Jahr, Rang acht bei Olympia in Rio. Das Halbfinale nun ist die Belohnung für eine konsequente Wurfausbeute: Im Viertelfinale trafen die Slowenen auf Katar, das Deutschland aus dem Turnier geworfen hatte. Die katarischen Torwarte hielten in der ersten Hälfte keinen einzigen Ball.

Diesen Donnerstagabend trifft Vujovics Team auf Gastgeber Frankreich, der seinen Weg bis ins Finale unerschütterlich weitergehen will, um sich den Traum vom Titel im eigenen Land zu erfüllen. Bisher ist Vujovic bei diesem Turnier ruhig geblieben, nur eine gelbe Karte musste er sich wegen Meckerns abholen. Seine heißblütigen Zeiten sind hoffentlich endgültig vorbei.

Handball-WM Ein WM-Aus, so schmerzhaft wie wertvoll

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Ein WM-Aus, so schmerzhaft wie wertvoll

Das verlorene Achtelfinale der deutschen Handballer gegen Katar ist der größtmögliche Schock. Doch der Zeitpunkt ist für dieses junge Team gar nicht so schlecht.   Kommentar von Saskia Aleythe