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Handball:Ungeplante Pause

Der Bayerische Handball-Verband setzt den Spielbetrieb drei Wochen lang aus. Der Zeitpunkt ist zumindest aus Sicht des Jugendhandballs gerade günstig.

Von Ralf Tögel

Es gehe in erster Linie darum, Dampf aus der Debatte zu nehmen, erklärt Georg Clarke. Der Präsident des Bayerischen Handball-Verbands (BHV) meint damit den Entschluss, aufgrund des stark wachsenden Corona-Infektionsgeschehens den Spielbetrieb in Bayern für die kommenden drei Spieltage komplett auszusetzen, was für den Erwachsenen- wie den Jugendbereich gilt. Der Druck der Vereine wegen der Umsetzung der Hygienerichtlinien und das Unbehagen der Öffentlichkeit, bei stark steigenden Inzidenzzahlen Kontaktsport zu betreiben, habe das Präsidium in Absprache mit allen beteiligten Bezirken einstimmig zu dem Schritt bewogen, sagt Clarke.

Zudem sei der Zeitpunkt wenigstens aus Sicht des Jugendhandballs günstig, weil an den Wochenenden vor und nach den Herbstferien (in den meisten Ligen auch noch ein Wochenende danach) ohnehin keine Spiele angesetzt sind. Am vergangenen, dem dritten Spielwochenende im Freistaat also, seien bei vollem Programm 1200 Partien angesetzt gewesen, "von denen sind 580 ausgefallen", sagt Clarke. Aus unterschiedlichen Gründen, entweder habe es Coronaverdachtsfälle gegeben, infizierte Sportler oder aber Vereine sahen sich nicht in der Lage, die Hygienevorgaben des BHV in der Kürze der Zeit umzusetzen. Wie beispielsweise der TSV Roßtal, der zu Saisonbeginn alle Teams vom Spielbetrieb abgemeldet hat, obwohl die Männermannschaft in die Bayernliga aufgestiegen war. In besagter Bayernliga konnten nur die Hälfte aller Spiele ausgetragen werden. Bei einem größeren Teilnehmerfeld und daher auch engen Spielplan - wegen der abgebrochenen Corona-Spielzeit gab es zwar Aufsteiger aber keine Absteiger - dürften Spielverlegungen kaum zu realisieren sein. Der BHV will trotz allem die Saison zu Ende spielen, sagt Clarke: "wir haben die Möglichkeit, die Saison bis zum 30. Juni zu verlängern". Außerdem werde geprüft, ob die Spielordnung angepasst werden kann, um bis Ende Juli zu spielen.

Am 4. November werde der BHV die Klubs "über mögliche Szenarien informieren, ob und wenn ja wie die Spielzeit fortgeführt werden kann".

© SZ vom 22.10.2020

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