Handball:Populär, aber nicht mehr gewünscht

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Handball: Das mit 16:24 verlorene Spiel in Leipzig war Ende Dezember das letzte für Michael Haaß als Erlangens Trainer.

Das mit 16:24 verlorene Spiel in Leipzig war Ende Dezember das letzte für Michael Haaß als Erlangens Trainer.

(Foto: Ballasch /Fotostand/Imago)

Erlangens Handballer trennen sich von ihrem Trainer Michael Haaß, dessen Vertrag sie erst im Sommer vorzeitig verlängert hatten. Der Erstligist spielte unter seinem durchaus populären Coach zuletzt zu unkonstant. HC-Sportdirektor Raul Alonso übernimmt das Amt interimsweise.

Von Sebastian Winter

Es war eine Mitteilung mit überraschend explosivem Inhalt, die der Handball-Erstligist HC Erlangen am Freitagnachmittag um 15.27 Uhr versandte. Der Klub "wird mit einem neuen Trainer in die Rückrunde der laufenden Saison 2021/22 gehen", so lautete der erste Satz, er wies gleich in die Zukunft, die Vergangenheit kam erst später zur Sprache: "Der Sportdirektor Raul Alonso wird zusätzlich zur sportlichen Leitung ab sofort interimistisch das Traineramt von Michael Haaß übernehmen." Die Tage von Erlangens Coach Haaß sind also gezählt, kurz nach Neujahr und gleich zu Beginn der mehrwöchigen Bundesliga-Pause wegen der EM hat der Klub die Reißleine gezogen. Und das, nachdem Erlangen den Vertrag mit Haaß, der seit Februar 2020 Trainer beim HC war, erst im vergangenen August vorzeitig um drei Jahre bis 2024 verlängert hat.

Der 38-Jährige, der 2007 mit der DHB-Auswahl Weltmeister wurde, galt als populär, er war, wie es heißt, nah dran an den Spielern - manchen im Klub war diese Nähe allerdings dem Vernehmen nach zu groß. Dazu gesellte sich in sportlicher Hinsicht eine ziemliche Berg- und Talfahrt in der Hinrunde. Die Mittelfranken, die sich vor dem Saisonstart mit auch international erfahrenen Spielern verstärkt hatten, spielten mal Hurra-Handball, wie beim 27:27-Unentschieden gegen Flensburg-Handewitt und beim 36:26-Sieg kurz vor Weihnachten gegen die Rhein-Neckar Löwen. Oder, als sie im DHB-Pokal-Achtelfinale vor einem Monat Wetzlar deklassierten.

Zugleich gab es auch bittere Enttäuschungen, zu viele für den Geschmack der Verantwortlichen, die die Konstanz vermissten. Nach der letzten, einer 16:24-Schlappe in Leipzig am 28. Dezember, war Haaß reichlich frustriert, Tabellenplatz 13 genügte auch seinen Ansprüchen nicht. "Wir haben nach der bitteren Niederlage in Leipzig die nicht zufriedenstellenden Leistungen unserer Mannschaft in der abgelaufenen Vorrunde gründlich analysiert, sehr viele Gespräche geführt und letztlich feststellen müssen, dass sich die Vorstellungen von Michael Haaß leider nicht mit den Vorstellungen des HC Erlangen decken", begründete nun Erlangens Geschäftsführer René Selke die Entscheidung: "Der ganze Verein und ich selbst sind Raul Alonso sehr dankbar, dass er sich auf unseren ausdrücklichen Wunsch hin bereit erklärt hat, die Mannschaft vorübergehend zu übernehmen, bis wir eine endgültige Lösung gefunden haben." Zeit genug für die Eingewöhnung hat Alonso nun während der langen EM-Pause.

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