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WM in Japan:Deutsche Handballerinnen ziehen in Hauptrunde ein

Gegen Dänemark gelingt ein umkämpfter Sieg. Bremen scheitert mit Vorschlag für Polizeikosten. Ein Freiburger hat ambitionierte Träume. Ein alter Bekannter wird Trainer in Dresden.

Handball-WM, Frauen: Drittes Spiel, dritter Sieg: Die deutschen Handballerinnen sind bei der WM in Japan vorzeitig in die Hauptrunde eingezogen. Die ungeschlagene Mannschaft von Bundestrainer Henk Groener gewann am Dienstag auch ihr drittes Vorrundenspiel gegen Mitfavorit Dänemark mit 26:25 (13:11) und kann in den verbleibenden zwei Spielen der schweren Gruppe B nicht mehr von den ersten drei Plätzen verdrängt werden. Überragende Spielerin im Prefectural Gymnasium Kumamoto war erneut Torhüterin Dinah Eckerle mit etlichen Paraden. Russland-Legionärin Julia Behnke avancierte mit sieben Toren zur besten Werferin des deutschen Teams, das in einem Pflichtspiel zuvor 19 Jahre lang nicht gegen den Rekordolympiasieger gewonnen hatte.

In ersten beiden Spielen hatte die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) bereits Siege gegen Brasilien (30:24) und Australien (34:8) gefeiert. Der nächste deutsche Gegner ist am Mittwoch (11 Uhr/sportdeutschland.tv) der schwach gestartete Welt- und Europameister Frankreich. Zum Abschluss wartet Asienmeister Südkorea (6. Dezember) auf die DHB-Auswahl. Die besten drei Teams ziehen in die Hauptrunde ein. In Japan geht es für Deutschland auch um ein mögliches Olympia-Ticket: Um bei einem Qualifikationsturnier für Tokio 2020 dabei zu sein, muss der EM-Zehnte bei der WM eine Platzierung unter den ersten Sieben erreichen.

Polizei, Bundesliga: Ein von Bundesligist Werder Bremen beantragter Solidarfonds zur Finanzierung einer Kostenbeteiligung an Polizeieinsätzen bei Hochrisikospielen ist auf der Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga abgelehnt worden. Die Mehrheit der 36 Erst- und Zweitligisten votierte bei dem Treffen am Dienstag in Neu-Isenburg gegen eine Umlage der zusätzlichen Kosten auf alle Vereine. Wie die DFL mitteilte, sollen künftig fällig werdende Gebührenbescheide in gleicher Weise behandelt werden wie bisher. Ein wie auch immer geartetes Fonds-Modell stehe für die DFL weiterhin nicht zur Debatte. Werder Bremen hatte im Vorfeld den Antrag gestellt, in Zukunft nicht allein auf den Kosten für den zusätzlichen Einsatz von Sicherheitskräften bei Hochrisikospielen sitzen zu bleiben. Der Verein appelliert stattdessen an das Solidaritätsprinzip und wollte erreichen, dass es zu einer "angemessenen Teilung" dieser Kosten unter den Erst- und Zweitliga-Clubs kommt.

Trampolin Fliegen ist harte Arbeit
Trampolinspringerin Aileen Rösler

Fliegen ist harte Arbeit

Aileen Rösler verunglückte vor eineinhalb Jahren auf dem Trampolin, nun nimmt sie erstmals an der WM teil. Über eine Sportart, die in der Luft beeindruckt, sich aber im Tuch entscheidet.   Von Lynn Sigel

Fußball, SC Freiburg: Luca Waldschmidt vom SC Freiburg kann sich für die Zukunft einen Wechsel zum FC Bayern vorstellen: "Das ist der größte und erfolgreichste Klub Deutschlands. Für diesen Verein aufzulaufen, wäre etwas ganz Besonderes", sagte der Angreifer dem Nachrichtenportal t-online: "Doch das ist ein Thema, mit dem ich mich bislang nicht allzu sehr befasse." Außerhalb der Bundesliga schwärmt der Torschützenkönig der U21-Europameisterschaft vor allem von Champions-League-Rekordsieger Real Madrid: "Real Madrid finde ich ziemlich geil", sagte der 23-Jährige: "Das Stadion, der besondere Status dieses Klubs. Und: Ich mag es in weißen Fußballschuhen zu spielen und habe grundsätzlich ein Faible für die Farbe Weiß. Außerdem spielt dort Toni Kroos." Als nächstes großes Ziel peilt Waldschmidt die Europameisterschaft 2020 an: "Ich möchte Joachim Löw davon überzeugen, dass er nicht auf mich verzichten kann", sagte der dreimalige Nationalspieler. Dafür muss er sich allerdings zunächst von seinen schweren Verletzungen aus dem Länderspiel gegen Weißrussland erholen. In der Partie hatte Waldschmidt eine mittlerweile operierte Mittelgesichtsfraktur sowie einen Außenbandanriss im rechten Knie erlitten und fällt damit mindestens bis Jahresende aus.

2. Liga, Dresden: Heiko Scholz wird beim Zweitligisten Dynamo als Interimstrainer fungieren. Das teilte der Verein am Dienstag mit. "Wir sind Heiko Scholz dankbar, dass er ohne zu zögern zugesagt hat und dass ihm die Verantwortlichen von Wacker Nordhausen dabei keine Steine in den Weg gelegt haben. Heiko Scholz wird die Mannschaft betreuen, bis wir eine Entscheidung zur Neubesetzung des Cheftrainerpostens getroffen haben", erklärte Sportgeschäftsführer Ralf Minge. Zudem betonte er: "Dem neuen Trainerstab wird Heiko Scholz als Assistent angehören." Der Verein hatte am Montagabend auf die anhaltende sportliche Negativserie reagiert und Trainer Cristian Fiel sowie Co-Trainer Patrick Mölzl mit sofortiger Wirkung beurlaubt. Nach der Freistellung von Fiel hat der 53-jährige Scholz bei Dynamo einen Vertrag bis zum 30. Juni 2021 unterschrieben.

Regionalliga, Saarbrücken: Der 1. FC Saarbrücken hat sich trotz der Tabellenführung in der Regionalliga sowie des Einzugs ins Achtelfinale des DFB-Pokals von Trainer Dirk Lottner getrennt. Diese überraschende Entscheidung gab der Fußball-Viertligist am Montagabend bekannt. Grund dafür sei die "Entwicklung der letzten Wochen und das Auftreten der Mannschaft in den vergangenen Punktspielen", heißt es in der Vereinsmitteilung.

"Wir bedauern diesen Schritt sehr, jedoch steht über allem der Erfolg des 1. FC Saarbrücken", sagte Vizepräsident Dieter Ferner. Ziel des Traditionsclubs ist der Aufstieg in die 3. Liga. "Diesem Ziel ist alles unterzuordnen und genau dies sehen wir in der aktuellen Situation extrem in Gefahr." Auf das letzte Spiel vor der Winterpause am kommenden Samstag gegen TuS Rot-Weiß Koblenz wird der sportliche Leiter Marcus Mann die Mannschaft vorbereiten. Der ehemalige Bundesliga-Profi Lottner hatte das Team seit der Saison 2016/17 trainiert und zuletzt in der 2. Pokalrunde mit dem 3:2-Sieg gegen seinen Ex-Club 1. FC Köln für eine große Überraschung gesorgt.

Bundesliga, Gladbach: Fußball-Nationalspieler Matthias Ginter von Borussia Mönchengladbach steht für das Bundesliga-Topspiel gegen den FC Bayern am nächsten Samstag wieder zur Verfügung. Der 25-Jährige, der zuletzt wegen muskulärer Probleme im Oberschenkel pausieren musste, konnte am Montag wieder einen Teil des Trainings absolvieren. "Es sieht gut aus. Von meiner Seite gibt es keine Probleme mehr. Ich hoffe, dass ich Samstag wieder dabei bin", sagte Ginter der Bild.

NHL, Rassismus: Die NHL ist in Aufruhr, nachdem der Headcoach der Calgary Flames, Bill Peters, wegen Rassismus- und Gewaltvorwürfen zurücktreten musste. Der Fall zeichnet ein alarmierendes Bild der Umgangsformen in der besten Eishockeyliga der Welt. Am vergangenen Montag hatte der kanadische Flügelspieler Akim Aliu bei Social Media berichtet, in der Saison 2009/10 wiederholt mit rassistischen Kommentaren konfrontiert worden zu sein. Aliu nannte zwar Peters nicht beim Namen, spielte aber zu dem Zeitpunkt beim Blackhawks-Farmteam Rockford, wo Peters als Trainer arbeitete. Der 54-Jährige entschuldigte sich am Mittwoch in einem Brief beim Management der Flames für "beleidigende Sprache, die ich vor einem Jahrzehnt in einem professionellen Umfeld verwendet habe".

Peters wurde nicht nur Rassismus vorgeworfen, er soll als Headcoach der Carolina Hurricanes auch gewalttätig geworden sein. Der frühere tschechische NHL-Profi Michal Jordan berichtete über einen Tritt in den Rücken während eines Spiels, ein anderer Profi habe von Peters einen Schlag auf den Kopf erhalten. "Das ist auf jeden Fall passiert", erinnert sich Rod Brind'Amour, seinerzeit Co-Trainer und inzwischen Chefcoach der Hurricanes. Folgen hatte dies für Peters nicht. Auch darüber wird derzeit heftig debattiert. Die NHL hinkte, allein was die Integration schwarzer Spieler angeht, den anderen großen nordamerikanischen Profiligen schon immer weit hinterher. Willie O'Ree war 1958 der erste überhaupt, über zehn Jahre nach Basketball (NBA), Football (NFL) und Baseball (MLB). Bis heute ist der Anteil schwarzer Profis verschwindet gering und liegt bei circa fünf Prozent.

Trampolin, WM: Bei den Weltmeisterschaften der Trampolinturner verpasste die deutsche Delegation den Einzug ins Finale und damit die erste Chance für die Qualifkation für die Olympischen Spiele 2020. In der olympischen Einzeldisziplin wurde die Stuttgarterin Leonie Adam 18., ihr Vereinskollege Matthias Pfleiderer 23., beide kamen nicht über das Halbfinale hinaus. Aileen Rösler verpassten das Halbfinale knapp, sie wurde 28. Fabian Vogel (Bad Kreuznach) wurde 41., Lars Fritzsche (Salzgitter) 93. In den noch folgenden Weltcup-Wettbewerben gibt es weitere Möglichkeiten zur Olympia-Qualifikation.

Auf dem Doppel-Mini-Tramp hat Daniel Schmidt das Finale der besten acht Teilnehmer verpasst. Der Hamburger belegte nach der Qualifikation den 18. Platz unter 43 Startern. Allerdings konnte sich der zweimalige Europameister vom Bramfelder SV für die World Games 2021 in Birmingham im US-Bundesstaat Alabama qualifizieren. Die Titelkämpfe sollen den Abschluss seiner Karriere bilden.

Tennis "Tennis ist eine griechische Tragödie"

Andrea Petkovic

"Tennis ist eine griechische Tragödie"

Seit anderthalb Jahrzehnten ist Andrea Petkovic als Tennis-Profi unterwegs, nun auch als ZDF-Moderatorin. Ein Gespräch über falsche Superhelden, echte Gleichberechtigung und Aufenthalte als anonyme Schriftstellerin in New York.   Interview von Gerald Kleffmann und Barbara Klimke