Handball-Final-FourKölner Handball-Drama

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Gruß an die Fans: Uwe Gensheimer, mit neun Treffern bester Löwen-Schütze, war einer der Garanten für den zweiten Pokaltriumph der Rhein-Neckar Löwen.
Gruß an die Fans: Uwe Gensheimer, mit neun Treffern bester Löwen-Schütze, war einer der Garanten für den zweiten Pokaltriumph der Rhein-Neckar Löwen.
Marius Becker/dpa

Vor fast 20.000 restlos begeisterten Zuschauern gewinnen die Rhein-Neckar Löwen das Pokalfinale mit 36:34 Toren nach Siebenmeterwerfen und holen in einem hochklassigen Spiel zum zweiten Mal nach 2018 den Pokal.

Von Ralf Tögel, Köln

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Je nach Blickwinkel sah es so aus, als ob ein kleiner, blonder Kerl in der Mitte der Lanxess-Arena zwischen den sich aufwärmenden Hünen herumzappelte. Man musste aber keine Angst um ihn haben, denn der DJ, der in der Halle vor dem Pokal-Finale die 19 750 Zuschauer in der ausverkauften Halle mit Elektro-Pop in Stimmung brachte, hüpfte an seinem Mischpult geschützt durch halbhohe Stellwände herum. Er war Teil der zweitägigen Show, die von der Handball-Bundesliga (HBL) um das Pokal-Final-Four drapiert wurde. Das wird, nachdem es seit 1994 in Hamburg stattgefunden hatte, fortan für mindestens fünf Jahre in Köln veranstaltet.

Und man darf nach diesem begeisternden Pokalwochenende nun festhalten: Das Konzept ist aufgegangen. Die Stimmung war schon am Samstag erstklassig, was nicht nur am blonden Zappler lag. Zuvorderst die Protagonisten brachten die Halle zum Brodeln, denn sie boten Handballsport erster Güte. Das Finale zwischen den Rhein-Neckar Löwen und dem SC Magdeburg war an Klasse, Dramatik, Dynamik und Tempo kaum zu überbieten - und fand in den Löwen einen etwas überraschenden aber würdigen neuen Pokalsieger. Endspielgegner Magdeburg hatte Titelverteidiger THW Kiel bekanntlich bereits im Viertelfinale aus dem Wettbewerb geworfen.

Vor allem Juri Knorr fand nach seinem Leistungstief zur Galaform zurück

Es war atemberaubend, wie sich die beiden Topteams gegenseitig alles abverlangten und einen Schlagabtausch in Hochgeschwindigkeit lieferten, mit Wendungen und Pointen von höchstem Unterhaltungswert. Schon die beiden Halbfinalspiele hatten dem Handballfreund beste Unterhaltung geboten: Erst hatte der deutsche Meister SC Magdeburg gegen den Pokalschreck TBV Lemgo-Lippe vor allem in der Schlussphase mehr Probleme als erwartet, zog aber dennoch mit einem letztlich verdienten 33:31-Erfolg ins Endspiel ein. Dann lieferten sich die Rhein-Neckar-Löwen im zweiten Halbfinale mit der favorisierten SG Flensburg-Handewitt einen rasanten Kampf, den die Löwen dank der besseren Abwehr verdient 38:31 gewannen. In dieser Partie hatten die Löwen ihre kleine Krise beendet, die sie mit vier Niederlagen in Folge aus dem Meisterrennen befördert hatte.

Umso größer war offenbar der Wunsch, die Saison mit einem Titel zu beenden. Vor allem Juri Knorr fand zu seiner Galaform zurück, nachdem der Spielmacher der deutschen Nationalmannschaft in den vergangenen Wochen in ein Leistungsloch gefallen war. Nun zog er wie bei der WM in Polen gekonnt die Fäden im Angriff, war enorm torgefährlich und fand ein ums andere Mal seinen kongenialen Nationalteamkollegen Jannik Kohlbacher am Kreis. Kurz vor der Pause setzten sich die Löwen etwas ab und führten 16:13, aber der Meister kam immer wieder zurück und hatte mit einem Siebenmeter sechs Sekunden vor Ende des Spiels die große Chance zum Sieg: Aber Magdeburgs Bester patzte, der Niederländer Kay Smits, mit zehn Treffern Toptorschütze des SCM, verwarf.

Im Tor stand zu diesem Zeitpunkt der 20-jährige David Späth, dritter Torhüter der Löwen, den Trainer Sebastian Hinze für einen Siebenmeter auf das Parkett geschickt hatte. Und natürlich ließ er ihn im Tor, Späth hielt herausragend, aber die Magdeburger kämpften sich in der Verlängerung erneut heran: Wieder gab es einen Siebenmeter in den Schlusssekunden, diesmal traf Smits. Dafür blieb der Löwen-Torhüter kurz darauf Sieger in dieser Nervenprobe: Der zwischen die Pfosten zurückgekehrte Joel Birlehm hielt gegen Gisli Kristjansson und Löwen-Linkshänder Albin Lagergren traf zum Pokalsieg. "Das ist ein Spiel für die Geschichtsbücher", sagte Knorr ergriffen, der sein Team mit sieben Treffern maßgeblich zum Titel geführt hatte.

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