Handball-EM:Frankreichs Handballer scheitern an Spanien

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Soaniens Raul Entrerrios (links) gegen den Franzosen Adrien Dipanda .

(Foto: AFP)

Deutschland-Bezwinger Spanien hat Frankreich entzaubert und steht im Finale der Handball-EM in Kroatien. Der Vize-Europameister besiegte den großen Turnierfavoriten im Halbfinale überraschend mit 27:23 (15:9) und greift nun im Endspiel am Sonntag gegen Schweden (Anpfiff 20.30 Uhr) nach seinem ersten EM-Titel. Die Franzosen, für die es nach zuvor sechs Siegen die erste Turnier-Niederlage war, spielen gegen Dänemark um Bronze.

Bester Torschütze bei den Spaniern war Ferran Sole mit sieben Treffern. Aufseiten der Franzosen traf Kreisläufer Cedric Sorhaindo am häufigsten (6 Tore). Spanien überzeugte wie schon am Mittwoch gegen Deutschland (31:27) mit einer kompakten Defensive und konzentriertem Angriffsspiel. Immer wieder bissen sich die französischen Rückraumstars um Nikola Karabatic (3 Tore) an der beweglichen spanischen Abwehr die Zähne aus, vorne führten Daniel Sarmiento und der Ex-Kieler Joan Canellas geschickt Regie.

Plötzlich sitzt Arpad Sterbik auf der Bank

Schon vor Anpfiff der Partie gegen den sechsmaligen Weltmeister warteten die Iberer mit einer Überraschung auf. Der 38-jährige Arpad Sterbik, der seine internationale Karriere eigentlich beendet hatte, stand nach der Verletzung von Keeper Gonzalo Perez de Vargas plötzlich im Aufgebot. Und die bloße Anwesenheit des Weltmeisters von 2013 schien die Franzosen zu lähmen. Zwar saß Sterbik zunächst nur auf der Bank, doch Spanien führte schnell mit 6:3 (10.). Das französische Spiel wirkte uninspiriert und lethargisch. Bezeichnend, dass Nikola Karabatic wenige Sekunden vor dem Seitenwechsel einen Pass unbedrängt ins Seitenaus spielte und Spanien im Gegenzug mit dem Pausenpfiff auf 15:9 erhöhte.

Auch im zweiten Abschnitt kamen die Franzosen nicht zum Zug. Egal was das französische Trainergespann Didier Dinart und Guillaume Gille versuchte, Spanien hatte immer die passende Antwort parat. Nach einem weiteren gehaltenen Siebenmeter von Sterbik und dem Treffer zum 23:14 (45.) war die Partie praktisch entschieden. Selbst einen 6:0-Lauf der Franzosen überstanden die Iberer unbeschadet.

Spanien zählt im Handball seit Jahren zu den Top-Nationen. Das Team stand zwischen 2011 und 2016 bei allen großen Turnieren mit Ausnahme der Olympischen Spiele 2012 mindestens im Halbfinale, einen EM-Titel gab es allerdings noch nie. Dies soll sich am Sonntag ändern.

Im Finale wartet Schweden

Im Endspiel am Sonntag (20.30 Uhr) kommt es zum Duell mit Schweden. Die Skandinavier siegten überraschend 35:34 (28:28, 16:14)-Erfolg nach Verlängerung gegen Olympiasieger Dänemark. Beste Spieler bei den Schweden waren Torhüter Andreas Palicka vom deutschen Meister Rhein-Neckar Löwen sowie Mattias Zachrisson: Der Spieler der Füchse Berlin war mit acht Treffern erfolgreichster schwedischer Torschütze. Den Dänen halfen dagegen auch die zwölf Tore von Mikkel Hansen nicht.

Während Schweden oder Spanien damit die Nachfolge von Titelverteidiger Deutschland antreten werden, müssen die Dänen noch im Spiel um den dritten Platz gegen Weltmeister Frankreich antreten.

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