Handball-EM:Nach Niederlage gegen Schweden - Deutschland ist raus

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Handball-EM: Hendrik Wagner setzt zum Wurf an.

Hendrik Wagner setzt zum Wurf an.

(Foto: Marco Wolf/imago images/wolf-sportfoto)

Das DHB-Team kann bei der Europameisterschaft das Halbfinale nicht mehr erreichen. Die arg gebeutelte Mannschaft kämpft gegen den WM-Zweiten lange aufopferungsvoll - doch am Ende reicht es nicht.

Deutschlands coronageplagte Handballer haben den Einzug ins EM-Halbfinale trotz einer beherzten Leistung verpasst. Das DHB-Team von Bundestrainer Alfred Gislason kassierte beim 21:25 (10:12) gegen Vizeweltmeister Schweden die dritte Hauptrunden-Niederlage in Serie und hat schon vor dem Ende der zweiten Turnierphase keine Chance mehr auf die Teilnahme an den Finalspielen in Budapest.

Vor 1992 Zuschauern in der Ondreja Nepelu Arena in Bratislava hatte das von zwölf coronabedingten Ausfällen gebeutelte DHB-Team im lange Zeit spannenden "Schweden-Krimi" zwar durchaus eine Chance, doch es belohnte sich nicht für eine starke Abwehrleistung. Youngster Julian Köster war am Sonntag mit vier Treffern der erfolgreichste Werfer für die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB).

"Es hat mich tierisch geärgert, wie wir die Bälle weggeworfen haben. Das ist unglaublich bitter", sagte Gislason in der ARD. Er sei aber grundsätzlich damit "zufrieden, was die Mannschaft unter diesen Bedingungen leistet." Paul Drux meinte: "Wir haben versucht, alles reinzugeben. Zum Schluss hat uns einfach die Kraft gefehlt."

Nach den beiden Niederlagen gegen Spanien (23:29) und Norwegen (23:28) hatte Deutschland zwingend einen Sieg benötigt, um die Chance auf die erste Teilnahme an einem EM-Halbfinale seit dem Triumph 2016 aufrecht zu erhalten. Dies gelang nicht, weil sich das unerfahrene Team offensiv zu viele Fehlwürfe und technische Fehler leistete. Zudem erwischten die Torhüter Johannes Bitter und Daniel Rebmann hinter der guten Deckung keinen guten Tag. Die abschließende Hauptrunden-Partie am Dienstag (18 Uhr/ZDF) gegen Russland ist sportlich bedeutungslos. Auch das Spiel um Platz fünf ist für die DHB-Auswahl, mit 2:6 Punkten nun Vorletzter der Hauptrundengruppe 2, nicht mehr zu erreichen.

Während in Luca Witzke und Lukas Mertens am Sonntag bereits die ersten zwei der infizierten Spieler die Heimreise antraten, stand Gislason mit Hendrik Wagner ein erster Akteur aus dem Corona-Lazarett wieder zur Verfügung. Der Zweitligaprofi von den Eulen Ludwigshafen durfte nach zwei negativen PCR-Tests die Corona-Isolation verlassen und seine EM-Premiere geben, musste aber schnell wieder passen. "Er hat mir nach drei Angriffen gesagt, dass er keine Luft mehr bekommt", berichtete Gislason in der ARD. Julian Köster, die deutsche Entdeckung des Turniers, übernahm in der Offensive wieder Verantwortung. Ob als Torschütze, Vorlagengeber oder Spielmacher - fast jede Angriffsaktion entschied der erfrischende Youngster des Zweitligisten VfL Gummersbach.

Köster wieder stark

Allerdings erlaubte sich die deutsche Offensive dabei auch immer wieder Fehlwürfe. Eine sehr gute Leistung der Deckung um Kapitän Johannes Golla blieb so ohne Ertrag. "Die Abwehr steht gut. Das Problem sind die Fehler, die ihr vorne macht", moserte Gislason in seiner ersten Auszeit. Obwohl die Schweden um den Flensburger Jim Gottfridsson im ersten Abschnitt knapp neun Minuten in Folge ohne eigenes Tor blieben, kam Deutschland zunächst nicht zum Ausgleich. Das lag auch am unglücklichen Torwart Bitter, der nach 26 Minuten und nur einer Parade durch Rebmann ersetzt wurde.

"Es ist noch sehr viel möglich", sagte DHB-Sportvorstand Axel Kromer noch zur Pause. "Wir haben gezeigt, dass wir mit den Schweden mithalten können. Sie sind etwas müde, das müssen wir ausnutzen." Tatsächlich kam Deutschland beim 13:13 (37.) erstmals seit der Anfangsphase zum Ausgleich. Längst hätte die DHB-Auswahl erstmals führen können, doch Kontersituationen schenkte sie teils leichtfertig und überhastet her. Gislason geriet auf der Bank ins Toben, als sein Team dreimal die Chance auf die Führung vergab. Kurz vor Schluss setzte Schweden sich ab.

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