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Handball-EM:"Das tut im Moment einfach nur weh"

Handball EM: Kroatien - Deutschland

Die Trauer überwiegt: Deutschlands Handballer verspielen einen Fünf-Tore-Vorsprung gegen Kroatien.

(Foto: dpa)
  • Trotz großem Kampf verliert das DHB-Team gegen Kroatien, danach gibt es viele leere Gesichter im Team.
  • Trainer Christian Prokop bescheinigt seinen Spielern ein "großes Herz", muss am Ende aber wieder die Cleverness der Gegner loben.
  • Hier geht es zum Spielplan der Handball-EM.

Für einen kurzen Augenblick gerieten bei Uwe Gensheimer die Gefühle durcheinander. Tragik kann auch komisch sein und da hätte er fast lachen können, als er über die Absurdität dieses Spiels sprach, aber dafür war der Schmerz dann doch zu groß. Ein bitteres "Hehehehe" kam so nur aus dem Linksaußen heraus, es war dem Umstand geschuldet, dass die Kroaten "1:0 führen und dann in der letzten Minute noch mal." Wäre die Partie nur knapp drei Minuten vor dem Ende abgepfiffen worden, wären die deutschen Handballer als verdiente Sieger vom Feld gegangen. Stattdessen nun: Leere Gesichter.

"Das tut im Moment einfach nur weh", sagte Gensheimer zum 24:25 (14:11) gegen die Kroaten im zweiten Hauptrundenspiel dieser EM, "wir haben es nicht verdient zu verlieren nach so einer Leistung". Trotz großem Kampfgeist ist das anvisierte Turnierziel Halbfinale nun nur noch theoretisch und unter sehr unrealistischen Umständen möglich. Trainer Christian Prokop versuchte, sich am Positiven zu orientieren; er sei stolz auf sein Team, "weil wir heute mit einem großen Herz gespielt haben". In das sich schließlich der Stachel der Enttäuschung bohrte, und Gensheimer sagte: "Der Stachel sitzt tief."

Handball Er sieht die Aktionen, bevor der Gegner sie startet
Kroatien bei der Handball-EM

Er sieht die Aktionen, bevor der Gegner sie startet

Kroatiens Handballer spielen bisher ein traumhaftes Turnier - auch dank Kiels Domagoj Duvnjak. Gegen Deutschland geht es auch um eine Revanche.   Von Saskia Aleythe

Eine Halbzeit wie die ersten 30 Minuten dieser Partie hatte man im ganzen Turnierverlauf noch nicht von den Deutschen gesehen: Hinten gelangen Torwart Andreas Wolff acht Paraden, die Abwehr um Patrick Wiencek und Hendrik Pekeler machte den Gegner immer nervöser und offensiv gelangen neben schnellen Toren auch feine Aktionen aus dem Rückraum. "Sie haben alles im Griff gehabt", sagte Kroatiens Domagoj Duvnjak später anerkennend, vor so viele Probleme war das Team bisher bei dieser EM noch nicht gestellt worden. Bis zur 37. Minute lagen sie noch mit fünf Toren zurück.

Doch je mehr Zeit verstrich, umso zittriger wurden die Deutschen. "Vorne haben die Bälle weggeworfen und hinten standen wir nicht mehr so gut wie am Anfang", sagte Wiencek später. Dazu kam, dass die letzten Tempotore zu Beginn der zweiten Halbzeit fielen, danach gar nicht mehr. Und so bestätigte sich dann, was sich schon vor diesem Turnier abgezeichnet hatte: Dass es bei all den Absagen erfahrener Rückraumkräfte auf die schnellen Tore ankommen würde. Nur hat man die außer im Spiel gegen Weißrussland selten zu Gesicht bekommen.

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