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Handball-EM:Deutschland erlebt Debakel gegen Spanien

Handball EM: Spanien - Deutschland

Patrick Wiencek (re.): Schmerzhafte Erfahrung gegen Spanien

(Foto: dpa)
  • Die deutschen Handballer finden gegen Spanien vor allem im Angriff kaum Lösungen und kassieren verdient eine hohe Niederlage.
  • Um sicher in die nächste Runde einzuziehen, müssen die Deutschen nun gegen Lettland überzeugen.

Kein Biss, keine Ideen und keine Klasse: Deutschlands Handballer haben nach einem teilweise desolaten Auftritt einen herben Rückschlag bei der Europameisterschaft erlitten. Die DHB-Auswahl kassierte am Samstag im zweiten Vorrundenspiel gegen Titelverteidiger Spanien eine ganz bittere 26:33 (11:14)-Niederlage und steht im Kampf um den angepeilten Halbfinal-Einzug nun schwer unter Druck.

"Wir kommen schlampig in das Spiel, obwohl wir sehr gut vorbereitet waren", sagte Prokop in der ARD: "Aber eine unterirdische Angriffsaktivität hat uns den Zahn gezogen." Die Spanier seien in allen Bereichen überlegen gewesen: "Wir haben in der Abwehr inklusive Torhüter nicht das gezeigt, was man in so einem Spiel braucht." Keeper Johannes Bitter konnte nicht widersprechen: "Wir haben es von Anfang an nicht geschafft, in den Kampfmodus reinzukommen."

Im nächsten Spiel muss mindestens ein Unentschieden her, damit sich Deutschland zumindest sicher für die Hauptrunde der besten zwölf Mannschaften qualifiziert. Das Ziel Finalrunde liegt nach der Niederlage gegen Spanien allerdings in weiter Ferne, selbst bei einem hohen Sieg gegen Lettland würde man mit null Punkten in die entscheidende Turnierphase starten. Beste Werfer gegen Spanien waren vor Kreisläufer Hendrik Pekeler (5) und Kapitän Uwe Gensheimer (4/2).

Beide Teams wussten um die Bedeutung des Spiels und begannen vor 6558 Zuschauern in Trondheim entsprechend nervös. Erst nach 4:40 Minuten fiel das erste Tor - für den Titelverteidiger. Die DHB-Auswahl leistete sich vor allem im Angriff gegen die sehr offensiv deckenden Spanier viele unnötige Fehler und lag nach acht Minuten mit 1:4 zurück. Prokop reagierte sofort und nahm in der ersten Auszeit einige Korrekturen vor.

Doch es wurde nicht besser, was der Bundestrainer an der Seitenlinie laut schimpfend und mit bösem Blick verfolgte. Torwart Andreas Wolff bekam zudem kaum einen Ball zu fassen und musste seinen Platz zwischen den Pfosten schon nach zwölf Minuten beim Stand von 2:8 für Johannes Bitter räumen. Der 37 Jahre alte Routinier, der 2007 schon beim deutschen WM-Triumph dabei war, konnte sich aber ebenfalls kaum auszeichnen.

Zu viele Fehler in der Offensive

Viel mehr Wirkung zeigte die Umstellung auf eine offensive Abwehr, mit der die Spanier schlechter zurecht kamen. Nach einem 5:0-Lauf war die DHB-Auswahl beim 9:10 plötzlich wieder dran. Die deutsche Mannschaft konnte das Momentum jedoch nicht nutzen, weil sie sich weiter zu viele Fehler in der Offensive leistete. Zudem scheiterte Kapitän Uwe Gensheimer gleich zweimal beim Siebenmeter am überragenden spanischen Keeper Gonzalo Perez de Vargas. So zogen die Spanier wieder davon.

Prokop reagierte nicht nur verbal auf die verpatzte erste Halbzeit, sondern auch personell. Die Routiniers Gensheimer und Tobias Reichmann mussten auf die Bank und wurden auf den Außenpositionen durch die EM-Debütanten Patrick Zieker und Timo Kastening ersetzt. Und Wolff kehrte ins Tor zurück.

Doch die erhoffte Wende blieb aus. Wieder erwischte Spanien den besseren Start und verschaffte sich erneut ein Fünf-Tore-Polster (18:13). Bei der deutschen Mannschaft lief an diesem Tag nichts zusammen. "Mit unseren Fehlern kommen wir nicht weiter, wir müssen alle überzeugt sein", forderte Prokop in der nächsten Auszeit Mitte der zweiten Halbzeit beim Stand von 18:24. Doch seine Worte verhallten ohne Wirkung.

© SZ.de/sid/dpa/ska
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