Handball-Bundesliga:HSV Hamburg erhält Lizenz in letzter Instanz

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HSV Hamburg

Lizenz erteilt für Pascal Hens und die Handballer des HSV Hamburg.

(Foto: dpa)

Der HSV Hamburg darf vorerst in der Handball-Bundesliga bleiben: Das unabhängige Schiedsgericht der HBL hebt die Lizenzverweigerung für den finanziell schwer angeschlagenen Klub auf. Nach wie vor braucht der HSV jedoch dringend frisches Geld.

Rettung in letzter Minute: Zumindest unter Auflagen hat der finanziell angeschlagene HSV Hamburg in dritter und letzter Instanz doch noch die Lizenz für die neue Spielzeit erhalten Das unabhängige Schiedsgericht der Handball-Bundesliga (HBL) gab einem Einspruch der Norddeutschen gegen die Lizenzverweigerung durch die HBL-Gremien nach einer fast achtstündigen Marathonsitzung in Minden statt.

Allerdings brauchen die Hanseaten ganz schnell frisches Geld, die Frist dafür läuft am 1. Juli (17.00 Uhr) ab. "Wir hatten einen Berg von Arbeit vor uns, und nun ist da der nächste Berg Arbeit", sagte HSV-Geschäftsführer Holger Liekefett sichtlich angespannt. Damit müssen die Hanseaten nach zwölf Jahren die Bundesliga nun doch vorerst nicht verlassen.

Dennoch drängt die Zeit, nach wie vor ist eine Insolvenz nicht vom Tisch. Über das lange Pfingstwochenende hatte ein Team des Münchner Sportjuristen Thomas Summerer die Aussichten vor dem Schiedsgericht geprüft. Dabei ging es um Verfahrens- oder Formfehler, neue Unterlagen durften nicht mehr nachgereicht werden. Ein Opfer, das sich anscheinend gelohnt hat.

"Die HBL wollte an uns ein Exempel statuieren und hat uns die Lizenz voreilig verweigert. Wir haben uns sehr viel Mühe gegeben, das hat sich ausgezahlt", erklärte Summerer. "Das Ende des HSV in der ersten Bundesliga wäre eine Katastrophe für den deutschen Handball gewesen. Der Handball muss in die Großstädte", sagte Präsident Frank Steffel vom Pokalsieger Füchse Berlin. Alle Vereine müssten aber endlich begreifen, dass die "Abhängigkeit von Mäzenatentum und Erfolg durch überhöhte Spielergehälter der falsche Weg sind".

Mäzen Andreas Rudolph war am 8. Mai überraschend als HSV-Präsident zurückgetreten und hatte den Verein damit in eine existenzielle Krise gestürzt. Der Medizintechnik-Unternehmer, der in den vergangenen zehn Jahren über 25 Millionen Euro in den Klub gepumpt hatte, schloss weitere finanzielle Hilfen aus, so dass allein im Etat der gerade abgelaufenen Spielzeit rund 2,7 Millionen Euro fehlen. Immerhin: Rudolph übernahm die Kosten für das Schiedsgerichtsverfahren in Höhe von 20.000 Euro.

Was nach der Entscheidung des dreiköpfigen Schiedsgerichts aus der Mannschaft um Nationalkeeper Johannes Bitter wird, ist dennoch nicht klar. Fest steht, dass Welthandballer Domagoj Duvnjak und EM-Torschützenkönig Joan Canellas (beide zum THW Kiel) den Verein verlassen. Kreisläufer Andreas Nilsson wird mit dem ungarischen Spitzenklub MKB Veszprem in Verbindung gebracht, Bitter steht angeblich ebenfalls vor einem Wechsel nach Kiel.

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