Handball-Bundesliga:Füchse Berlin bieten Heinevetter Zehnjahresvertrag

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Handball-Bundesligist Füchse Berlin möchte Nationaltorhüter Silvio Heinevetter langfristig an sich binden. (Foto: dpa)

Der Hauptstadtklub will den Handball-Nationaltorwart langfristig halten. Manchester City gewinnt zum Liga-Auftakt 4:0 gegen Newcastle. Beim America's Cup gehen die Neuseeländer in Führung. Oliver Kahn kritisiert Per Mertesacker.

Handball, Bundesliga: Vor dem ersten Playoff-Spiel (Mittwoch, 19 Uhr) um den Einzug in die Handball-Champions-League zwischen den Füchsen Berlin und dem HSV Hamburg verschärft sich der Streit um Berlins Nationaltorhüter Silvio Heinevetter. Hamburg lockt mit einem lukrativen Angebot, die Füchse wollen ihn unbedingt behalten: Berlins Präsident Frank Steffel bietet dem 28-Jährigen einen Rentenvertrag an. "Ich habe ihm gesagt, bei uns kannst du einen Zehnjahresvertrag bekommen, bei uns kannst du langfristig verlängern", sagte Steffel, der bis "zur letzten Sekunde kämpfen" wolle, um Heinevetters Wechsel zum HSV zu verhindern. Gleichzeitig äußerte sich Steffel verärgert über den Liga-Konkurrenten: "Ich bin über das Vorgehen des HSV Hamburg ein Stück weit enttäuscht. Hier werden Gehälter aufgerufen, die ein Verein, der sich selbst refinanzieren muss, nicht aufbringen kann. Das ist schon eine Art Wettbewerbsverzerrung." HSV-Clubchef Matthias Rudolph reagierte verwundert auf die verbalen Attacken aus Berlin: Dass Heinevetter in Hamburg das Doppelte verdienen könnte, "ist ein hanebüchener Schwachsinn". Er sagte aber auch: "Wenn der Vertrag eines solchen Klassetorwarts ausläuft, wären wir ja dumm, sollten wir uns nicht dafür interessieren."

Fußball, England: Der englische Vizemeister Manchester City hat zum Abschluss des ersten Spieltages der Premier League mit einem lockeren Heimsieg die Tabellenführung übernommen. Die Mannschaft des neuen Teammanagers Manuel Pellegrini gewann 4:0 (2:0) gegen Newcastle United und verdrängte den Erzrivalen und Titelverteidiger Manchester United von der Spitze. Die Magpies aus Newcastle rutschten auf den letzten Tabellenplatz. City sorgte durch David Silva (6.) und Sergio Agüero (22.) früh für klare Verhältnisse. Yaya Touré erhöhte früh im zweiten Durchgang (50.), ehe Samir Nasri den Schlusspunkt setzte (75.). Newcastles Steven Taylor hatte nach einer Tätlichkeit gegen Agüero die Rote Karte gesehen (45.+2). Vor dem Spiel hatte City, das im Champions-League-Viertelfinale an Borussia Dortmund gescheitert war, eine wichtige Personalie geklärt und den Vertrag mit Verteidiger Pablo Zabaleta bis 2017 verlängert. Der 28 Jahre alte Argentinier war in der vergangegenen Saison von den Fans zum Spieler der Saison gewählt worden.

Per Mertesacker, Kritik: Arsenals Aushilfskapitän Per Mertesacker ist von seinem ehemaligen Nationalmannschaftskollegen Oliver Kahn heftig kritisiert worden. "Die Entwicklung von Per Mertesacker stagniert seit geraumer Zeit", schrieb Kahn in seinem Blog für die Bild (Dienstag). Der langjährige Stammkeeper der Nationalmannschaft hat Bundestrainer Joachim Löw aufgefordert, die Schwachstellen im Defensivverbund zu beheben und sich gleichzeitig für Bayerns Innenverteidiger Jerome Boateng stark gemacht. "Sollte Jerome Boateng seine Aufwärtsentwicklung fortsetzen, dürfte er in Zukunft gesetzt sein", erklärte Kahn. Beim enttäuschenden 3:3 der Nationalmannschaft vergangene Woche gegen Paraguay sei erneut deutlich geworden, wo die Probleme der DFB-Auswahl liegen. "Auffällig ist, dass die Mannschaft Probleme bekommt, wenn die Abwehrspieler früh attackiert werden. Luft nach oben haben auch die Innenverteidiger", so Kahn.

1860 München in der Einzelkritik
:Applaus für solides Handwerk

Die Hilton-Connection um Hain, Stark und Adlung zaubert im Mittelfeld, Schindler kann seinen Abi-Schnitt nicht halten - und vorne erledigen die Gäste die Arbeit. Der TSV 1860 München beim 1:0 gegen Ingolstadt in der Einzelkritik.

Aus dem Stadion von Andreas Glas

Segeln, America's Cup: Das favorisierte Team New Zealand ist im Herausforderer-Finale des 34. America's Cups erneut in Führung gegangen. Die Kiwis gewannen in der Bucht von San Francisco das dritte Rennen gegen die Luna Rossa und liegen mit 2:1 vorne. Der zweimalige Cup-Sieger profitierte dabei auch von einem erneuten Defekt der Italiener, die nach einem lange Zeit spannenden Rennen wegen eines beschädigten Segels aufgaben. "Offensichtlich hatte Luna Rossa ein Problem, aber wir haben uns ohnehin stark gefühlt", sagte New-Zealand-Skipper Dean Barker. Luna Rossas Steuermann Chris Draper haderte mit dem Defekt: "Das war sehr frustrierend, denn wir hatten einen guten Start. Aber das liegt jetzt hinter uns, das Rennen ist erledigt." Das geplante vierte Duell wurde anschließend wegen zu starker Winde abgesagt. Die nächsten beiden Rennen stehen am Mittwoch (22.10/23.10) auf dem Programm. Im Finale der Herausforderer-Runde wird der Gegner des Titelverteidigers Oracle (USA) ermittelt. Für den Einzug in die Endrunde werden in der Serie "Best of 13" sieben Siege benötigt. Die Finalregatten werden vom 7. bis zum 21. September ausgesegelt.

Rassismus, Fußball: Der Sportsoziologe Gunter A. Pilz, Anti-Diskriminierungs-Beauftragter des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), fordert Mitspieler rassistisch beleidigter Profis zum Handeln auf. "Es reicht einfach nicht, wenn der angegriffene Spieler selbst reagiert", sagte Pilz dfb.de. Im Fall Danny da Costa (FC Ingolstadt), dessen Mitspieler Ralph Gunesch nach den üblen Beleidigungen an die Öffentlichkeit gegangen war, sei "vieles vorbildlich gelaufen, etwa dass da Costas Mitspieler so klar Position ergriffen hat, dass der Schiedsrichter eine Stadiondurchsage veranlasst hat und auch, dass der DFB unmittelbar die Ermittlungen aufgenommen hat". Werde ein Spieler diskriminiert und beleidigt, "dürfen wir ihn nie alleine stehen lassen", sagte Pilz. "Sonst hätten etwa rechtsextreme Pseudofans ihr Ziel erreicht. Die Botschaft aus dem Fußball sollte klar lauten: So eine Unterstützung brauchen wir nicht." Da Costa (20), dunkelhäutiger deutscher U21-Nationalspieler, war während des Zweitligaspiels bei 1860 München am Sonntag (0:1) von Zuschauern rassistisch beschimpft worden.

Hockey, EM: Die deutschen Hockey-Herren haben die Chance auf ihre 14. Europameisterschafts-Halbfinalteilnahme in Serie gewahrt. Zwei Tage nach der Auftakt-Niederlage gegen den mitfavorisierten Gastgeber Belgien setzte sich die Auswahl von Bundestrainer Markus Weise am Montag trotz zweimaligen Rückstands am Ende sicher 6:3 (1:2) gegen Spanien durch. Thilo Stralkowsi (2), Kapitän Moritz Fürste, Christopher Wesley, Martin Zwicker und Oliver Korn (je 1) trafen für den Titelverteidiger. Deutschland hat vor dem letzten Vorrundenspiel am Mittwoch gegen Außenseiter Tschechien nun wieder gute Chancen, in die Vorschlussrunde der EM in Boom bei Antwerpen einzuziehen.

Olympia, Bewerber: Die Großstadt Almaty in der Ex-Sowjetrepublik Kasachstan ist der erste offizielle Bewerber für die Olympischen Winterspiele 2022. Bei der Kandidatur für das Ringe-Spektakel 1994 und 2014 war die frühere Hauptstadt des autoritär regierten Landes in Zentralasien jeweils schon in der Vorauswahl gescheitert. Die Millionenstadt am Ausläufer des Tian-Shan-Gebirges habe 2011 - gemeinsam mit der neuen Hauptstadt Astana - erfolgreich die Asienspiele ausgerichtet und sei 2017 Austragungsort der Hochschulspiele, sagte der Vizepräsident des Nationalen Olympischen Komitees, Pawel Nowikow, am Montag örtlichen Medien zufolge. An den Winterspielen 2022 hatten bislang auch Oslo, Barcelona, Krakau und das ukrainische Lwiw (Lemberg) ihr Interesse bekundet. München will für eine Kandidatur noch einen Bürgerentscheid abwarten. Die Vollversammlung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) entscheidet am 31. Juli 2015 in Kuala Lumpur über die Vergabe der Spiele.

Formel 1, Red Bull: Kimi Räikkönens Verhandlungen über einen Wechsel zu Red Bull an die Seite von Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel sind schon vor einiger Zeit gescheitert. Das sagte Räikkönens Manager Steve Robertson der finnischen Zeitung Turun Sanomat am Montag. Damit dürfte der Beförderung des Australiers Daniel Ricciardo zum zweiten Stammpiloten bei Red Bull nichts mehr im Wege stehen. Räikkönen galt neben Ricciardo als Anwärter auf die Nachfolge von Mark Webber, der nach Saisonende ins Sportwagenprogramm von Porsche wechselt. Kurz vor Ende der Formel-1-Sommerpause hatte bereits "Sport Bild online" den Aufstieg des aktuellen Toro-Rosso-Piloten Ricciardo als beschlossene Sache vermeldet. Teambesitzer Dietrich Mateschitz habe sich für den 24-Jährigen entschieden, hieß es. Red Bull wird die Personalie wohl beim Grand Prix von Belgien am Wochenende verkünden. Räikkönens Zukunft ist damit weiter offen. Sein Vertrag bei Lotus läuft zum Jahresende aus. Der Rennstall möchte den Weltmeister von 2007 aber unbedingt halten. Seit Wochen halten sich zudem Spekulationen, der "Iceman" könne zu Ferrari zurückkehren. Manager Robertson versicherte, Räikkönen werde zu "99,999 Prozent" auch im kommenden Jahr in der Formel 1 fahren.

FC Bayern, Matthias Sammer: Bayerns Sportvorstand hat trotz des zweiten Saisonsieges Teile der Mannschaft von Triple-Sieger Bayern München kritisiert. "Wir hatten jetzt zum ersten Mal eine Englische Woche. Man hat gesehen, dass wir noch nicht dieses Stehvermögen, diese Power haben. Wir müssen schnellstmöglich sehen, dass wir in diesen hohen Rhythmus kommen, auch in einer Woche zwei oder drei Spiele machen zu können", sagte Sammer der Bild. Nach dem mühsamen 1:0 bei Eintracht Frankfurt im zweiten Saisonspiel der Fußball-Bundesliga betonte Sammer weiter: "Der eine oder andere Spieler, der zum Teil später eingestiegen ist, muss noch mehr tun, um in die absolute Top-Verfassung zu kommen." Schon zuvor hatte Sammer den spanischen Verband heftig gerügt, weil die Nationalspieler Javi Martínez und Thiago nach der Länderspielpause in einem äußerst schlechten Fitnesszustand zurück nach Deutschland gekommen seien. Trainer Pep Guardiola hatte Martínez kurzfristig aus dem Aufgebot gestrichen und Millionen-Neueinkauf Thiago erst spät eingewechselt. Zur Leistung der Bayern in Frankfurt sagte Sammer in der Bild: "Es war schwer, es war warm, der Rasen war zwei Meter hoch. Aber das sind alles keine Ausreden."

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