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Handball:Boykott abgewendet

Handball, Spanien, CB Ademar Leon - Balonmano Sinfin, Komplettes Spiel mit Masken LE& 211;N, 10/10/2020.- El jugador del

Vorbild für den internationalen Spielbetrieb? In Spanien probierten sie unlängst aus, Masken auch während der Partien zu tragen. Mit eher wenig Erfolg allerdings.

(Foto: J.Casares /EFE/Imago)

Dem Auftakt der EM-Qualifikation des deutschen Teams steht nichts mehr im Weg: Die Klubs haben sich mit dem Verband auf die Freigabe der Nationalspieler geeinigt - und auf ein Sicherheits- und Hygienekonzept.

Der Länderspiel-Boykott ist vom Tisch, die EM-Qualifikation kann wie starten: Die Klubs der Handball-Bundesliga haben sich auf eine grundsätzliche Freigabe ihrer Nationalspieler für die bevorstehenden Länderspiele verständigt. Zu dieser Entscheidung kamen die Klubs der 1. und 2. Liga bei einer Videoschalte am Mittwoch. Dank Zugeständnissen von Politik und Verbänden ist die angedrohte Nichtabstellung kein Thema mehr. Der Auftakt der EM-Qualifikation der deutschen Handballer gegen Bosnien (5. November) und in Estland (8. November) ist gesichert.

"Wir wissen um die Bedeutung der Länderspiele für die Nationalverbände, auch für die EHF und IHF sind sie extrem wichtig", sagte Frank Bohmann, Geschäftsführer der Handball-Bundesliga (HBL). Mehr PCR-Tests, einheitliche Konzepte der Nationalverbände, keine Quarantäne nach der Rückkehr aus Risikogebieten: Ein breit gefächertes Maßnahmen-Paket, das die Liga HBL den Klubs am Mittwoch vorstellte, machte den Weg für die Lösung des tagelang schwelenden Konfliktes frei.

Bohmann betonte aber auch: "Wir brauchen zwingend die Garantien zu Test- und Hygienekonzepten von jedem einzelnen Verband. Sie müssen den abstellenden Klubs zur Verfügung gestellt werden. Bei vielen Verbänden ist das schon geschehen, aber eben nicht bei allen." Heißt: Nur an jene Landesverbände wird abgestellt, die sich zur Einhaltung der Corona-Richtlinien des Europäischen Dachverbands EHF verpflichten. Zudem müssen die Verbände den Vereinen eigene Sicherheits- und Hygienekonzepte vorlegen - bei Themen wie Transport und Unterbringung.

Die bisher mehrheitlich in den Ländern praktizierten Schnelltests müssen durch mehrere PCR-Testungen ersetzt werden. Die Vereine hatten aus Sorge vor Ausfallzeiten durch unterschiedliche Quarantäne-Bestimmungen und um die Gesundheit ihrer Profis die Abstellung der Nationalspieler infrage gestellt. "Der Wille zur Freigabe ist bei uns zu 100 Prozent da", sagte Füchse-Berlin-Geschäftsführer und DHB-Vizepräsident Bob Hanning nach der Sitzung.

Für Erleichterung bei den Klubvertretern sorgt die neue Muster-Quarantäneverordnung der Politik, nach der Profisportler nicht mehr tagelang in häusliche Quarantäne müssen, sondern mit negativen PCR-Tests direkt zurück zu ihren Vereinen dürfen. Glücklicher Zufall: Bis zum 8. November, dem Tag vor der Rückreise der Spieler, muss die Bundesvorgabe in allen Ländern umgesetzt werden. Kurz vor der entscheidenden Konferenz am Mittwoch hatte sich Filip Jicha, Trainer des deutschen Rekordmeisters THW Kiel, noch einmal klar pro Abstellung der Profis positioniert.

© SZ vom 29.10.2020 / sid

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