Hamburger SV:Hoffmanns Masterplan

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Bernd Hoffmann

Hoffmann, 55, war bereits von 2003 bis 2011 HSV-Chef. Nach sieben Jahren war sein Vertrag vom Aufsichtsrat nicht verlängert worden.

(Foto: Malte Christians/dpa)

Der Vorstandsvorsitzende des Bundesliga-Absteigers wird vom Aufsichtsrat einstimmig bestätigt. Hoffmanns neuer Vertrag ist bis 2021 gültig.

Von Jörg Marwedel, Hamburg

Am Montag wird das Theaterstück "Heiß auf 2. Liga" in den Hamburger Kammerspielen uraufgeführt. Es handelt davon, wie der Hamburger SV mit einer Mischung aus Misswirtschaft, Intrigen und Vereinsmeierei nach 131 Jahren erstmals die erste Liga verlassen musste. Die aktuelle Lage ist etwas besser. Mit einem fast halbierten Profi-Gehaltsetat (von 54 auf 28 Millionen Euro) liegt der HSV seit dem 1:0 in Dresden am Dienstag auf Platz eins der zweiten Liga. Und es sieht so aus, dass etwas Kontinuität in die HSV Fußball AG kommt. Am Mittwoch gab der Klub bekannt, dass der kommissarische Vorstandsvorsitzende Bernd Hoffmann einen Vertrag bis 2021 unterschrieben hat. Er bekam alle Stimmen des Aufsichtsrates.

Damit ist der Masterplan des früheren und neuen HSV-Chefs (dessen Vertrag 2011 nach sieben Jahren vom Aufsichtsrat nicht verlängert worden war) aufgegangen. Im Februar hatte Hoffmann sich mit 13 Stimmen Mehrheit gegenüber Jens Meier zum Präsidenten des HSV e.V. wählen lassen. Er übernahm den Vorsitz des Aufsichtsrates, der dann die Kündigung von Vorstandsboss Heribert Bruchhagen und Sportchef Jens Todt durchdrückte und ihn selbst zum (zunächst kommissarischen) Vorstandschef machte. Sein Präsidentenamt musste er jetzt aufgeben.

"Gemeinsam mit meinen Vorstandskollegen konnten wir in den vergangenen Monaten wichtige Schritte für die Entwicklung des HSV vollziehen. Dies hat sicher dazu beigetragen, dass der Aufsichtsrat sich nun für meine langfristige Berufung entschieden hat", sagte Hoffmann. Der Sport-marketing-Fachmann versuchte zunächst, den HSV etwas unabhängiger von Investor und Mäzen Klaus-Michael Kühne zu machen. Der neue Sportchef Ralf Becker (früher Holstein Kiel) leistet bisher gute Arbeit. Und Trainer Christian Titz, der ursprünglich nicht Hoffmanns Wunschkandidat war, stabilisierte das Team.

Ob die Intrigen weniger werden, ist indes unklar. Der HSV-Beirat wird den neuen Mann genau beobachten. Hoffmann, Typ Machtmensch, war selbst am einen oder anderen Winkelzug beteiligt.

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