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Halbmarathon:Europarekord und WM-Silber für Kejeta

Halbmarathon-Weltmeisterschaft in Gdingen

Weiß genau, was sie will – und was sie kann: Melat Yisak Kejeta freut sich über ihre Silbermedaille bei der Halbmarathon-WM.

(Foto: Adam Warzawa/dpa)

Die deutsche Läuferin überrascht bei der Halbmarathon-WM. Alexander Zverev erreicht das Finale des ATP-Turniers in Köln.

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Leichtathletik, Rekord: Melat Yisak Kejeta ist bei perfekten Bedingungen an der Ostseeküste zu Silber gestürmt und hat den deutschen Leichtathleten damit eine sensationelle Medaille bei der Halbmarathon-WM beschert. Die 28-Jährige aus Kassel lief die knapp 21,1 Kilometer am Samstag in der nationalen Rekordzeit von 1:05:18 Stunden und pulverisierte damit auch ihre eigene Bestmarke um mehr als drei Minuten. Der bisherige deutsche Rekord von Uta Pippig war nicht nur über 25 Jahre alt (März 1995), sondern auch mehr als zweieinhalb Minuten langsamer (1:07:58 Stunden). Mit der Zeit stellte Kejeta auch einen neuen Europarekord auf.

Schneller war in dem extrem schnellen Rennen im polnischen Gdynia (Gdingen) nur Peres Jepchirchir aus Kenia, die in 1:05:16 Stunden eine Weltrekordzeit für reine Frauen-Rennen über diese Distanz aufstellte. Kejeta hatte das Aufgebot des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) zwar angeführt, galt aber mit Blick auf die Medaillen eher als Außenseiterin. Die Deutsche gehörte während des Rennens stets zur Spitzengruppe und setzte sich auf den finalen Kilometern mit Titelgewinnerin Jepchirchir und der Äthiopierin Yalemzerf Yehualaw vom restlichen Feld ab. Yehualaw wurde im Sprintfinale auf den letzten Metern Dritte.

Die weiteren deutschen Starterinnen hatten mit den Top-Platzierungen nichts zu tun. Laura Hottenrott (1:10:49) landete auf Rang 26, Rabea Schöneborn (54.) und Deborah Schöneborn (55.) lagen noch deutlich weiter zurück. Auch die deutschen Männer mussten sich klar geschlagen geben. Simon Boch (35.), Konstantin Wedel (97.) und Amanal Petros (100.) lagen deutlich hinter der Weltspitze. Den Titel sicherte sich Jacob Kiplimo aus Uganda in 58:49 Minuten. Der Kenianer Kibiwott Kandie und Amedework Walelegn aus Äthiopien komplettierten das Podest.

Tennis, Köln: Alexander Zverev hat das Finale des ersten von zwei neuen ATP-Tennisturnieren in Köln erreicht. Der Topfavorit gewann am Samstag sein Halbfinale gegen den ungesetzten Spanier Alejandro Davidovich Fokina 7:5, 7:6 (7:3). Der 23-jährige Hamburger steht damit zum 20. Mal in seiner Karriere in einem Endspiel und greift nach seinem zwölften Turniersieg. Zverev, der vor gut einem Monat bei den US Open seinen ersten Grand-Slam-Titel knapp verpasste, trifft am Sonntag auf den Sieger des zweiten Halbfinals zwischen dem Spanier Roberto Bautista Agut und dem Kanadier Felix Auger-Aliassime. Am Montag beginnt noch ein zweites Hallen-Turnier in Köln.

Basketball, Euroleague: Der deutsche Basketballmeister Alba Berlin hat in der Euroleague für eine dicke Überraschung gesorgt. Das Team des spanischen Trainer-Routiniers Aito Garcia Reneses (73) gewann bei Titelverteidiger ZSKA Moskau 93:88 (47:51) und feierte damit den ersten Sieg im vierten Spiel der europäischen Königsklasse. Bayern München steigerte sich beim 75:71 (25:45) nach einem Fehlstart beim Favoriten Fenerbahce Istanbul und liegt mit drei Erfolgen in der Spitzengruppe.

In Moskau war Simone Fontecchio mit 20 Punkten Albas erfolgreichster Werfer, Nationalspieler Johannes Voigtmann kam für Moskau nur auf zwei Zähler. Bei den Bayern, die das erste Viertel in der Türkei komplett verschliefen (9:28), stachen Vladimir Lucic (18 Punkte) und Jalen Reynolds (17) heraus.Vor der Partie hatte Coach Reneses die nächste Berliner Niederlage befürchtet. "ZSKA ist eine großartige Mannschaft. Physisch sind sie größer und kräftiger als wir", sagte er über die Spieler des russischen Serienmeisters, der 2019 den Titel in der Euroleague gewonnen hatte. Auch in der vergangenen Saison lag ZSKA vor dem Abbruch durch die Corona-Pandemie auf Final-Four-Kurs.

Vor 3087 Zuschauern in Moskau sah es bis zur Pause nach einem standesgemäßen Sieg der Gastgeber aus, doch Alba blieb in Schlagdistanz und steigerte sich in der zweiten Halbzeit. Moskaus überragende US-Amerikaner Mike James (27 Punkte) und Will Clyburn (25) stemmten sich gegen die Niederlage, doch Niels Giffey mit einem wichtigen Offensivrebound und sein Nationalmannschaftskollege Maodo Lo von der Freiwurflinie sorgten für die Entscheidung. Am kommenden Donnerstag (22. Oktober) empfängt Alba Baskonia Vitoria-Gasteiz aus Spanien. Zuvor treffen die Berliner am Sonntag (18.00 Uhr/MagentaSport) in Bonn im Pokal auf die Löwen Braunschweig. Für die Bayern geht es im Pokal in Weißenfels gegen medi Bayreuth (Sonntag, 20.30 Uhr/MagentaSport) weiter, ehe am kommenden Freitag (23. Oktober) Olympiakos Piräus in der Euroleague wartet.

Ski alpin, Riesenslalom: Marta Bassino hat das erste Rennen der neuen Weltcup-Saison gewonnen. Die Italienerin siegte am Samstag im Riesenslalom von Sölden vor ihrer Teamkollegin und letztjährigen Weltcup-Gesamtsiegerin Federica Brignone. Dritte wurde Weltmeisterin Petra Vlhova aus der Slowakei. Aus dem deutschen Team, dem durch den Rücktritt von Viktoria Rebensburg die beste und erfolgreichste Athletin der vergangenen Jahre fehlte, schaffte es keine Starterin in den zweiten Lauf. Am Sonntag (10.00/13.15 Uhr/ZDF und Eurosport) sind die Herren mit Stefan Luitz und Alexander Schmid an der Reihe.

Fußball, Ligue 1: Auch ohne den Brasilianer Neymar hat Frankreichs Fußball-Meister Paris Saint-Germain sein Auswärtsspiel bei Olympique Nimes gewonnen. Das Team von Trainer Thomas Tuchel setzte sich am Freitagabend mit 4:0 (1:0) durch. Kylian Mbappé (32./83.), Alessandro Florenzi (78.) und Pablo Srabia (88.) erzielten die Tore für den Champions-League-Finalisten. Die Gastgeber spielten nach 15 Minuten (Rote Karte gegen Verteidiger Loick Landre) in Unterzahl. Nach dem siebten Spieltag ist Paris zumindest vorübergehend mit 15 Punkte Spitzenreiter der Ligue 1. Die beiden deutschen Nationalspieler Julian Draxler und Thilo Kehrer fehlten im Tuchel-Team verletzt.

© SZ.de/sid/dpa/tbr
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