Halbfinale im DFB-Pokal Aus allen Träumen gerutscht

Der Anfang vom Ende: Philipp Lahm fällt beim ersten Elfmeterversuch hin.

(Foto: Bongarts/Getty Images)
  • Was für ein Drama im Halbfinale des DFB-Pokals: Der FC Bayern verliert im Elfmeterschießen gegen Dortmund, weil kein Versuch verwandelt wird.
  • Die Dortmunder zeigen eine kämpferisch überzeugende Leistung, haben aber bei Schiedsrichterentscheidungen Glück.
  • Lahm, Alonso, Götze und Neuer verfehlen ihre Elfmeter.
Aus dem Stadion von Benedikt Warmbrunn

Zur Ausstattung der Arena in Fröttmaning gehören 75 000 Sitzschalen, dazu zwei angenehm beheizbare Ersatzbänke, dazu ein paar Campinghocker für die Sicherheitsmänner. Nicht zur Ausstattung der Arena gehört allerdings ein solider Klappstuhl aus Holz. Und so blieb Pep Guardiola stehen.

Erst vor drei Wochen, beim DFB-Pokal-Viertelfinale in Leverkusen, hatte sich der Trainer des FC Bayern demonstrativ entspannt auf einen Klappstuhl gesetzt, als es ins Elfmeterschießen ging; sein Team siegte. Am Dienstagabend, im DFB-Pokal-Halbfinale gegen Borussia Dortmund, aber war da kein Klappstuhl, und so stand Guardiola, die Hände in den Hosentaschen vergraben. So sah er, wie Lahm ausrutschte. Er sah, wie Alonso ausrutschte. Er sah, wie Götze verschoss. Er sah, dass Neuer an die Latte schoss.

"Entschuldigen werde ich mich nicht"

Dortmunds Trainer Jürgen Klopp gibt zu, dass seine Mannschaft mit Glück ins Finale gekommen ist. Bayern-Kapitän Philipp Lahm kann das Unfassbare nicht erklären. Und Pep Guardiola ist stolz auf seine Mannschaft. mehr ... Die Reaktionen

Er sah, wie Borussia Dortmund das Pokalfinale erreichte.

In einem Spiel, das erst Mitte der zweiten Halbzeit an Dramatik gewann, als beide Mannschaften das Spiel schon für sich hätten entscheiden können, war dieses Elfmeterschießen fast das logische Ende; für Dortmund trafen Gündogan und Kehl vom Elfmeterpunkt zum 3:1-Sieg (1:1, 1:0).

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Der FC Bayern verliert im Elfmeterschießen gegen Dortmund, weil kein Versuch verwandelt wird. Die Dortmunder zeigen eine kämpferisch überzeugende Leistung, haben aber bei Schiedsrichterentscheidungen Glück. Diskutieren Sie mit uns. mehr ... Ihr Forum

"Das war ein Höllenspiel", sagte Dortmunds Trainer Jürgen Klopp später, "es sollte heute sein!" Guardiola gratulierte dem BVB, er sei "sehr, sehr, sehr stolz" auf seine Mannschaft, die wenig falsch und fast alles richtig gemacht habe. "Im Elfmeterschießen waren wir ein bisschen müde", befand er. Und sonst? "Morgen Training", sagte Guardiola, kurz darauf verschwand er hastig im Bauch des Stadions.

Welke Blumen vor Rummenigges Füßen

Das wahnsinnigste Halbfinale seit Erfindung der Halbfinals endet erstaunlich: Die Bayern werden ihre Pflanzenpräsente nicht los, Mitchell Weiser fummelt auf Hermann Gerlands Handy rum und über allem schwebt Müller-Wohlfahrt. Der Abend in der Nachlese. mehr ...

Dieses Pokal-Halbfinale war in den Tagen zuvor von beiden Teams zu einem Ereignis von unwahrscheinlicher Bedeutung hoch geredet worden; für Klopp war es das letzte Spiel gegen den FC Bayern, bevor er im Sommer aufhört; er komme "auf Krawall gebürstet", hatte er angekündigt. Pep Guardiola, der Trainer des FC Bayern, hat die Partie dagegen ein bisschen zum Testlauf für das Halbfinale in der Champions League gegen den FC Barcelona erklärt. Am Montag deutete er, dass er die stärkste Elf seit Wochen aufstellen werde, darunter erstmals wieder Arjen Robben.

Es war eine Finte. Eine erste.

Die zweite Finte war die tatsächliche Aufstellung. Fünf potenzielle Verteidiger standen auf dem Spielberichtsbogen, doch nur drei von ihnen spielten in der Abwehr: Medhi Benatia rechts, in der Mitte Jérôme Boateng, links Rafinha. Die anderen beiden, Mitchell Weiser und Juan Bernat, agierten zwar gelegentlich als vorgerückte Außenverteidiger, meistens aber spielten sie eher als eine Art defensivbedachte Flügelstürmer. Spielaufbau in der Mitte, Vorstöße über die Außen, dann flink in den Strafraum, das war der Plan.

Dortmund dagegen lauerte auf Fehler, Shinji Kagawa, Marco Reus und Pierre-Emerick Aubameyang stellten sich in der gegnerischen Spielfeldhälfte in den Weg. Lange Zeit war das Spiel daher davon bestimmt, dass sich Boateng mit den Mittelfeldspieler Xabi Alonso und Philipp Lahm in der eigenen Hälfte die Bälle zuspielte, manchmal verloren sie sich dabei ein wenig in der Kurzpassigkeit des Seins.

Bis zum Führungstor war dieses Halbfinale daher davon geprägt, dass sich beide Mannschaften darin stritten, wer unscheinbarer wirken kann, und Dortmund gewann zunächst. Der FC Bayern spielte sich immer wieder über die Außen, über Bernat und Weiser, an den Strafraum, sammelte so zumindest einen Vorsprung in der Eckballstatistik. Die beste Chance hatte Thomas Müller mit einem Kopfball (14.).