Hängende Spitze Wo es Ratten regnet ...

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Das Stadion ist keine Müllhalde. Trotzdem schaffen es immer wieder die seltsamsten Dinge in die Arena: Motorroller, Schweinsköpfe - und nun sogar Nagetiere.

Von Klaus Hoeltzenbein

An alle, die es immer noch nicht kapiert haben: Ein Stadion ist keine Müllhalde! Auch wenn es dort immer mal so aussieht. Als größter Sündenfall der jüngeren Vergangenheit gilt bis heute jener Vorfall vom Mai 2001, als im Mailänder San-Siro-Stadion ein schwarzer Motorroller über die Brüstung flog. Das Motorino gehörte einem Anhänger von Atalanta Bergamo, bevor es ihm am Stadion von Anhängern von Inter Mailand im Kampf entwendet wurde. Alles wurde nicht aufgeklärt, sicher aber ist, dass das Motorino ohne Eintrittskarte in den Innenraum gelangen konnte.

Ebenfalls unbefugt ins Stadioninnere gelangte im Jahr darauf ein Schweinskopf. Der Schauplatz: Barcelona. In vielerlei Hinsicht handelte es sich damals um eine Umweltkatastrophe, es flog nicht nur ein halbes, totes Tier, eingesammelt wurden neben den obligaten Münzen und Plastikflaschen auch faules Obst, Messer sowie eine Whiskyflasche (höchstwahrscheinlich leer). Alles nur wegen Luis Figo - der Portugiese war kurz zuvor aus Katalonien ins verhasste Madrid zu Real umgezogen.

Europas Südzone gilt in fußball-ökologischen Fachfragen gemeinhin als nicht gar so nachhaltiges Revier. Am Samstag wurde die Flotte der Flugobjekte noch einmal erweitert: In Madrid regnete es Ratten. Zum Glück in der sympathischeren, der Plüschtier-Variante. Und nur, weil Reals Torwart Thibaut Courtois einst beim jetzt 1:3 unterlegenen Stadtrivalen Atlético tätig war.

Wie einst Figo ist er damit ein Verräter.

Ein Tipp zur Stadionhygiene unter Europäern, präsentiert von den Weltmeistern der Mülltrennung: Das Motorino gehört auf den Wertstoffhof. Der Schweinskopf muss in die Biotonne. Und die Ratte zählt, ob Original oder Plüsch, in jeder Form zum Sondermüll.