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Hängende Spitze:Ran an den Dispo!

Der Fußball hat eine neue Einnahmequelle entdeckt: Einlaufkinder, die dafür bezahlen, dass die Profis sie an der Hand nehmen. Das ist visionär, aber nur ein Anfang. Zum Wohle des Fußballs müssen alle Fans größere Opfer bringen.

Der britische Telegraph enthüllte, dass Familien, die ihren Nachwuchs als Einlaufkinder auf die Spielfelder der Premier League schicken, dafür oft viel bezahlen müssen. 830 Euro etwa bei West Ham. Bevor Kritiker kommen: Die Klubs sind nicht gierig, sie sind visionär. Es geht um die Einlaufkindermärkte, die global erschlossen werden sollen. Klingt vernünftig. Überhaupt sollten Fans glaubhafter zeigen, dass sie echte Fans sind. Nur 10 TV-Sender zu abonnieren, die nun Fußball zeigen, reicht nicht. Wer im Stadion jubelt, zahlt 100 Euro. Wer buht, 200. Das könnte die Stimmung verbessern, weil bessere Stimmung weniger kostet. So könnte der Fan nebenbei sparen. Win-Win für alle. Innovativ auch Leipzig: Dort lief der Bub Timo Werner neben Profi Timo Werner ein. Bleibt zu hoffen, dass der Bub für dieses Matching Aufschlag zahlte. Die Presse? Muss auch endlich ihrer Verantwortung nachkommen und kostenfreie Akkreditierungen ablehnen. Alle müssen Opfer bringen. Wer jetzt nicht seinen Dispo erweitert, hat den Fußball nie geliebt.

© SZ vom 17.02.2020
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