Hängende Spitze:Ein Fall für die Innenministerkonferenz

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Der Sport ist überfordert, und die Politik denkt längst weiter. Verschiedene Durchbrüche werden demnächst erwartet.

Von Sebastian Fischer

Die Politik hat lange zugeschaut, jetzt reicht's: Wenn in dieser Woche die 16 Innenminister der Länder zu ihrer Herbsttagung zusammentreffen, wollen sie über Gefängnisstrafen für das Abbrennen von Bengalos in Fußballstadien beraten, bekanntlich eines der drängenden Probleme unserer Zeit. Bis zu ein Jahr Haft soll es für das Zünden von Pyrotechnik in größeren Menschenmengen geben, lautet der Vorschlag aus Hessen, den Landesinnenminister Peter Beuth (CDU) so begründet: "Wenn die Vereine bis heute nicht in der Lage sind, ihre Stadien frei von Pyrotechnik zu halten, muss eben der Staat Konsequenzen ziehen." Law and Order! Beeindruckend.

Allerdings ist der Sport auch noch an anderer Stelle überfordert, und die Politik denkt längst weiter. Der Arbeitskreis für Kommunale Angelegenheiten, einer von sechs Arbeitskreisen zur Vorbereitung der Innenministerkonferenz (IMK), könnte sich bald zusätzlich um alle ungelösten Probleme des Fußballs kümmern. Ein Durchbruch wird in der Auslegung der Handspielregel erwartet. Eine "natürliche Handbewegung" liegt demnach immer dann vor, wenn keiner einen Finger unnötig krumm macht. Die Diskussion um den Videobeweis könnte die IMK beenden, indem der Videoassistent beim Videoschauen künftig videoüberwacht wird. In Taktikfragen wird der Staat mit Handreichungen Konsequenzen ziehen, sollte die Sicherheit des eigenen Tores wie bei der Nationalelf im Sommer wiederholt nicht garantiert sein. Das defensive Schalker Modell, mit dem Nordrhein-Westfalen im Frühjahr noch warb, empfiehlt sich dabei jedoch eher nicht. Die kreative Ausbildung Minderjähriger soll nicht gefährdet werden.

Umstritten ist auch ein Vorstoß aus Bayern zur Wiederherstellung des traditionellen Wettbewerbs in der Liga. Der Beschluss einer Obergrenze für Punkterückstände auf Dortmund wird wohl scheitern. Allerdings droht der Freistaat als Konsequenz mit der Aufnahme aller Spitzenspieler im Sommer 2019, ohne Rückführungen zu gewährleisten.

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