Eine Charakterdebatte, ob der Mittelfranke überhaupt zum übertriebenen Risiko neigt, erübrigt sich an dieser Stelle. Noah König ist gebürtiger Karlsruher, und Maximilian Dietz wurde in New York City geboren. In beiden Städten ruft niemand „Allmächd“, wenn etwas so Erstaunliches passiert wie jetzt beim Zweitligisten Spielvereinigung Greuther Fürth.
Zum zweiten Mal schon in dieser Saison ist ein Fürther wegen eines Fouls in den ersten 50 Sekunden vom Platz geflogen: im September gegen Kaiserslautern war es der Abwehrspieler König wegen einer Notbremse nach 27 Sekunden und am Samstag gegen Braunschweig der Mittelfeldmann Dietz für ein grobes Foul nach 50 Sekunden plus zweiminütigem Videocheck. Beide Spiele mussten die Fürther folglich durchgängig in Unterzahl bestreiten. Während sich dies beim 0:3 gegen Kaiserslautern fatal auswirkte, verteidigten sie gegen Braunschweig nun immerhin ein 0:0.
Erzrivale Nürnberg macht eine beinahe tröstliche Erfahrung mit einem Platzverweis
Dass die Fürther Tabellenletzter sind, hat wohl etwas mit den Platzverweisen zu tun, und die Platzverweise wiederum damit, dass sie sich in dieser Saison so schwertun. Rote Karten kontrastieren das fröhliche Vereinsemblem mit dem grünen Kleeblatt.
Es dauerte ungefähr nur einen perfekt extrahierten Espresso (25 Sekunden), ehe König seine rote Karte provozierte, und es dauerte ungefähr zwei perfekt extrahierte Espressi, ehe Dietz sein fatales Foul beging. Das ist insofern relevant, als man beim Fürther Erzrivalen im benachbarten Nürnberg soeben eine sogar tröstliche Erfahrung mit einem Platzverweis gemacht hat.
Im vorletzten Spiel war der Trainer Miroslav Klose wegen Schimpfens des Innenraums verwiesen worden, weshalb er seiner Mannschaft zwecks Strafe etwas schenken muss. Die Spieler haben sich für eine sauteure Espressomaschine entschieden. Keine schlechte Idee – von Koffein-Doping vor dem Spiel ist den Fürthern allerdings dringend abzuraten!

