Gut möglich, dass Alexander Zorniger all das genau so kalkuliert hat: Der Trainer des Fußball-Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth hatte nach dem 1:1 seiner Mannschaft gegen Paderborn vor drei Wochen seinen jungen Torwart Nahuel Noll, 21, massiv öffentlich kritisiert, war daraufhin unter anderem von Bayerns Ersatzkeeper Sven Ulreich ebenso heftig angegangen worden. Zorniger entschuldigte sich schließlich öffentlich für seinen emotionalen Ausbruch, doch die Worte waren in der Welt.
Und sie haben offensichtlich beim Adressaten Noll ihre Wirkung nicht verfehlt, denn der Leihspieler aus Hoffenheim spielt seither auf verblüffend hohem Niveau: Nachdem er vor der Länderspielpause bereits beim 4:0-Sieg in Regensburg ganz stark gehalten hatte, war er am Sonntag der Garant für das 0:0 gegen die SV Elversberg, wodurch das Kleeblatt auch nach fünf Spielen ungeschlagen bleibt.
Nachdem es in den ersten vier Partien mit Fürther Beteiligung 15 Treffer gegeben hatte, war diesmal also Torflaute angesagt, allerdings wurde es den knapp 11 000 Zuschauern im Ronhof nicht langweilig. Wobei die Gäste aus dem Saarland deutlich mehr Chancen hatten, etwa durch Muhammed Damar, dessen Schuss Noll spektakulär parierte (14.). Elversbergs Fisnik Asllani ließ gleich drei Fürther stehen, schob die Kugel dann jedoch unbedrängt am Tor vorbei (39.). Und später erhielten die Saarländer nach einer Grätsche von Gideon Jung gegen Lukas Pinckert einen zweifelhaften Elfmeter, den Noll parieren konnte; der Versuch von Asllani fiel allerdings kläglich aus (52.).
Während Fürth durch Branimir Hrgota (45.) und Roberto Massimo (71.) seine besten Chancen hatte, musste Torwart Noll tief in der Nachspielzeit noch bei einer Doppelchance von Carlo Sickinger eingreifen. Das Fazit von Kleeblatt-Coach Zorniger: „Die Verantwortung für den Ballbesitz, die Kompaktheit – da waren einige Dinge nicht auf dem Level, wie wir es in dieser Saison schon hatten.“

