Novak Djokovic verließ die Caja Mágica nach der nächsten Niederlage erhobenes Hauptes. Lächelnd winkte er ins Publikum. „Adiós“! Die Zuschauer waren beim 3:6, 4:6 des erfolgreichsten Tennisspielers der Geschichte gegen den Italiener Matteo Arnaldi mit der „neuen Realität“, wie es Djokovic nannte, konfrontiert.
Der Grand-Slam-Rekordchampion mit dem unstillbaren Hunger nach Siegen ist ein Mensch geworden, der im Alter von bald 38 Jahren nur noch selten zu sportlichen Höchstleistungen fähig ist. „Das ist der Lauf des Lebens, der Lauf der Karriere“, stellte Djokovic fest.
Eine Niederlage zum Auftakt in Monte-Carlo, eine Niederlage zum Auftakt in Madrid. Arnaldi hatte zu Beginn des Matches gegen sein Idol nur versucht, sich „nicht in die Hose zu machen“, wie er zugab. Doch der Respekt vor der Größe des Gegners und des Courts schwand. „Er ist gerade nicht in Bestform, daher habe ich versucht, mein Bestes zu geben und zu gewinnen“, sagte der Italiener. Djokovic wirkte dagegen vorbereitet, entspannt sprach er über das „komplett andere Gefühl“, nach 20 Jahren als Champion plötzlich früh zu verlieren. „Irgendwann musste es ja passieren.“
Noch ist der Traum vom alleinigen Grand-Slam-Rekord seine Triebfeder. Djokovic hat 24 Titel bei den vier wichtigsten Turnieren gewonnen, so viele wie die Australierin Margaret Court. Der Serbe glaubt fest daran, dass er diesen einen Titel noch in sich hat. „Bei den Grand Slams will ich mein bestes Tennis zeigen“, sagte er in Madrid, „ich bin aber nicht sicher, ob ich das in Roland Garros schaffe.“ Das Turnier in Paris beginnt Ende Mai. In Madrid könnte er schon zum letzten Mal aufgeschlagen haben. „Das könnte sein. Ich bin nicht sicher, ob ich zurückkomme. Ich weiß es nicht“, sagte er.

