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Grafik zu Bundesliga-Transfers:Multikulti in Berlin

Schalke glaubt an Deutschland

Der FC Schalke 04 ist der Verein, der am meisten auf die Stärke der Heimligen vertraut. Alle zwölf Neuverpflichtungen stammen aus einer deutschen Spielklasse. Neben den vielen Nachwuchstalenten holte Jens Keller fünf Bundesliga-Profis, einen Zweitliga-Mann und den vereinslosen Torwart Christian Wetklo - auch der spielte seine ganze Karriere lang in Deutschland.

Andere Vereine setzen dagegen auf die Einflüsse verschiedener Spielstile. Die Vieleinkäufer Mainz, HSV und Hannover 96 rekrutierten Personal aus acht Ligen. Beim HSV trainieren nun ehemalige Spieler der Premier League, der italienischen Serie A, der japanischen J-League und der brasilianischen Liga gemeinsam mit Akteuren, die eben noch in der Regionalliga oder der U19 aktiv waren.

Hertha mag's multikulturell

Der multikulturellste Verein ist - natürlich - Hertha BSC Berlin. Der Hauptstadtklub holte sich zehn Spieler und die kamen aus sechs Ländern. Neben vier Bundesligisten und einem Zweitligisten trafen neu an der Spree ein: Valentin Stocker aus der Schweizer Super League, Genki Haraguchi aus Japan, John Heitinga vom FC Fulham, Roy Beerens aus den Niederlanden und am Montag folgte auch noch der ivorische Stürmer Salomon Kalou von OSC Lille. Die Bekanntheit Berlins dürfte dem ein oder anderen sicherlich die Entscheidung erleichtert haben, bei Hertha zu unterschreiben.

Augsburg liebt die Zweitligisten

Wer es als Spieler aus der 2. Liga in die Bundesliga schaffen will, hat die größten Chancen bei einem Klub aus dem gesicherten Mittelfeld der Vorsaison (14 Spieler). Der FC Augsburg schnappte sich gleich fünf Zweitliga-Leute und war damit die erste Anlaufstation für Spieler aus dem Unterhaus. Fünf weitere Fußballer schafften es zu einem Verein, der im Frühjahr einen internationalen (Qualifikations-)Platz erobern konnte. Mainz holte gleich drei Zweitliga-Erfahrene (Daniel Brosinski, Nikita Rukavytsya, Chinedu Ede), Bayer Leverkusen und Schalke 04 einen (Karim Bellarabi, Wetklo).

Und zu welchem Verein verschlägt es Spieler, die schon in der Vorsaison in der Bundesliga vertreten waren? Ausgerechnet zum Fast-Absteiger HSV. Der hat sich mit sechs Fußballern die meiste Bundesliga-Erfahrung geholt. Tatsächlich sind aber die Klubs, die auch international mitmischen in dieser Saison, die größten Profiteure. Robert Lewandowski vom BVB zum FC Bayern, Kyriakos Papadopoulos von Schalke zu Leverkusen oder Adrián Ramos von Hertha zum BVB - alles Spieler, die sich an die Gepflogenheiten der Liga nicht mehr gewöhnen müssen.

© SZ.de/jbe/lala
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