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Bundespräsidentenwahl:Goretzka: "Er hat mich mit einigen Reden berührt"

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Der Bayern-Profi spricht über Frank-Walter Steinmeier und die politische Positionierung des Fußballs. Basketballer LeBron James gelingt eine Bestmarke.

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Fußball, Politik: Nationalspieler Leon Goretzka von Bayern München ist die Rolle des Bundespräsidenten "angesichts der immer stärker werdenden Polarisierung sehr wichtig. Er kann Dinge beruhigen und für einen besseren Zusammenhalt sorgen. Ich finde, diesbezüglich hat das Frank-Walter Steinmeier bislang sehr gut gemacht. Er wirkt oft als ein notwendiges Korrektiv und hat mich mit einigen Reden berührt", sagte Goretzka der Welt am Sonntag. Der 27-Jährige zählte zu den 1472 Personen, die am Sonntag in Berlin bei der Wahl des Bundespräsidenten stimmberechtigt waren. Goretzka ist einer der wenigen Fußball-Profis, die sich kritisch zu gesellschaftlichen und politischen Themen äußern - wie etwa zum Thema Nachhaltigkeit. "Ich denke, ein großer Schritt nach vorn wäre - auch im Mindset der Gesellschaft -, wenn Klimaschutz noch viel mehr mit Vorteilen und nicht mit wirtschaftlichen Nachteilen assoziiert werden würde", sagte der frühere Schalker: "Politik und Wirtschaft müssten da aus meiner Sicht noch viel stärker zusammenwirken."

Auch im Fußball gebe es "großes Verbesserungspotenzial. Aber ich habe das Gefühl, dass das Thema bei den Entscheidungsträgern eine immer stärkere Rolle spielt. Auch beim FC Bayern steht das Thema oben auf der Agenda. Das ist wichtig, zumal der Fußball da Zeichen setzen kann und muss", sagte Goretzka. Das Thema Katar bezeichnete der Nationalspieler als "sehr schwierig, ähnlich wie das der Olympischen und Paralympischen Spiele in Peking". Man rede "immer noch über weitere dringend nötige Verbesserungen bei Themen wie Arbeitnehmerrechten und dem Umgang mit Homosexualität". Es mag "vielleicht naiv klingen", ergänzte Goretzka, "aber ich glaube daran, dass ein Sportevent einen positiven Einfluss in Bezug auf Veränderungen haben kann. Hier sind wir alle gefordert: Verbände, Spieler, Fans sowie Politik, Wirtschaft und Medien."

Basketball, NBA: LeBron James hat NBA-Legende Kareem Abdul-Jabbar überholt und ist "inoffizieller" Punktekönig. Summiert kommt der 37-Jährige von den Los Angeles Lakers in Hauptrunden- und Play-off-Spielen auf 44.157 Zähler (36.526+7631), Abdul-Jabbar hatte in seiner Karriere 44.149 (38.387+5762) verbucht. "Ich bin dankbar für die Gelegenheit, dieses Spiel auf höchstem Niveau spielen zu können", sagte der viermalige NBA-Champion James: "Ich liebe Basketball. Ich liebe es, Teil der NBA zu sein und so viele verschiedene Generationen inspirieren zu können. Das ist eine ziemlich große Sache." James kam im Spiel bei den Golden State Warriors (115:117) auf 26 Punkte und ließ damit den heute 74-jährigen Abdul-Jabbar hinter sich. Die Liste ist inoffiziell, da im US-Sport traditionell die Statistiken aus Hauptrunde und Play-offs getrennt betrachtet werden. Hinter James und Abdul-Jabbar folgen Karl Malone (41.689), Kobe Bryant (39.283) sowie Michael Jordan (38.279). Im wichtiger eingeschätzten Hauptrundenranking liegt weiter Lakers-Ikone Abdul-Jabbar an der Spitze, es folgen Malone (36.928), James, Bryant (33.643), Jordan (32.292) und das deutsche Basketballidol Dirk Nowitzki (31.560).

Fußball, Klub-WM: Teammanager Thomas Tuchel hat dank Nationalspieler Kai Havertz bei seiner Rückkehr auf die Bank des FC Chelsea das Finale der Klub-WM gewonnen. Der Champions-League-Sieger bezwang am Samstag in Abu Dhabi den brasilianischen Copa-Libertadores-Gewinner SE Palmeiras aus Sao Paulo mit 2:1 (1:1, 0:0) nach Verlängerung. Havertz verwandelte in der 117. Minute den entscheidenden Handelfmeter. Vorher hatte Romelu Lukaku (55.) in der regulären Spielzeit für die Blues getroffen, die im Halbfinale gegen den saudi-arabischen Topklub Al-Hilal (1:0) ohne Tuchel hatten auskommen müssen. Tuchel war nach überstandener Corona-Infektion erst am Freitag zur Mannschaft gestoßen.

Im Finale glich Raphael Veiga (64., Handelfmeter) zwischenzeitlich für Palmeiras aus. Der Brasilianer Luan sah in der Nachspielzeit nach einer Notbremse noch die Rote Karte. Für den deutschen Welttrainer ist es nach dem Gewinn des europäischen Supercups und der Königsklasse der dritte Titel mit Chelsea seit seinem Amtsantritt im Januar 2021. Für die Londoner ist es indessen der erste Sieg bei der Klub-Weltmeisterschaft. Der Premier-League-Klub hatte bereits 2012 im Finale gestanden und gegen Corinthians Sao Paulo 0:1 verloren, nachdem er Bayern München Champions-League-Finale in der Allianz Arena im Elfmeterschießen besiegt hatte.

Fußball, England: Manchester City marschiert weiter unaufhaltsam dem nächsten Titel in der Premier League entgegen. Beim Abstiegskandidaten Norwich City siegten die Citizens mit Nationalspieler Ilkay Gündogan in der Anfangsformation mit 4:0 (1:0) und sind seit 15 Spielen ungeschlagen. Dreierpacker Raheem Sterling (31./70./90.+1) und Phil Foden (48.) schossen die Tore. Sterling war vor seinem dritten Tor mit einem Foulelfmeter zunächst gescheitert, war aber im Nachschuss erfolgreich. Die Mannschaft von Teammanager Pep Guardiola führt die Tabelle mit 63 Punkte souverän vor dem FC Liverpool von Coach Jürgen Klopp an. Die Reds haben schon zwölf Punkte Rückstand, aber noch zwei Spiele weniger ausgetragen. Am Sonntag (15.00 Uhr/Sky) gastiert Liverpool beim FC Burnley.

Teammanager Ralf Rangnick hat mit dem englischen Rekordmeister Manchester United den derweil nächsten Dämpfer erlitten. Im Duell der ehemaligen Bundesliga-Trainer mit Ralph Hasenhüttl kam das Rangnick-Team gegen den FC Southampton nur zu einem 1:1 (1:0) und liegt im Kampf um die Champions-League-Ränge mit 40 Punkten zunächst auf Rang fünf. Der Ex-Dortmunder Jadon Sancho (21.) brachte die Red Devils zunächst auf Siegkurs. Doch kurz nach der Pause gelang Che Adams (48.) der Ausgleich für die Gäste, die mit 29 Zählern im Mittelfeld der Tabelle liegen. Wieder ohne Treffer blieb Manchester Uniteds Cristiano Ronaldo, der nun seit sechs Pflichtspielen ohne Torerfolg ist. Am vergangenen Wochenende war der Rekordmeister im FA-Cup am Zweitligisten FC Middlesbrough gescheitert, es folgte in der Liga ein 1:1 bei Schlusslicht FC Burnley.

Basketball, NBA: Im September wollen Dennis Schröder und Daniel Theis gemeinsam mit der deutschen Nationalmannschaft bei der Basketball-EM in Köln und Berlin für Furore sorgen. In der NBA waren die beiden Kumpels aber erst einmal Teil eines spektakulären Deadline Days, bei dem der Spielertausch der beiden Superstars James Harden und Ben Simmons zwischen den Brooklyn Nets und den Philadelphia 76ers alles andere in den Schatten stellte. Aus deutscher Sicht sorgte aber besonders die Rückkehr von Theis zu den Boston Celtics für Aufsehen - vor allem, weil Schröder dafür im Tausch zusammen mit zwei weiteren Spielern zu den Houston Rockets transferiert wurde. Für Schröder setzt sich damit ein enttäuschendes Basketball-Jahr fort. Im Sommer hatte der 28 Jahre alte Aufbauspieler auf einen hoch dotierten Mehrjahresvertrag über mehr als 100 Millionen Dollar spekuliert und deshalb ein 84-Millionen-Dollar-Angebot der Los Angeles Lakers über vier Jahre ausgeschlagen.

Doch Schröder verpokerte sich und landete schließlich mit einem Einjahresvertrag über lediglich 5,9 Millionen Dollar in Boston. Nach Startschwierigkeiten kam Schröder zuletzt aber immer besser zurecht und hatte einen nicht unerheblichen Anteil am Aufschwung der Celtics, die inzwischen wieder ein ernsthafter Playoff-Anwärter in der Eastern Conference sind. Auf 14,4 Punkte, 3,3 Rebounds und 4,2 Assists kam der gebürtige Braunschweiger im bisherigen Saisonverlauf im Schnitt. Doch nun geht es für Schröder nach Houston zu den Rockets - dem schlechtesten Team der Western Conference. Chancen auf die Playoffs hat er dort keine. Auch über mehr Spielzeit wird er sich in Houston kaum freuen dürfen. In Boston stand er in dieser Saison bislang im Schnitt 29,2 Minuten auf dem Parkett, bei den Rockets dürfte es eher weniger sein. Das einzig Gute für Schröder: Sein Vertrag läuft am Ende der Saison aus, dann kann er wieder neu verhandeln - dieses Mal vielleicht etwas besser als im vergangenen Sommer.

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