BasketballGordon Herbert wird kanadischer Nationaltrainer

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Vielleicht ja sogar beide Mannschaften: Bis Sommer 2026 ist Gordon Herbert Trainer des FC Bayern, dann übernimmt er das kanadische Nationalteam. Denkbar ist auch, dass er zusätzlich Trainer der Münchner bleibt.
Vielleicht ja sogar beide Mannschaften: Bis Sommer 2026 ist Gordon Herbert Trainer des FC Bayern, dann übernimmt er das kanadische Nationalteam. Denkbar ist auch, dass er zusätzlich Trainer der Münchner bleibt. (Foto: Marco Steinbrenner/DeFodi Images/Imago)

Der kanadische Verband hat die Verpflichtung des Weltmeister-Trainers zum Sommer 2026 bekannt gegeben, bis dahin läuft sein Engagement beim FC Bayern. Wie es weitergeht, ist offen, auch eine Doppellösung ist denkbar.

Von Ralf Tögel

Am vergangenen Mittwoch kündigten die Basketballer FC Bayern München in einer großen Presserunde den Rückzug ihres Geschäftsführers Marko Pesic zum Jahresende an, den Präsident Herbert Hainer als Architekt der prosperierenden Profiabteilung würdigte. Von Trainer Gordon Herbert war mit keinem Wort die Rede, umso überraschender kam am folgenden Tag eine Presserklärung des kanadischen Basketballverbands, dass dieser im Sommer 2026 die Nationalmannschaft übernehmen wird. Bis dahin läuft der Vertrag des 66-Jährigen beim FC Bayern, zumindest der Zeitpunkt der Veröffentlichung kommt überraschend.

Nun hat der deutsche Meister regiert und eingeräumt, dass die Kommunikation aus seiner Sicht etwas unglücklich gelaufen sei. Offenbar ist der kanadische Verband vorgeprescht, denn dass Herbert mit diesem verhandelte, hatte er längst mit seinem derzeitigen Arbeitgeber besprochen. „Ich habe den FC Bayern Basketball bereits vor einiger Zeit über das generelle Interesse aus meiner Heimat in Kenntnis gesetzt. Zu betonen ist hierzu, dass die grundsätzliche Vereinbarung mit Kanada weder meinen aktuellen Vertrag mit Bayern beeinflusst noch eine mögliche Vertragsverlängerung mit Bayern München über den Sommer 2026 hinaus.“

Damit lässt sich Herbert sämtliche Optionen offen, denn fest steht nur, dass er das kanadische Team übernehmen wird. Wie sein Kontrakt ausgestaltet werden wird, bleibt offen, möglich wäre auch eine Doppellösung, dass er etwa seinen Vertrag in München verlängert und zusätzlich Nationaltrainer in der Heimat wird – eine nicht selten praktizierte Lösung.

Dazu würde Herberts Aussage über seinen derzeitigen Verein passen: „Unabhängig davon steht mein Commitment zum FC Bayern Basketball zu 100 Prozent. Denn der Job in München erfüllt mich extrem, mir wird hier großer Respekt entgegengebracht und ich habe ebenso große Lust darauf, so lange mit diesem Klub zusammenzuarbeiten, wie es mir möglich sein wird.“

Der Protest des MBC wird von der Basketball-Bundesliga als unzulässig abgelehnt, der Sieg des FCB hat Bestand

Womit das Thema abgehakt sei, nun gelte sein Fokus der Sonntagspartie gegen Göttingen, sowie dem Playoff-Start am 17. Mai im SAP Garden: „Wir haben hier noch eine Menge vor.“ Dazu passt die Meldung, dass die Basketball-Bundesliga  (BBL) den Protest zum Spiel des Mitteldeutschen BC bei den Bayern am vergangenen Sonntag abgewiesen hat. Die Münchner gewannen dank eines Dreiers von Shabazz Napier in der Schlusssekunde 90:88, nach Ansicht der Weißenfelser kam dieser zu spät. Spielleiter Dirk Horstmann begründete die Entscheidung damit, dass weder Kapitän, der Trainer noch der Assistenztrainer des Gästeteams wie für einen Protest vorgeschrieben, vor der Unterzeichnung des Spielberichtsbogens diesen angemeldet hätten. Der Protest sei unzulässig, die Wertung bleibt bestehen.

Wohl auch zur Freude von FCB-Trainer Herbert, der auch in seiner Heimat nicht erst seit seinen Erfolgen mit dem deutschen Nationalteam den Ruf eines der erfolgreichsten internationalen Basketballtrainer: Er führte die DBB-Auswahl 2022 zu EM-Bronze, gewann 2023 den WM-Titel und belegte bei den Olympischen Spielen vergangenen Sommer in Paris den vierten Platz. Kanada wurde Dritter beim deutschen WM-Triumph, qualifizierte sich in Paris erstmals seit 24 Jahren für Olympia und steht derzeit auf Platz sechs der Weltrangliste des Weltverbands Fiba; Deutschland ist Dritter.

Herbert soll eine goldene Generation kanadischer Talente, darunter NBA-Topspieler Shai Gilgeous-Alexander, zu einer zweiten Olympiateilnahme in Folge zu führen, mit Blick auf Medaillenränge bei den Spielen 2028 in Los Angeles. Herberts Verbindung zur kanadischen Nationalmannschaft reicht weit zurück, nach einer kurzen Zeit als Assistenztrainer von 2001 bis 2002 kehrte er 2018 an die Seitenlinie für zwei Jahre zurück und saß zuletzt beim Olympia-Qualifikationsturnier 2021 auf der Bank.

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