Tod von Gordon Banks "Einer der großartigsten Torhüter aller Zeiten"

Gordon Banks, hier im Jahr 1967.

(Foto: Getty Images)
  • Der frühere englische Nationaltorhüter Gordon Banks ist gestorben.
  • Er galt als einer der besten Torhüter seiner Zeit und gewann mit England 1966 den WM-Titel.
  • Berühmt wurde er durch seine Traumparade gegen Brasiliens Pelé bei der WM 1970.

Der englische Fußball trauert um seinen Weltmeister-Torhüter Gordon Banks. Der frühere Weltklasse-Keeper verstarb in der Nacht zum Dienstag im Alter von 81 Jahren. Banks war Rückhalt jener Elf des Fußball-Mutterlandes, das 1966 im WM-Endspiel im Londoner Wembley-Stadion gegen Deutschland mit 4:2 nach Verlängerung gewann.

Sein früherer Klub Stoke City veröffentlichte ein Statement der Familie Banks. "Wir sind am Boden zerstört, aber wir haben so viele glückliche Erinnerungen und hätten nicht stolzer auf ihn sein können", hieß es darin. Der frühere Torwart sei über Nacht friedlich eingeschlafen.

Sein früherer Teamkollege Geoff Hurst, der im WM-Endspiel 1966 drei Tore geschossen hatte, darunter das berühmte, umstrittene "Wembley-Tor", meldete sich auf Twitter zu Wort. "Sehr traurig zu hören, dass Gordon gestorben ist. Einer der absolut Größten", schrieb Hurst. "Oh nein, ein absoluter Held von mir und unzähligen anderen ist gestorben", erklärte der frühere Stürmer Gary Lineker, "Englands Weltmeister war einer der großartigsten Torhüter aller Zeiten, und so ein liebenswerter, liebenswerter Mensch."

Für seine Parade gegen Pelé wurde Banks berühmt

Banks wurde am 30. Dezember 1937 in Sheffield geboren. Seine Karriere begann er beim FC Chesterfield. Er spielte acht Jahre für Leicester City und anschließend sechs Jahre für Stoke. Mit beiden Clubs gewann er den Ligapokal, größere Cluberfolge blieben ihm jedoch verwehrt.

Für England machte Banks 73 Spiele. Berühmt wurde er durch seine Traumparade gegen Brasiliens Fußball-Ikone Pelé während der WM 1970 in Mexiko, als er einen präzisen Kopfball des Stürmers noch im Rückwärtsfallen mit der Faust parierte konnte. Pelé soll bereits "Tor" gejubelt haben, weil er sich sicher war, dass Banks diesen Ball nicht mehr erreichen würde. Pelé höchstpersönlich enthüllte 38 Jahre später in Stoke eine Statue von Banks. "Ich habe mehr als 1000 Tore in meinem Leben erzielt. Aber bis heute werde ich nur auf jenen Treffer angesprochen, den ich gar nicht erzielt habe", sagte Pele bei der Gelegenheit.

Seine Profikarriere musste Banks 1972 nach einem Autounfall beenden, in Folge dessen er auf dem rechten Auge erblindet war. Fast fünf Jahre nach seinem Karriereende schnürte er noch einmal die Fußballschuhe an, um in der Nordamerikanischen Soccer League (NASL) bei den Fort Lauderdale Strikers anzuheuern. Sein einziges Engagement als Trainer bei Telford United endete in der Entlassung.

Daraufhin zog sich Banks aus dem Fußballgeschäft zurück. 2015 hatte Banks bekanntgegeben, dass er wegen Nierenkrebs behandelt werde. "Wenn ich so eine Parade gegen Pele hinbekomme, gewinne ich auch diesen Kampf", hatte er damals gesagt.

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