Golfer Xander Schauffele:Die Vollendung des Vater-Sohn-Projekts

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Xander Schauffele gewinnt die Wanamaker-Trophäe der PGA Championship - und bringt seinen Vater damit zum Weinen. (Foto: Adam Cairns/USA Today/Reuters)

Xander Schauffele, ein Amerikaner mit schwäbischen Wurzeln, gewinnt die PGA Championship. Nun hat der Olympiasieger auch jenen ganz großen Pokal, der ihm noch fehlte.

Von Felix Haselsteiner

Ein paar Zeitzonen entfernt saß der Mann, der Xander Schauffele beinahe zum Weinen gebracht hätte: Stefan Schauffele war nicht am Ort, als sein Sohn den ersten Major-Titel seiner Karriere als Profigolfer gewann. Die PGA Championship in Valhalla, Kentucky wurde zum Erfüllungsort des langgehegten Traums eines sehr besonderen Vater-Sohn-Duos im Golfsport, das am Telefon einen Triumph teilte. Kurz vor der Präsentation als Sieger erreichte Xander Schauffele der Anruf des Vaters, der auf der Couch in Hawaii saß: "Er war komplett fertig, hat am Telefon geweint, ich musste dann auflegen - sonst hätte ich auch angefangen", sagte Schauffele junior später.

Da hatte er die berühmte Wanamaker-Trophäe schon überreicht bekommen und konnte mit etwas mehr Ruhe davon erzählen, welche drei Worte zu diesem bedeutenden Moment geführt hatten: "Mein Vater hat mir für diese Woche noch mal eine Regel mitgegeben, die er mir als Mantra vorgibt, seit ich neun Jahre alt bin." Commit, execute, accept, lautet diese im Original - er solle sich festlegen, ausführen und dann das Resultat akzeptieren.

Seit Jahren zählt Xander Schauffele zu den besten Golfspielern der Welt

Seit seiner Kindheit arbeitet Xander Schauffele, 30, mit solchen Mantras seines Vaters, der bis in jüngster Vergangenheit der einzige Mensch war, der am Golfschwung seines Sohnes gearbeitet hat. Stefan, gebürtiger Stuttgarter, der seine taiwanesisch-japanische Frau Chen Ping-Yi in Kalifornien kennenlernte, wo die Familie zu Hause ist, stammt aus einer schwäbischen Sportlerfamilie. Er brachte seinem Sohn Xander das Arbeitsethos bei, das es für eine Profikarriere braucht. Der Vater wurde im Laufe der Jahre eine der buntesten Figuren im Golfbetrieb, als Gestalter hinter der Erfolgsgeschichte seines Sohnes - der allerdings immer etwas fehlte.

Seit Jahren zählt Xander Schauffele zu den besten Spielern der Welt. Er gewann eine Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Tokio, spielte bei Ryder-Cups, und kam bei allen vier Major-Turnieren bereits unter die besten Drei. Zur Vollendung fehlte nur stets ein ganz großer Pokal, den Schauffele nun in Valhalla entgegengenommen hat, wo er sich in einem knappen Finale mit einem Schlag Vorsprung gegen Bryson DeChambeau durchsetzte.

Vater und Mutter verfolgten das alles vor dem Fernseher, die Familie, die im Leben von Xander Schauffele eine bedeutende Rolle spielt, war allerdings trotzdem dabei. Sein Onkel ist sein Manager, sein Bruder ist derzeit mit ihm auf der Golf-Tour unterwegs und übernimmt unter anderem die Aufgabe des Kochs, seine Frau Maya nannte er "seinen Fels". Die wärmsten Worte fand Schauffele allerdings für seinen Vater, dem auch ein Teil der Trophäe gehöre: "Ich weiß, dass ich ihm damit eine große Freude machen konnte."

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