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Golf:Tiger Woods vollendet sein Comeback

TOUR Championship - Final Round

Seit 2013 hatte Tiger Woods auf seinen 80.PGA-Sieg warten müssen. Jetzt durfte er wieder Jubeln.

(Foto: AFP)
  • Nach langer Leidenszeit siegt Tiger Woods erstmals wieder bei der PGA-Tour.
  • Das Publikum liegt ihm zu Füßen, sodass der Gesamtsieg vom Engländer Justin Rose einiges an Aufmerksamkeit einbüßt.
  • In weniger als einem Jahr ist Woods nun von Weltranglistenplatz 1199 auf 13 aufgestiegen.

Die Golf-Welt feiert ihren zurückgekehrten Helden. "Tiger! Tiger!" und "USA! USA!", skandierten tausende Fans frenetisch im East Lake Golf Club von Atlanta, als Tiger Woods mit dem letzten Putt seinen 80. Sieg auf der PGA-Tour perfekt machte. 1876 Tage nach seinem letzten Triumph krönte der lange von Verletzungen und privaten Problemen geplagte 42 Jahre alte Woods beim Saisonfinale der US-Tour eines der emotionalsten Comebacks der Sport-Geschichte. "Ich kann nicht glauben, dass ich es geschafft habe. Es ist ein wahnsinniges Comeback", sagte der 14-malige Major-Gewinner aus Kalifornien bei der Siegerehrung mit tränenerstickter Stimme: "Ich hing über fünf Jahre auf der 79 fest, und jetzt die 80 perfekt zu machen, ist ein verdammt gutes Gefühl."

Seinen bis dato letzten Sieg hatte er 2013 beim Bridgestone Invitational in Akron/Ohio gefeiert. Nur die bereits gestorbene US-Golf-Legende Sam Snead hat mit 82 Erfolgen noch mehr Titel gesammelt. Woods gewann am Sonntag die mit neun Millionen Dollar (7,65 Millionen Euro) dotierte Tour Championship mit einem Gesamtergebnis von 269 Schlägen vor seinen Landsleuten Billy Horschel (271) und Dustin Johnson (273). Für Titel Nummer 80 kassierte Woods ein Preisgeld von 1,62 Millionen Dollar.

Vor gut eineinhalb Jahren sah die Welt des Tiger Woods komplett anders aus. "Mein Körper war ein Wrack", gestand er. Es gab Tage, an denen er kaum alleine aus dem Bett gekommen sei. Im Mai des vergangenen Jahres schien es, als sei seine einzigartige Karriere zu Ende: Einen Monat nach seiner vierten Operation am lädierten Rücken wurde er wegen Drogenmissbrauchs am Steuer festgenommen. Die Bilder des gezeichneten Woods schockierten die Öffentlichkeit. Woods begab sich daraufhin in stationäre Behandlung. In dieser Zeit war für den ersten Sport-Milliardär der Geschichte sogar ein Leben ohne Golf vorstellbar.

Woods Dominanz verunsicherte selbst Olympiasieger Justin Rose

Doch der Mann, der 683 Wochen an der Spitze der Weltrangliste stand, baute seinen Körper behutsam wieder auf und kämpfte sich Schritt für Schritt zurück. Ende November 2017 gab Woods sein erneutes Comeback bei einem Einladungsturnier im Albany Golf Club auf den Bahamas - als Nummer 1199 der Weltrangliste. Jetzt ist er bereits wieder die Nummer 13 - ganz zur Freude der Millionen von Golf-Fans auf der ganzen Welt. Im Hype um ihn ging der Gewinn des FedExCups durch Justin Rose fast unter. Der Olympiasieger aus England kassierte für den ersten Platz und der Jahreswertung der US-Tour den Jackpot von zehn Millionen Dollar.

Mit dem Sieg sicherte sich Woods sogar noch den zweiten Platz im FedExCup-Ranking und damit einen Bonus von drei Millionen Dollar. Am Finaltag war Woods mit drei Schlägen Vorsprung auf Rose und den Nordiren Rory McIlroy gestartet. Vieles erinnerte an die dominanten Zeiten des Tiger Woods zu Beginn der 2000er-Jahre. Woods kontrollierte mit solidem Golf das Geschehen und trieb das Feld vor sich her. Die Fans peitschten ihr Idol lautstark nach vorn. Der Druck auf die Konkurrenten war enorm und am Ende einfach zu groß. Allen voran Rose und McIlroy machten Fehler um Fehler und brachen regelrecht ein. Erst mit dem Birdie auf der abschließenden 18. Spielbahn konnte sich Rose den Sieg in der FedExCup-Jahreswertung sichern. "Sorry, Jungs. Das war heute ein verrückter Tag", gestand ein erleichterter Rose nach seinen letzten Putt.

Voller Energie reist Woods jetzt mit dem US-Team zum Ryder Cup nach Paris, um ab diesem Freitag den Titel gegen die Europäer zu verteidigen. Schon vor dem Tour-Finale in Atlanta hatte Woods von US-Teamkapitän Jim Furyk eine Wildcard für den prestigeträchtigen Kontinentalvergleich mit den besten Golfern aus Europa erhalten. Erstmals seit 2012 wird Woods wieder beim Ryder Cup für die USA abschlagen und mit Sicherheit erneut für emotionale Momente im Le Golf National vor den Toren von Paris sorgen.

© SZ.de/dpa/lwo/ebc
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