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Golf-Masters in Augusta:Langer verspielt seine Titelchancen

Golf US-Masters Augusta Bernhard Langer Martin Kaymer Adam Scott

Fünf Schläge unter Par - bis sich Bernhard Langer eine Reihe von Bogeys und Doppelbogeys leistet.

(Foto: AFP)

Die Titelträume währen nicht lang: Kurz vor Schluss fällt Golfprofi Bernhard Langer beim US-Masters in Augusta deutlich zurück. Dafür wird Adam Scott der erste australische Champion. Ein glückliches Ende findet das Turnier für den ehemaligen Weltranglisten-Ersten Martin Kaymer.

Dem furiosen Start folgte die Ernüchterung: Nach einem verheißungsvollen Start hat Altmeister Bernhard Langer beim 77. US Masters in Augusta den 25. Platz belegt. Zwischenzeitlich hatte der Golfer aus Anhausen sogar von seinem dritten Triumph auf dem Kurs an der berühmten Magnolia Lane träumen dürfen, ehe er beim Premierensieg des Australiers Adam Scott doch noch durchgereicht wurde.

Der zweimalige (1985 und 1993) Masters-Sieger Langer landete beim ersten Major der Saison aber noch vor seinem "Kronprinzen" Martin Kaymer. Der 28 Jahre alte Rheinländer belegte am Ende den 35. Rang und verbuchte damit sein bestes Ergebnis in der "Kathedrale des Golf".

Langer hätte sich bei seinem 30. Auftritt in Augusta mit einem Erfolg als bislang ältester Major-Sieger in die Geschichtsbücher eingetragen. Den möglichen Rekord vor Augen, begann der Schwabe furios: Gleich auf den ersten drei Löchern kämpfte er sich mit drei Birdies bis auf den vierten Platz heran. Nicht nur Tausende Fans entlang der Fairways waren von Langers Traumstart begeistert, auch Dirk Nowitzki fieberte bei der Rekordjagd des Routiniers mit. "Auf geht's, Bernhard Langer!!", feuerte der Basketballprofi seinen Landsmann via Twitter noch unmittelbar vor einer NBA-Partie mit seinen Dallas Mavericks an.

Aber auch die prominente Unterstützung half nicht: Langer verlor den Faden, leistete sich in der Folgezeit drei Bogeys und zwei Doppelbogeys und hatte am Ende auch wegen dieser Schwächephase mit insgesamt 290 Versuchen nur einen Schlag weniger als Kaymer auf seiner Scorecard notiert. Damit lagen die Deutschen deutlich hinter Scott (279).

Scott gewinnt im Stechen

In einem dramatischen und an Spannung kaum zu überbietenden Finale setzte sich der 32-Jährige Australier im strömenden Regen erst im Stechen gegen den Argentinier Angel Cabrera am zweiten Extra-Loch durch. Beide hatten nach vier Runden zusammen mit 279 Gesamtschlägen vorn gelegen, so dass ein Playoff entscheiden musste. Für Scott war es der erste Major-Sieg seiner Karriere - wenige Minuten nach dem entscheidenden Schlag aus etwa fünf Metern schlüpfte der frisch gebackene Champion in das legendäre grüne Jackett. Auf Rang drei kam Jason Day (281 Gesamtschläge), ein weiterer Australier.

"Es ist einfach unbeschreiblich. Australien ist eine sehr stolze Sportnation, aber wir hatten dieses Turnier bislang noch nicht gewonnen. Ich widme diesen Sieg auch ein bisschen Greg Norman", sagte Scott. Der Australier Norman gehörte vor allem in den achtziger und neunziger Jahren zu den Großen des Sports und führte in dieser Zeit 331 Wochen lang die Weltrangliste an.

Versöhnlicher Schlusstag für Kaymer

Mit einem glänzenden Schlussakt verabschiedete sich derweil Kaymer aus Augusta. Der frühere Weltranglistenerste, der in den ersten Tagen mit dem anspruchsvollen Kurs zu kämpfen hatte, spielte auf den letzten fünf Löchern jeweils Birdies. "Die Grüns waren heute sehr langsam und weich. Da habe ich endlich mal ein paar Putts gelocht", sagte Kaymer golf.de. Am Ende standen den acht Birdies drei Bogeys gegenüber, das Triple-Bogey auf der vierten Bahn verhinderte eine bessere Platzierung.

Dennoch war Kaymer, der im vergangenen Jahr bei seinem fünften Masters-Start erstmals den Cut überstanden hatte, mehr als zufrieden. "Das waren die besten 18 Löcher, die ich hier bisher gespielt habe", schwärmte er von einer Runde mit zahlreichen Höhepunkten. Seit der Auftaktrunde 2009 blieb Kaymer mit 70 Versuchen erstmals wieder unter dem Platzstandard von 72 Schlägen. "Das war wieder eine super Woche", sagte er.

Mit gänzlich unterschiedlichen Gefühlen dürften unterdessen die Größen der Szene ihre Leistungen beurteilen. Der Weltranglistenzweite Rory McIlroy (Nordirland) rettete sich dank einer famosen 69 zum Abschluss noch auf einen insgesamt enttäuschenden 25. Platz. Besser lief es da für Branchenprimus und Favorit Tiger Woods (USA), der am Ende Vierter wurde. Auf seinen 15. Major-Titel muss der Kalifornier allerdings weiter warten - auch wegen Scott.

© Süddeutsche.de/dpa/sid/mahu
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