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Golf: Martin Kaymer:"Wie ein Märchen"

Martin Kaymer gewinnt als zweiter deutscher Golfer nach Bernhard Langer die europäische Geldrangliste - zur Nummer eins im weltweiten Golfzirkus reicht es zum Jahresabschluss dennoch nicht ganz.

Die Krönung zur neuen Nummer 1 blieb Martin Kaymer versagt, doch das "Trostpflaster" von rund 1,1 Millionen Euro für den Gewinn der europäischen Geldrangliste ließ Deutschlands Golf-Star dennoch jubeln. "Das ist wie ein Märchen. Ich bin ziemlich glücklich, denn ich habe alle meine Ziele erreicht", sagte Kaymer nach dem finalen Schlag bei der Dubai World Championship zum Abschluss seines erfolgreichsten Karriere-Jahres.

Umarmung vom Caddie: Martin Kaymer gewann als zweiter Deutscher nach Bernhard Langer die europäische Geldrangliste.

(Foto: AFP)

Mit einem Lächeln im Gesicht zog Kaymer fast schüchtern sein Kappe vom Kopf, genoss kurz die Ovationen der Fans und umarmte dann innig seinen Vater Horst. "Dass mich mein Vater am 18. Grün in den Arm genommen hat, das war so ein Moment, den man mitnimmt für sein Leben", erklärte Kaymer, dessen Mutter Rina vor zwei Jahren an Krebs starb. Mit insgesamt 282 Schlägen und dem geteilten 13. Platz in Dubai gingen am Sonntag zwar nicht alle Wünsche in Erfüllung, dennoch zog Kaymer ein positives Fazit: "Es ist super, dass ich das Race to Dubai gewonnen habe. Ich werde schöne Weihnachten haben", meinte der sympathische Rheinländer.

Als zweiter Deutscher nach Bernhard Langer, der 1981 und 1984 an der Spitze des europäischen Geldrankings stand, avancierte Kaymer zum Top-Verdiener auf der Europa-Tour. Mit 25 Jahren ist er zugleich der jüngste Golfer seit dem Nordiren Ronan Rafferty 1989, dem dieses Kunststück gelang. Bei den 21 Turnieren auf der Europa-Tour verdiente Kaymer insgesamt 3,289 Millionen Euro, mit der US Championship gewann er sein erstes Major-Turnier und anschließend mit der Europa-Auswahl auch noch den prestigeträchtigen Ryder-Cup. "Es war eine fantastische Saison. Meine Erwartungen sind übertroffen worden", sagte Kaymer.

Noch nicht Nummer eins

Den möglichen Sprung an die Spitze der Weltrangliste hatte er bereits am Samstag mit 73 Schlägen auf der dritten Runde verspielt. Am letzten Loch unterlief ihm sogar ein Doppel-Bogey. "An der 18 habe ich einen großen Fehler gemacht. Das war heute kein guter Tag und ein sehr enttäuschendes Ende", sagte Kaymer gewohnt selbstkritisch. Dennoch trauerte er der verpassten Chance, den Engländer Lee Westwood als Nummer eins abzulösen, nicht nach. "Das ist für mich irgendwie noch zu weit weg. Das ist nichts, woran ich schon wirklich glauben kann. Wenn es allerdings passieren würde, nehme ich es natürlich mit", sagte Kaymer.

Zunächst will er aber Abstand gewinnen und alles sacken lassen. Seinen geplanten Start beim Einladungsturnier von Tiger Woods in der kommenden Woche hat er abgesagt. Stattdessen will er mit seinem Bruder Urlaub machen und danach wieder fleißig trainieren. "Ich werde versuchen, mein kurzes Spiel noch zu verbessern. Das ist meine Aufgabe für die nächsten sechs bis sieben Wochen in Arizona", sagte Kaymer. Denn auch 2011 möchte er dem Spiel mit dem kleinen weißen Ball den Stempel aufdrücken: "Ich will auf jeden Fall versuchen, mich als Europas Bester zu behaupten und diesen Titel verteidigen."

© sueddeutsche.de/sid/jbe
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