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Golf:Langer schlottert beim Showdown

Bernhard Langer: Stark in Augusta, für den Sieg reicht es nicht

(Foto: Matt Slocum/AP)

Oldie gegen junge Modellathleten: Bernhard Langer verpasst beim Masters in Augusta einen späten Triumph. Am Alter liegt's nicht, wie das spektakuläre Scheitern eines 22-Jährigen zeigt.

Von Gerald Kleffmann

Am Sonntag, an dem Tag, an dem Bernhard Langer versuchen wollte, seinen dritten Masters-Titel zu erringen, sah er verändert aus. Er hatte plötzlich über Nacht einen Sponsor-Schriftzug auf seiner Schirmkappe. Nach dem spektakulären dritten Platz nach drei Runden beim berühmten Golfturnier in Augusta hatte eine private Flugzeugcharter-Firma mitbekommen, dass der Deutsche die Werbefläche auf dem Kopf noch frei hatte. Und alle Welt sah ihm ja nun zu.

Gespräche und Anrufe gingen hin und her, zwischen dem Unternehmen und Langers Management, weitere Freimeilen wurden drauf gepackt, und so kam es, dass dieser formidable 58-Jährige bei seiner sage und schreibe 33. Teilnahme bei diesem Spektakel wenigstens mit einem finanziellen Extra-Nachschlag das Ziel erreichte.

Denn die letzte Pointe, ein Sieg eines Oldies in einem Feld voller 20- und 30-jähriger Modellathleten, blieb aus.

Langer, der 1985 und 1993 das Grüne Jackett hier gewonnen hatte, erreichte am Sonntag den 24. Platz (mit insgesamt 294 Schlägen), was immer noch eine wunderbare Leistung ist. Aber beim Showdown produzierte er, der sonst so nervenstarke Routinier, seine schlechteste Runde mit 79 Schlägen; zuvor hatte er 72, 73 und 70 Schläge benötigt für den schweren Par-72-Kurs im Augusta National Golf Club. Das begehrte Kleidungsstück, das der Sieger traditionell erhält und das streng genommen einen furchtbar altbackenen Schnitt besitzt, erhielt der Engländer Danny Willett - das war umso mehr eine letzte große Pointe der 80. Masters-Ausgabe.

Willett deutet sein mächtiges Potential an

Mit 283 Schlägen (-5) setzte sich der 28-Jährige vor Jordan Spieth (USA) und Lee Westwood (Egland/jeweils -2/286) durch. Martin Kaymer hatte seine vierte Runde mit einer sehr guten Par -72 zu Ende gebracht, mit einem Gesamtergebnis von 12 über Par belegte der 31-Jährige am Ende den 49. Platz.

Der erste Major-Titel von Willett, der bislang vier Turniere der European Tour gewonnen hatte und bereits als aktueller 12. der Weltrangliste sein mächtiges Potenzial andeutete, wird für immer mit einem spektakulären Leistungseinbruch eines anderen in Verbindung stehen. Golden Bell, Goldglöckchen heißt das berühmte Par 3 an der Bahn 12, das keine 130 Meter lang ist. Aber so schwer, besonders unter Drucksituationen. Für Spieth wurde es zur Golden Hell. Der 22-jährige Amerikaner erlebte eine Art Vorgeschmack darauf, wie die Hölle aussehen kann, zumindest die für Golfchampions, die kurz davor sind, eigentlich den nächsten Triumph einzufahren.

Mit fünf Schlägen Vorsprung war Spieth auf die zweiten neun Bahnen gegangen. Nach der 12 hatte er drei Schläge Rückstand auf Willett, der fehlerfrei spielte und mit einer bogeyfreien 67 den Grundstein für seinen Coup ermöglichte. Spieth aber patzte an der 10, er patzte an der 11, jeweils mit einem Bogey (eins über Par). An der 12 landete sein erster Ball im Wasser, der zweite Ball, den er vor dem Bach mit einem Strafschlag fallen lassen musste, auch. Er schien auseinanderzufallen. Im Golf geht das furchtbar schnell. Einen ähnlich Aufsehen erregenden Einbruch hatte mal Greg Norman 1996 erlebt, der Australier verzockte eine Sechs-Schläge-Führung und wurde Zweiter hinter Nick Faldo, der vor Willett der letzte englische Sieger in Augusta war.

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