Süddeutsche Zeitung

Golf:In der Phase des Reincheckens

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Martin Kaymer setzt seine Saisonvorbereitung in Florida fort und richtet den Fokus vor allem auf die europäischen Turniere. Dort will er in Topform sein - auch bei den BMW International Open.

Von Gerald Kleffmann, München

Martin Kaymer kann gleich als Erstes eine gute Nachricht überbringen: Sam schläft durch. Im Januar wurde ja Deutschlands bester Golfer der vergangenen 15 Jahre zum ersten Mal Vater, und dass der nun 37-jährige Rheinländer auch in Erziehungsfragen sein Sportler-Gen nicht ganz unterdrücken kann, wird schnell deutlich. "Wir haben ihn ganz gut trainiert", sagt er an diesem Dienstagmittag in einer Video-Pressekonferenz in bester Athletensprache und meint damit, dass sich sein Sohn täglich, welcher Elternteil würde da nicht jubeln, sagenhafte zehn bis zwölf Stunden ins Reich der Träume begibt. Was den Kaymers natürlich hilft - "so kriegen wir auch unseren Schlaf". Und den braucht auch er in seiner Rolle als Golfprofi. Gerade weilt er ja in Florida, um sich für den weiteren Verlauf der Saison vorzubereiten, in der er vom 22. bis 26. Juni nach München zur BMW International Open (Ausrichter dieser PK) kommen wird. Frau und Kind begleiten ihn selbstverständlich dieser Tage, er erlebe nunmehr "eine der schönsten Erfahrungen, die ich in meinem Leben hatte", versichert Kaymer. So entspannt, wie er selbst um sechs Uhr morgens Ortszeit in den USA aussieht, muss man feststellen: Die Familie bekommt ihm tatsächlich hervorragend.

Nach einer golferischen Pause hat Kaymer inzwischen wieder seine Trainingsarbeit intensiviert, die für ihn in dieser Phase höchste Priorität besitzt. Zwar hat er auch schon in diesem Jahr einige Turniere bestritten, aber dabei sei es ihm mehr darum gegangen, "reinzuchecken, wie weit ist mein Training, an was muss ich noch arbeiten, wie ist das kurze Spiel, wie ist das lange Spiel". Günter Kessler, sein langjähriger Coach, wird auch noch aus Deutschland anreisen, um gemeinsam am letzten Schliff zu feilen. "Ich bin auf einem guten Weg, die Ergebnisse zeigen das zwar noch nicht", sagt Kaymer, der betont: "Meine Vorbereitung gilt dem Sommer." Deshalb sei auch seine Arbeit auf Langfristigkeit ausgerichtet, es gehe ihm nicht um eine kurzfristige Entwicklung. Nach dem Motto: lieber einmal richtig den Schwung justieren, dann funktioniert er länger. Einige Turniere in Amerika wird er spielen können, auch wenn er, der einstige Weltranglistenerste, in der Weltrangliste nun auf Platz 156 zurückgefallen ist. Hauptsächlich aber fokussiert er sich auf die europäischen Turniere.

Auch Sergio Garcia und Louis Oosthuizen kommen

Im Golfclub München-Eichenried wird Kaymer nicht der einzige deutsche Vertreter im Juni sein, auch ein Talent, das längst als größtes im hiesigen Golf gehandelt wird, nimmt teil. "Die Art und Weise, wie er Golf spielt, wie er die ganze Sache angeht von seiner Mentalität her, das sieht alles sehr gut aus", sagt Kaymer lobend über Matti Schmid. Der 24-Jährige aus Maxhütte-Haidhof in der Oberpfalz ist ähnlich durchgestartet wie einst Kaymer, im vergangenen Jahr wurde er zum besten "Newcomer" der europäischen Profiturnier gewählt, die Tourkarte hat er sich rasend schnell mit Topplatzierungen gesichert. Auch Schmid ist zugeschaltet und berichtet, wie sehr ihm seine Zeit am US-College geholfen habe, schnell auf großen Turnieren mitzuhalten. Bei der British Open erhielt er ja gar die Medaille als bester Amateur, nun indes ist er Profi und setzt seinen Aufstieg in diesem Status ähnlich ungebremst fort. In Johannesburg verpasste er kürzlich als Dritter nur knapp seinen ersten Sieg. Neben Kaymer und Schmid starten noch die Deutschen Marcel Siem und Maximilian Kieffer in München. Auch international ist das Feld exzellent besetzt, so haben etwa Sergio García (Spanien), Louis Oosthuizen (Südafrika) und Bernd Wiesberger (Österreich) gemeldet.

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